Manchmal beginnt ein Neuanfang mit einem Blick auf einen See

Tagesnotiz – 15.06.2026

Heute bin ich ziemlich früh in den Tag gestartet.
Gemeinsam mit einigen meiner persönlichen Assistent:innen habe ich mich auf den Weg in den Spreewald gemacht. Nicht für einen Termin, nicht für ein Projekt und nicht für irgendeine Verpflichtung – sondern einfach, um mal rauszukommen, den Kopf frei zu bekommen und Zeit miteinander zu verbringen.
Gerade im Arbeitgebermodell verbringen wir viele Stunden miteinander. Wir organisieren gemeinsam den Alltag, meistern Herausforderungen und erleben oft auch schwierige Situationen zusammen. Umso wichtiger finde ich es, sich manchmal außerhalb des normalen Alltags kennenzulernen.
Nach einer etwas abenteuerlichen Anfahrt sind wir schließlich gut angekommen.
Die Zufahrt war stellenweise etwas holprig und ich habe kurz gedacht: „Hoffentlich kommen wir mit dem Rollstuhl da überhaupt durch.“ Aber am Ende hat alles geklappt und die Reise hat sich schon jetzt gelohnt.
Unser kleines Ferienhaus liegt mitten in der Natur auf einem Campingplatz direkt an einem kleinen See.
Und ehrlich?
Ich mag es hier.
Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich Wasser, Bäume und ganz viel Ruhe. Keine Hektik. Kein Großstadtlärm. Kein ständiges Klingeln vom Telefon.
Nur Natur.
Es fühlt sich gemütlich an. Unkompliziert. Echt.
Und vielleicht ist genau das das Schönste daran.
Die letzten Monate waren geprägt von vielen Veränderungen, Entscheidungen und Herausforderungen. Oft musste ich funktionieren, organisieren und Verantwortung übernehmen.
Heute habe ich das Gefühl, einfach mal ankommen zu dürfen.
Ich glaube, diese Woche kommt genau zum richtigen Zeitpunkt.
Nicht, weil plötzlich alle Probleme verschwunden sind.
Sondern weil ich spüre, dass es Zeit ist, wieder Kraft zu sammeln, durchzuatmen und den Blick nach vorne zu richten.
Vielleicht ist das hier kein großer Neuanfang.
Aber vielleicht ist es genau der Ort, an dem ein neuer Abschnitt beginnen darf.
Und das fühlt sich gerade richtig gut an.
Alles Liebe
Ilka 🌿

„Manchmal passiert äußerlich wenig – und innerlich trotzdem ganz viel.“

Tagesnotiz – 11. & 12.06.2026

Die letzten beiden Tage waren eher ruhig.

Ich habe viel gelesen, mich informiert und mich intensiv mit Themen beschäftigt, die für meinen Verein AssistenzGestalten e.V. wichtig sind. Manchmal besteht Vereinsarbeit eben nicht nur aus Treffen, Projekten oder Veranstaltungen, sondern auch aus Recherche, Lernen und dem Versuch, die richtigen nächsten Schritte vorzubereiten.

Ansonsten habe ich mir heute bewusst etwas Ruhe gegönnt und einige Filme geschaut.

Und ehrlich gesagt war das auch mal nötig.

In den vergangenen Monaten war mein Leben oft geprägt von Entscheidungen, Verantwortung, Bürokratie und vielen Herausforderungen. Da tut es gut, zwischendurch einfach mal einen Gang herunterzuschalten.

Ansonsten warte ich weiterhin auf eine Nachricht vom Amtsgericht Charlottenburg beziehungsweise vom Vereinsregister.

Die letzten Unterlagen sind eingereicht, vieles ist erledigt und nun heißt es erstmal abwarten.

Auch das gehört manchmal dazu.

Man gibt alles, arbeitet Schritt für Schritt seine Aufgaben ab – und irgendwann kommt der Punkt, an dem man nichts mehr tun kann, außer Geduld zu haben.

Und genau deshalb freue ich mich gerade auf die kommende Woche.

Morgen werde ich erstmal eine kleine Tasche packen und am Montag für drei Tage in den Spreewald fahren.

Ein kleines Ferienhaus.Ein bisschen Natur.Ein bisschen Abstand vom Alltag.

Einfach durchatmen.

Ich glaube, nach den vergangenen Monaten habe ich mir diese kleine Auszeit wirklich verdient.

Und manchmal entstehen die besten Ideen genau dann, wenn man aufhört, ständig nach ihnen zu suchen.

