Warum es so schwer ist, aus der vollen Erwerbsminderung herauszukommen – und warum sich die Gesetzeslage ändern muss.

von Ilka Hannig

Ich erzähle das hier ganz offen, weil ich gestern danach gefragt wurde. Immer wieder werde ich mit der Frage konfrontiert, warum ich nicht einfach aus der vollen Erwerbsminderungsrente in eine Teilerwerbsminderung wechseln kann, wenn ich doch arbeiten möchte. Die Antwort ist ernüchternd: Das System lässt es kaum zu – und in meinem Fall ist es noch absurder, weil ich zwar als voll erwerbsgemindert gelte, aber nicht einmal eine Erwerbsminderungsrente bekomme.

Ich lebe mit einer körperlichen Einschränkung, bin auf Assistenz im Alltag angewiesen und stehe trotzdem ohne eigene finanzielle Absicherung da. Statt einer Rente bin ich auf Grundsicherung angewiesen, weil die Rentenkasse mich zwar als „nicht arbeitsfähig“ einstuft, mir aber dennoch keine Rente gewährt. Ein Widerspruch in sich, der zeigt, wie wenig flexibel das System ist.

Ich habe jahrelang versucht, aus dieser festgefahrenen Situation herauszukommen. Ich war vor Gericht, habe psychologische Tests durchlaufen, unzählige Gutachten über mich ergehen lassen – und trotzdem wurde mir der Weg zurück in den Arbeitsmarkt immer wieder verwehrt. Mein Hausarzt bescheinigt mir, dass ich 6 Stunden täglich arbeiten kann, doch die Rentenkasse sieht das anders. Mein Antrag auf eine schrittweise Wiedereingliederung wurde immer wieder abgelehnt.

Das Problem der gesetzlichen Lage

Die gesetzlichen Regelungen zur Erwerbsminderungsrente (§ 43 SGB VI) sind darauf ausgelegt, Menschen abzusichern, die dauerhaft nicht arbeiten können. Doch das eigentliche Problem liegt darin, dass es keine gesetzliche Tür zurück in die Erwerbsfähigkeit gibt, wenn die Rentenversicherung das nicht will.

Das bedeutet:

Man kommt leichter in die volle Erwerbsminderung als wieder heraus. Es gibt keine klaren Übergangsmodelle, keine Flexibilität für Menschen, die sich wieder herantasten möchten.

Es gibt keine Sicherheit für diejenigen, die es versuchen wollen. Wer wieder arbeitet, riskiert, sofort die Grundsicherung oder andere Unterstützungen zu verlieren – auch wenn das Einkommen nicht ausreicht.

Die Rentenkasse hat das letzte Wort. Selbst wenn medizinische Gutachten eine gewisse Arbeitsfähigkeit bescheinigen, kann die Rentenkasse eine Rückkehr in den Arbeitsmarkt verhindern.

Mein persönliches Fazit

Nach acht Jahren vor Gericht habe ich verstanden: Das Problem liegt nicht an mir, sondern an der Gesetzgebung selbst. Es braucht dringend eine Reform, die flexible Übergänge zwischen voller Erwerbsminderung und Teilzeiterwerbsfähigkeit ermöglicht – ohne dass Betroffene sofort ihre finanzielle Absicherung verlieren.

Ich bin körperlich eingeschränkt und benötige Assistenz, aber ich bin nicht blöd. Ich könnte mehr als 3,5 Stunden am Tag arbeiten – und ich würde es auch gerne tun. Doch das Gesetz gibt mir keine Möglichkeit dazu, weil es nur „ganz oder gar nicht“ kennt.

Meine Notfall-Assistenz-App – Ein Weg zu mehr Selbstbestimmung

Da mir das System keinen Platz gibt, um wieder selbstbestimmt zu arbeiten, habe ich beschlossen, mir meine eigene Perspektive zu schaffen. Mit meiner Notfall-Assistenz-App will ich nicht nur eine digitale Lösung für Menschen mit Assistenzbedarf entwickeln, sondern auch einen Job für mich selbst und langfristige berufliche Perspektiven.

Die App soll Menschen mit Assistenzbedarf schnell mit verfügbaren Assistenzkräften verbinden – unbürokratisch, flexibel und digital. Denn ein großes Problem für viele, die arbeiten wollen, ist die Unsicherheit in der persönlichen Assistenz. Was passiert, wenn meine Assistentin krank wird oder ausfällt? Wie kann ich kurzfristig Ersatz finden, um meinen Job nicht zu verlieren? Genau hier setzt meine App an: Sie soll helfen, Notfälle zu überbrücken und Assistenz flexibler zu organisieren.

Ich habe bereits ein starkes App-Entwickler-Team und ein professionelles Business-Team, ein detailliertes Konzept und erste Kundenanfragen. Doch wie so oft fehlt es an einer finanziellen Förderung, um das Projekt umzusetzen.

Denn immer nur ohne Geld zu arbeiten, ehrenamtlich tätig zu sein, ist keine Lösung. Ehrenamt ist wichtig, aber es darf nicht die einzige Option für Menschen mit Behinderung sein, die arbeiten wollen. Jeder Mensch hat das Recht auf eine berufliche Perspektive, auch wenn er Assistenz benötigt.

Meine Idee ist gut – und dafür werde ich kämpfen. Ich lasse mich nicht von bürokratischen Hürden oder veralteten Gesetzen aufhalten. Wer mich unterstützen oder Ideen hat, wie ich meinen Weg trotz voller Erwerbsminderung erfolgreich gehen kann, darf sich gerne bei mir melden. Denn Inklusion darf nicht an starren Gesetzen scheitern – und Selbstbestimmung muss für alle möglich sein!

So würde ich mir nicht nur einen Job, sondern eine echte persönliche Perspektive schaffen – und ich werde nicht aufgeben, bis es möglich ist.

Ein Weg in die Selbstständigkeit? Einblicke von EnterAbility & ein offener Aufruf.

Heute war ich bei EnterAbility, und das Gespräch mit Herrn Rademacher hat mir einige spannende Einblicke gegeben. Besonders beeindruckend fand ich die Geschichte einer Person, die es geschafft hat, sich aus der Grundsicherung heraus selbstständig zu machen – und das so, dass die persönliche Assistenz davon nicht betroffen war. Das zeigt: Es ist möglich!

Natürlich gibt es einige Hürden, aber allein zu wissen, dass es funktionieren kann, gibt mir Mut und Motivation. Wichtig ist, die Selbstständigkeit offiziell anzumelden, alle Einnahmen korrekt zu melden und sich gut zu informieren, welche Fördermöglichkeiten infrage kommen.

Was die Finanzierung angeht, sieht es schwieriger aus. Während man in der Grundsicherung ist, sind klassische Förderungen über Banken oder Institutionen kaum zu bekommen. Eine mögliche Unterstützung über Rademacher gibt es, allerdings nur für einen kurzen Zeitraum – maximal 2,5 Monate. Ob eine Bewilligung möglich wäre, müsste im Einzelfall geprüft werden.

Eine vielversprechende Alternative wäre es, mit einer gemeinnützigen Organisation, einem Verein oder einer sozialen Firma zusammenzuarbeiten. Diese könnten die Förderung für die App beantragen, da es in diesem Bereich oft mehr finanzielle Unterstützung gibt als für Einzelpersonen.

Und hier kommt mein offener Aufruf:

Vielleicht liest das hier jemand, der eine gemeinnützige Organisation, einen Verein oder eine soziale Firma kennt oder selbst betreibt und sagt: „Die Idee ist großartig – wir unterstützen dich und beantragen gemeinsam die Förderung für die App!“

Falls jemand eine Möglichkeit sieht, wie wir das gemeinsam umsetzen können, meldet euch gerne bei mir. Denn im Grunde fehlt nur noch die finanzielle Förderung – alles andere steht bereits!

Das war auch die Rückmeldung bei EnterAbility: Sie waren alle begeistert, weil ich mit meinem Projekt schon so weit bin. Die gesamte Idee, die Struktur und das Konzept sind ausgearbeitet. Wenn die finanzielle Unterstützung steht, könnte die Beta-Version der App in kurzer Zeit an den Start gehen.

Ich glaube fest daran, dass diese App eine wichtige Lücke schließt und für viele Menschen eine echte Hilfe im Alltag sein wird. Jetzt geht es darum, den nächsten großen Schritt zu machen – und vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment dafür!

Alles Liebe,
Ilka

Gut vorbereitet – und doch ein bisschen nervös.

Hallo,

Morgen ist es soweit: Mein Termin bei EnterAbility. Ich bin gut vorbereitet, meine Unterlagen sind fertig, meine Marktanalyse steht, und ich habe mir die wichtigsten Punkte noch einmal genau durchdacht. Eigentlich könnte ich also ganz entspannt sein – aber wenn ich ehrlich bin, bin ich trotzdem ein bisschen nervös.

Es ist ein wichtiger Schritt für meine Notfall-Assistenz-App. Bei EnterAbility geht es darum, Wege für eine finanzielle Förderung zu finden, mein Konzept weiter zu schärfen und vielleicht auch neue Impulse zu bekommen, die ich bisher noch nicht bedacht habe. Ich habe mein Projekt über Wochen aufgebaut, Kontakte geknüpft, Fördermöglichkeiten recherchiert – und jetzt kommt der Moment, in dem sich zeigt, ob ich auf dem richtigen Weg bin.

Heute habe ich noch einmal meine LinkedIn-Kontakte gepflegt, weitere potenzielle Unterstützer angeschrieben und an meinem Businessplan gefeilt. Die Marktanalyse ist nun komplett, die Zahlen sind aufbereitet, und ich habe sogar noch eine Excel-Tabelle für die Finanzplanung finalisiert. Ich weiß, dass mein Konzept substanziell ist – es ist nicht mehr nur eine Idee, sondern eine durchdachte Lösung mit echtem Potenzial.

Trotzdem bleibt diese Anspannung. Vielleicht, weil es mir so wichtig ist. Vielleicht, weil ich weiß, dass dieser Termin ein Türöffner sein könnte. Oder vielleicht einfach, weil ich mir wünsche, dass meine Idee wirklich eine Chance bekommt.

Aber eins ist sicher: Ich bin bereit. Und egal, was morgen passiert – ich mache weiter. Schritt für Schritt. Denn es bewegt sich etwas, und das allein ist schon ein gutes Gefühl.

Alles Liebe,
Ilka

.Gründen mit voller Erwerbsminderung – ein steiniger Weg, den ich trotzdem gehe

von Ilka Hannig

Ein eigenes Unternehmen zu gründen ist nie einfach. Doch für Menschen mit Behinderung, die auf staatliche Leistungen angewiesen sind – insbesondere mit voller Erwerbsminderung –, ist es oft noch schwieriger. Bürokratische Hürden, finanzielle Unsicherheiten und unflexible gesetzliche Vorgaben machen es fast unmöglich, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Und doch habe ich mich entschieden, genau diesen Weg zu gehen – weil meine Idee gebraucht wird und weil ich nicht akzeptieren will, dass bestehende Strukturen mich daran hindern.

Ich lebe mit einer körperlichen Einschränkung und erhalte Grundsicherung sowie die volle Erwerbsminderungsrente. Diese Leistungen sichern meinen Lebensunterhalt, aber sie schränken mich gleichzeitig massiv ein, wenn ich den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchte. Denn sobald ich Einkommen erziele, wird es auf meine staatlichen Leistungen angerechnet. Das bedeutet, dass ich erst lange arbeiten muss, bevor ich finanziell überhaupt einen Vorteil daraus ziehe. Gleichzeitig gibt es keine klaren Regelungen dazu, wie lange ich eine Selbstständigkeit erproben kann, ohne dass ich sofort finanzielle Einbußen erleide oder meine Erwerbsminderungsrente riskiere.

Besonders problematisch ist die Finanzierung meiner persönlichen Assistenz. Als „nicht erwerbsfähig“ gilt mein Anspruch auf Assistenz als gesichert. Doch was passiert, wenn ich gründe? Muss ich meine Assistenz dann selbst bezahlen, obwohl ich noch nicht genug verdiene? Genau hier fehlt eine gesetzliche Lösung für Menschen mit Behinderung, die sich selbstständig machen möchten.

Die bestehenden Gesetze sind nicht darauf ausgelegt, dass Menschen mit voller Erwerbsminderung ein Unternehmen gründen. Sie basieren auf dem Gedanken, dass man entweder gar nicht arbeitet oder höchstens in einem geschützten Rahmen tätig ist. Förderprogramme wie der Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit oder das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) setzen oft voraus, dass man sich komplett selbst finanzieren kann oder Sicherheiten hat – was für mich und viele andere kaum machbar ist. Gleichzeitig bieten das Sozialgesetzbuch XII (Grundsicherung) und das Sozialgesetzbuch IX (Eingliederungshilfe) zwar Unterstützung für den Alltag, sind aber nicht darauf ausgelegt, den Schritt aus der Erwerbsunfähigkeit in die Selbstständigkeit zu ermöglichen.

Trotz dieser Hindernisse werde ich es versuchen. Meine Notfall-Assistenz-App ist eine Idee, die gebraucht wird – nicht nur für mich, sondern für viele Menschen, die auf Assistenz angewiesen sind. Ich habe ein starkes Team aus App-Entwicklern und Business-Experten, ein detailliertes Konzept und bereits erste Kundenanfragen. Es fehlt nur noch die finanzielle Förderung, um das Projekt umzusetzen.

Wenn jemand Ideen hat, wie ich diesen Weg trotz voller Erwerbsminderung erfolgreich gehen kann – sei es durch Kontakte, Netzwerke oder konkrete Fördermöglichkeiten – oder wer mir aktiv helfen möchte, dann freue ich mich über jede Unterstützung. Denn Inklusion sollte auch im Unternehmertum möglich sein.

Weihnachtsbaum weg – Nervosität da, aber es geht voran.

Heute habe ich es endlich geschafft: Mein Weihnachtsbaum ist weg! Ja, es hat lange gedauert, aber ich mochte das Licht einfach zu sehr. Es hatte etwas Beruhigendes, fast Tröstliches in all dem Trubel der letzten Wochen. Aber jetzt ist es Zeit, Platz für Neues zu machen – in der Wohnung und im Kopf.

Apropos Neues: Langsam werde ich kribbelig. Donnerstag geht’s zu EnterAbility, dem Existenzgründungsprojekt für Menschen mit Behinderung. Sie unterstützen bei der Umsetzung von Geschäftsideen und helfen dabei, alles auf stabile Beine zu stellen. Ich war dort schon einmal, damals mit einer anderen Idee – aber sie war wohl noch nicht ganz ausgereift.

Diesmal sieht es anders aus. Meine Notfall-Assistenz-App ist greifbarer denn je. Es gibt ein Konzept, ein Netzwerk, erste Strukturen. Klar, ein paar Dinge sind noch offen, aber das gehört dazu. Die Voraussetzungen sind besser als beim letzten Mal, und ich hoffe, dass ich diesmal eine echte Chance bekomme.

Parallel dazu war ich heute wieder viel auf LinkedIn unterwegs, habe mich mit meinen Kontakten ausgetauscht, neue Vernetzungen geknüpft und über den aktuellen Stand meiner Notfall-Assistenz-App gesprochen. Es ist spannend zu sehen, wie sich aus diesen Gesprächen immer wieder neue Möglichkeiten ergeben. Manchmal braucht es nur ein paar Worte oder eine Idee von jemand anderem, um mir eine neue Perspektive zu geben.

Ein großes Thema heute war auch die Suche nach Fördermöglichkeiten. Es gibt so viele Programme, aber den richtigen Weg zu finden, ist nicht gerade einfach. Das go-digital-Programm könnte eine gute Möglichkeit sein, also habe ich eine Anfrage rausgeschickt. Auch die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr werde ich mir noch genauer ansehen. Die Vorstellung, eine finanzielle Unterstützung zu bekommen, ist echt motivierend – es würde so vieles erleichtern und mir mehr Raum geben, mich voll auf die Umsetzung zu konzentrieren.

Heute ging es auch wieder um die Frage, wie ich Assistentinnen motivieren kann, sich in der App zu registrieren. Dabei wurde mir nochmal klar, dass es nicht nur um die technische Umsetzung geht. Rahmenbedingungen spielen eine riesige Rolle – zum Beispiel steuerfreie Zuschläge für Notfälle oder flexiblere Arbeitszeiten. Es ist spannend, solche Themen mitzudenken, weil sie zeigen, wie wichtig die App für das ganze System sein kann.

Was mir auch auffällt: Viele Dinge sind inzwischen Routine geworden. Mails schreiben, recherchieren, Netzwerken – das läuft mittlerweile fast automatisch. Und genau das fühlt sich gut an. Weil es mir zeigt, dass ich dranbleibe, dass es nicht nur eine Idee ist, sondern ein Projekt, das wächst.

Es fühlt sich gerade an, als würde sich wirklich etwas bewegen. Ich bin gespannt, was die nächsten Tage bringen – ich lasse mich überraschen und mache einfach weiter.

Alles Liebe,
Ilka

Warum es für persönliche Assistenten noch kein anerkanntes Berufsbild gibt – und warum das dringend geändert werden muss.

von Ilka Hannig

Dieser Bericht ist entstanden, weil ich immer wieder gefragt werde, warum es für persönliche Assistenten noch immer kein offiziell anerkanntes Berufsbild oder einen verbindlichen Leitfaden gibt. Tatsächlich ist das eine berechtigte Frage – schließlich leisten persönliche Assistenten eine essenzielle Arbeit, die vielen Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Dennoch fehlt es an einer klaren gesetzlichen Grundlage, die diesen Beruf offiziell definiert und anerkennt.

Persönliche Assistenten übernehmen eine Vielzahl von Aufgaben, die je nach Bedarf der assistierten Person variieren. Sie sind nicht nur unterstützend im Alltag tätig, sondern ermöglichen auch die Teilnahme am Arbeitsleben, an Freizeitaktivitäten und an der Gesellschaft insgesamt. Trotz dieser wichtigen Rolle gibt es bislang keine offizielle Ausbildung, kein standardisiertes Berufsbild und keinen gesetzlich geregelten Leitfaden für persönliche Assistenz. Jeder kann diesen Beruf ausüben, unabhängig von Vorerfahrungen oder spezifischer Ausbildung. Während das einerseits Flexibilität bietet, führt es auch zu Unsicherheiten, sowohl für die Assistenten selbst als auch für die assistierten Personen. Es fehlen einheitliche Qualifikationsstandards, was dazu führt, dass die Qualität der Assistenz stark variieren kann. Zudem gibt es keine arbeitsrechtlichen Regelungen, die speziell auf diesen Beruf zugeschnitten sind. Das betrifft Fragen zu Gehalt, Arbeitszeiten, Urlaub oder Fortbildungen.

Besonders problematisch ist, dass die gesetzlichen Regelungen von Bundesland zu Bundesland und von Kostenträger zu Kostenträger unterschiedlich sind. Während einige Regionen erste Ansätze zur Standardisierung verfolgen, fehlt eine bundesweit einheitliche Regelung. Dadurch bleibt der Beruf in vielen Bereichen unterbewertet und wird oft nicht als eigenständige Profession wahrgenommen, sondern eher als eine individuelle Dienstleistung. Das erschwert nicht nur die öffentliche Anerkennung, sondern verhindert auch eine angemessene Bezahlung und langfristige Arbeitsplatzsicherheit für Assistenten.

Ein offizielles Berufsbild für persönliche Assistenten wäre jedoch nicht nur für die Assistenten selbst von Vorteil, sondern auch für Menschen mit Behinderungen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind. Eine gesetzliche Definition und ein verbindlicher Leitfaden würden für mehr Klarheit und Sicherheit sorgen. Assistenten hätten dadurch geregelte Arbeitsbedingungen, eine faire Entlohnung und die Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung. Gleichzeitig würde die Qualität der Assistenz durch gezielte Schulungen und Qualifizierungen verbessert werden. Dadurch würde der Beruf für mehr Menschen attraktiv, was langfristig dem Fachkräftemangel entgegenwirken könnte.

Die bestehenden Gesetze zur Eingliederung und Teilhabe, wie das Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) oder das Bundesteilhabegesetz (BTHG), haben zwar einige Verbesserungen gebracht, enthalten aber keine klaren Vorgaben für persönliche Assistenz als Beruf. Das Arbeitsschutzgesetz und das Mindestlohngesetz gelten zwar auch für persönliche Assistenten, aber sie berücksichtigen nicht die besonderen Arbeitsbedingungen, die mit dieser Tätigkeit verbunden sind. Es braucht eine gesetzliche Definition des Berufsbildes mit klaren Aufgabenbereichen und Mindestanforderungen, eine geregelte Ausbildung oder Qualifizierung, arbeitsrechtliche Standards für Lohn, Arbeitszeiten und soziale Absicherung sowie einen bundesweiten Leitfaden, der für alle Kostenträger verbindlich ist.

Persönliche Assistenz ist ein unverzichtbarer Bestandteil echter Inklusion. Ohne sie wäre ein selbstbestimmtes Leben für viele Menschen mit Behinderungen nicht möglich. Trotzdem fehlt bis heute eine offizielle Anerkennung als Beruf – mit allen Konsequenzen für Assistenten und Assistenznehmer. Es wird Zeit, dass sich das ändert. Eine klare gesetzliche Regelung und ein einheitlicher Leitfaden würden nicht nur die Arbeitsbedingungen für Assistenten verbessern, sondern auch die Qualität der Assistenz steigern und somit die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen stärken.

Ich werde immer wieder gefragt, warum es kein offizielles Berufsbild für persönliche Assistenten gibt – und genau deshalb habe ich diesen Bericht geschrieben. Denn die Frage ist berechtigt, und die Antwort ist klar: Es gibt keinen guten Grund, warum dieser Beruf nicht längst offiziell anerkannt ist. Jetzt ist es an der Zeit, das zu ändern.

Bericht: Warum die Gesetzesgrundlage zur Eingliederung und Erwerbsminderung für Menschen mit körperlichen Einschränkungen modernisiert werden muss


von Ilka Hannig

Echte Inklusion und Teilhabe am Arbeitsmarkt sind für Menschen mit körperlichen Einschränkungen noch immer nicht selbstverständlich. Die bestehenden Gesetze zur Eingliederung und Erwerbsminderung orientieren sich oft nicht an den realen Bedürfnissen der Betroffenen und sind nicht mehr zeitgemäß. Ich bin überzeugt, dass eine Reform notwendig ist, um mehr Menschen mit Behinderungen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen und langfristig ihre Teilhabe zu sichern.

Die aktuelle Situation – ein veraltetes System mit vielen Hürden

Derzeit basiert die Einstufung von Menschen mit Behinderungen im Arbeitsmarkt auf einem System, das stark an Defiziten orientiert ist. Wer als erwerbsgemindert gilt, hat oft nur eingeschränkte Möglichkeiten, einer regulären Arbeit nachzugehen, da viele Hilfesysteme darauf ausgelegt sind, Arbeitsfähigkeit zu begrenzen statt zu fördern.

Das Problem beginnt bereits bei der Feststellung der Erwerbsminderung:

Menschen mit Behinderungen, die arbeiten wollen, laufen Gefahr, als „nicht erwerbsfähig“ eingestuft zu werden, wodurch sie auf Sozialleistungen angewiesen bleiben.

Wer eine Erwerbsminderungsrente bezieht, darf nur begrenzt hinzuverdienen, was den Anreiz zur beruflichen Weiterentwicklung hemmt.

Unterstützungsangebote wie das Budget für Arbeit oder Assistenzleistungen sind oft an starre Regelungen gebunden, die nicht die individuellen Anforderungen des Arbeitsmarkts berücksichtigen.

Arbeitgeber zögern häufig, Menschen mit Behinderungen einzustellen, weil bürokratische Hürden und Unsicherheiten bei Förderungen bestehen.

Diese Strukturen führen dazu, dass viele Menschen mit körperlichen Einschränkungen entweder gar nicht arbeiten können oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen landen. Dadurch geht viel Potenzial verloren – sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesellschaft und die Wirtschaft.

Was sich ändern muss – eine Gesetzesanpassung für echte Inklusion

Damit Menschen mit körperlichen Einschränkungen wirklich in den Arbeitsmarkt integriert werden können, müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen an die heutige Zeit angepasst werden. Dazu gehören:

1. Flexiblere Einstufung der Erwerbsfähigkeit: Menschen sollten nicht allein aufgrund medizinischer Kriterien als „erwerbsgemindert“ eingestuft werden, sondern auch nach ihren tatsächlichen Fähigkeiten mit passenden Unterstützungsangeboten.

2. Abbau finanzieller Einschränkungen: Das Hinzuverdienen zur Erwerbsminderungsrente muss einfacher und attraktiver gestaltet werden, damit Menschen in Arbeit bleiben können, ohne finanzielle Einbußen zu befürchten.

3. Stärkung des Budgets für Arbeit: Dieses sollte für mehr Menschen zugänglich sein und nicht nur für bestimmte Behinderungsgruppen gelten. Es muss flexibler und unbürokratischer gestaltet werden, damit Arbeitgeber es leichter nutzen können.

4. Verbindliche Vorgaben für Inklusion in Unternehmen: Eine echte Verpflichtung zur barrierefreien Gestaltung von Arbeitsplätzen und Anreize für Unternehmen, Menschen mit Behinderungen einzustellen, sind notwendig.

5. Mehr Assistenzmöglichkeiten im Beruf: Viele Menschen mit körperlichen Einschränkungen könnten arbeiten, wenn sie mehr Unterstützung durch Assistenzkräfte bekämen – diese darf nicht als Ausnahme, sondern muss als selbstverständlicher Bestandteil des Arbeitsmarktes gesehen werden.

Fazit – es ist Zeit für eine Veränderung

Die heutigen Gesetze sind nicht auf eine inklusive Arbeitswelt ausgerichtet. Sie müssen modernisiert werden, um Menschen mit Behinderungen nicht nur eine passive Versorgung, sondern echte berufliche Chancen zu bieten. Der Arbeitsmarkt hat sich verändert – Digitalisierung und neue Arbeitsmodelle bieten viele Möglichkeiten, die für Menschen mit Einschränkungen ideal wären, doch die Gesetzeslage hält oft noch an alten Strukturen fest.

Ich glaube, dass eine Reform in diesem Bereich nicht nur Menschen mit Behinderungen zugutekommt, sondern auch der gesamten Gesellschaft. Inklusion darf nicht nur ein theoretisches Ziel bleiben – sie muss sich in der Gesetzgebung widerspiegeln und aktiv gefördert werden.

Wenn aus einer kleinen Idee Realität wird.

Manchmal muss ich echt kurz innehalten und mir bewusst machen, was da gerade passiert. Es fühlt sich irgendwie unglaublich an. Am Anfang war da nur diese kleine Idee, die mir nachts im Bett kam. Ich konnte nicht schlafen, meine Gedanken kreisten, und plötzlich war da dieser Gedanke: „Es müsste doch möglich sein, eine Lösung für Notfälle in der persönlichen Assistenz zu schaffen.“

Damals war es wirklich nur eine vage Vorstellung. Ich hätte nie gedacht, dass ich heute über Roadmaps, Fördermöglichkeiten und die Funktionalität meiner Notfall-Assistenz-App sprechen würde. Dass ich mit einem Team zusammensitze und ganz konkret überlege, wie die App aussehen soll und welche Funktionen sie haben könnte.

Es ist so ein schönes Gefühl, zu merken, dass aus einer Idee langsam etwas Reales wird. Es ist fast ein bisschen magisch, wenn ich ehrlich bin. Vor allem, wenn ich bedenke, dass das Fundament dieser Idee wirklich einfach so nachts im Bett entstanden ist.

Ich habe in den letzten Wochen so viele E-Mails verschickt, mit so vielen Menschen gesprochen und mein Projekt immer wieder vorgestellt. Ich weiß noch genau, wie unsicher ich am Anfang war. Ob das überhaupt jemand ernst nehmen würde? Ob meine Idee wirklich Bestand hat? Und jetzt spüre ich: Ja, das hat sie!

Besonders schön war es heute, als ich gefragt wurde, ob ich bei der Erstellung eines Leitfadens oder sogar eines Berufsbildes für persönliche Assistenten mithelfen möchte. Vielleicht könnte ich sogar Fortbildungen in diesem Bereich mitgestalten. Natürlich habe ich sofort zugesagt! Es tut einfach gut zu sehen, dass sich hier aus eigener Initiative etwas bewegt – und dass ich ein Teil davon sein kann.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so weit komme. Dass ich wirklich sagen kann: „Das hier wird echt!“ Aber genau das passiert gerade. Ich mache einfach weiter, jeden Tag ein bisschen. Manchmal kleine Schritte, manchmal größere. Und irgendwie fügen sich die Dinge zusammen.

Ich lasse mich überraschen, was als Nächstes passiert. Und ich freue mich darauf, euch weiter mitzunehmen auf dieser Reise. Es fühlt sich gerade so gut an, diesen Weg zu gehen – und das Beste daran ist, dass er noch lange nicht zu Ende ist.

Alles Liebe,
Ilka

Inklusion, Teilhabe und persönliche Assistenz – warum mir dieses Thema so wichtig ist.


von Ilka Hannig

Für mich gehören Inklusion, Teilhabe und persönliche Assistenz untrennbar zusammen. Ich lebe jeden Tag damit und merke oft, dass dieses Thema in der Öffentlichkeit und in der Politik kaum Beachtung findet. Manchmal frage ich mich, ob das bewusst passiert oder ob viele einfach nicht wissen, wie sie mit Inklusion und Teilhabe umgehen sollen. Vielleicht schwingt da auch die Angst mit, dass es teuer werden könnte, wenn man sich ernsthaft damit beschäftigt.

Dabei ist genau das Gegenteil der Fall! Das persönliche Budget im Arbeitgebermodell ist ein gutes Beispiel dafür. Es spart dem Staat sogar Geld, weil die Betroffenen – oder besser gesagt die „Nutzer“ – selbst die Organisation übernehmen. Ich erlebe es täglich: Wenn ich meine Assistenzkräfte selbst einstelle und alles eigenständig manage, dann entlaste ich damit das Sozialsystem und gewinne gleichzeitig mehr Selbstbestimmung.

Genau deshalb habe ich die Idee für meine Notfall-Assistenz-App entwickelt. Ich möchte damit nicht nur im Alltag helfen, sondern vor allem das Thema persönliche Assistenz und Inklusion sichtbarer machen. Es geht mir darum, dass diese Themen mehr Lobbyarbeit und Aufmerksamkeit bekommen – denn am Ende geht es immer um das Gemeinwohl und darum, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

Ich weiß, dass viele Menschen, die mit Assistenz leben oder in diesem Bereich arbeiten, sich mehr Anerkennung und Respekt wünschen. Schließlich ist Teilhabe ein Menschenrecht, wie es in der UN-Behindertenrechtskonvention steht. Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam mehr Offenheit schaffen und zeigen, wie viel Potenzial in echter Inklusion steckt.

Mit meiner Notfall-Assistenz-App möchte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten. Mein Ziel ist es, Barrieren abzubauen, neue Wege zu gehen und das Thema Inklusion und persönliche Assistenz in die Mitte der Gesellschaft zu rücken.

Wenn Ideen magisch werden: Neue Impulse, wertvolle Begegnungen und kleine Wunder.

Hallo zusammen,

heute war so ein Tag, an dem ich das Gefühl hatte, dass alles ein bisschen magisch ist. Es sind viele kleine Dinge passiert, die mir zeigen, dass ich auf dem richtigen Weg bin – mit meiner Notfall-Assistenz-App und mit allem, was gerade in meinem Leben passiert.

Ich habe heute unzählige E-Mails verschickt, an Institutionen, Förderer und politische Ansprechpartner. Darunter waren Sozial- und Gesundheitsministerien, Versicherungen und verschiedene Verbände. Jedes Mal, wenn ich meine Idee vorstelle, ist das ein bisschen wie ein Sprung ins kalte Wasser. Aber genau das braucht es wohl, damit aus einer Idee Wirklichkeit werden kann.

In meiner Telegram-Gruppe durfte ich heute neue Mitglieder begrüßen. Es ist immer schön, wenn Menschen dazukommen, die sich für meine App interessieren und ihre eigenen Gedanken dazu beisteuern. Es ist ein bisschen, als würde jede neue Perspektive das Puzzle meiner Idee weiter vervollständigen.

Ein besonderer Moment heute war das Gespräch mit meinem Team. Wir haben ganz konkret über die Funktionalität und das Design der App gesprochen. Es war das erste Mal, dass sich alles so real und greifbar anfühlte. Plötzlich war da dieses Gefühl: „Hier entsteht wirklich etwas Gutes!“. Fast ein bisschen Gänsehaut-Magie, wenn ich ehrlich bin. Es ist verrückt, wie aus einer Idee, die erst nur in meinem Kopf war, langsam etwas Anfassbares wird.

Ich habe heute auch viele Ideen gesammelt und alles in einem PDF-Dokument festgehalten. Manchmal sprudeln die Gedanken einfach so, und ich versuche, alles sofort aufzuschreiben, damit nichts verloren geht. Ich möchte, dass die App nicht nur funktioniert, sondern wirklich einen Unterschied im Alltag der Menschen macht.

Auch auf Social Media war ich heute wieder aktiv. Ich habe meine Netzwerke auf LinkedIn und in meiner Telegram-Gruppe auf dem neuesten Stand gehalten. Es braucht immer ein bisschen Mut, so offen über meine Ideen zu sprechen, aber das Feedback ist so wertvoll. Es zeigt mir, dass meine Idee nicht nur in meinem Kopf Sinn macht, sondern auch bei anderen ankommt.

Ein ganz besonderer Moment kam heute Abend: Ich wurde in einer Telegram-Gruppe für Assistenznehmer gefragt, ob ich mithelfen möchte, einen Leitfaden oder sogar ein Berufsbild für persönliche Assistenten zu erstellen. Vielleicht könnte ich auch Fortbildungen für diesen Bereich mitentwickeln. Klar, da bin ich dabei! Ich finde es gerade so spannend und ermutigend zu sehen, dass sich da etwas bewegt – und das aus eigener Initiative heraus. Es ist genau dieses Gefühl, dass gemeinsam etwas Gutes entstehen kann, das mir so viel Energie gibt.

Am Abend habe ich mir dann bewusst eine kleine Pause gegönnt. Nach all den Mails, Gesprächen und Gedanken über die App musste ich einfach mal durchatmen. Ich lag auf dem Sofa, habe Musik gehört und den Gedanken freien Lauf gelassen. Es tat gut, einfach mal still zu werden und die kleinen magischen Momente des Tages zu spüren.

Ich freue mich schon auf morgen und darauf, welche neuen Türen sich öffnen. Manchmal braucht es nur einen kleinen Funken, um etwas Großes zu entfachen – und ich glaube, heute war so ein Funke dabei.

Alles Liebe,
Ilka