Alles LiebeIlka 🌿

„Manchmal ist eine Pause kein Rückzug – sondern die Voraussetzung, um weiterzugehen.“

Tagesnotiz – 10.06.2026

„Manchmal ist eine Pause kein Rückzug – sondern die Voraussetzung, um weiterzugehen.“

Heute war ein ruhiger, aber guter Tag.
Ich habe mich auf meinen Social-Media-Kanälen bewegt, Kontakte gepflegt, Nachrichten beantwortet und mich mit Menschen aus meinem Netzwerk ausgetauscht. Nach den letzten Wochen merke ich, wie wichtig dieser Austausch für mich geworden ist.

Gleichzeitig habe ich heute eine Entscheidung getroffen, auf die ich mich sehr freue:
Nächste Woche fahre ich für drei Tage in ein Ferienhaus nach Brandenburg.
Einfach mal raus.
Einfach mal durchatmen.
Und ehrlich gesagt wird es Zeit dafür.

Das letzte halbe Jahr war geprägt von Veränderungen, Konflikten, Unsicherheiten und vielen Entscheidungen, die alles andere als leicht waren. Manche davon waren hart. Manche haben Menschen nicht gefallen. Manche wurden nicht verstanden.
Aber sie waren notwendig.

Denn am Ende ging es um mein Leben, meine Versorgung und die Stabilität meines Persönlichen Budgets.
Und Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen bedeutet manchmal auch, Entscheidungen zu treffen, die nicht jedem gefallen.

Genau hier liegt aus meiner Sicht oft eines der größten Probleme im Persönlichen Budget.
Nach außen wird man häufig als „normaler Arbeitgeber“ betrachtet.

In der Realität sieht das jedoch oft anders aus.
Man bewegt sich innerhalb enger Vorgaben, ist abhängig von Entscheidungen der Kostenträger, von gesetzlichen Rahmenbedingungen und von der Finanzierung durch öffentliche Gelder. Gleichzeitig trägt man als Budgetnehmer die Verantwortung für Personal, Dienstplanung, Ausfälle, Konflikte, Bürokratie und die eigene Versorgung.
Und wenn etwas schiefläuft, steht man oft ziemlich allein da.

Was viele nicht sehen, ist der emotionale Ballast, den man dabei mitträgt.
Die Sorgen. Die Verantwortung. Die Angst, dass Versorgung ausfällt. Die ständige Suche nach Lösungen.
Für vieles davon gibt es kaum Unterstützung.
Und trotzdem wird erwartet, dass man funktioniert. Dass man organisiert. Dass man stark bleibt. Dass man möglichst keine Fehler macht.
Deshalb merke ich gerade sehr deutlich:
Es ist Zeit für eine kleine Pause.
Nicht, weil ich aufgebe.
Sondern weil ich Kraft sammeln möchte.
Denn nach diesen drei Tagen werde ich zurückkommen.

Mit neuen Ideen. Mit neuer Energie. Und mit dem festen Willen, mit AssistenzGestalten e.V. weiterhin auf die Themen aufmerksam zu machen, die viele Menschen bewegen.
Denn eines habe ich in den letzten Monaten gelernt:

Aufgeben ist keine Option.
Alles Liebe
Ilka

PersönlichesBudget #Selbstbestimmung #PersönlicheAssistenz #Inklusion #AssistenzGestalten #Teilhabe #Neustart #LinkedInCommunity :::d

„Manchmal macht mir nicht das Angst, was beschlossen wurde – sondern das, was vielleicht noch kommen könnte.“

Nachtgedanken – 09./10.06.2026

Hallo ihr Lieben,

in den letzten Tagen wurde ich mehrfach gefragt, warum ich derzeit so ruhig bin.
Die Antwort darauf ist eigentlich ganz einfach:
Weil ich nachdenke.
Sehr viel nachdenke.
In den vergangenen Tagen habe ich mich intensiv mit den aktuellen Diskussionen rund um die Zukunft der Eingliederungshilfe, die persönliche Assistenz, die Pflege und mögliche Reformen im Sozialbereich beschäftigt.
Und ehrlich gesagt lässt mich vieles davon nicht los.
Dabei geht es gar nicht darum, dass bereits alles beschlossen wäre. Vieles befindet sich noch in Diskussionen, Arbeitsgruppen oder politischen Überlegungen.
Aber genau das macht es für mich manchmal so schwierig.
Man hört vieles. Man liest vieles. Es werden Veränderungen angekündigt. Es wird von Reformen gesprochen. Von Einsparungen. Von neuen Regelungen. Von mehr Effizienz.
Und irgendwo zwischen all diesen politischen Begriffen sitzen Menschen wie ich und fragen sich:
Was bedeutet das eigentlich für unser Leben?
Denn für viele Menschen mit Behinderungen sind Themen wie Assistenz, Hilfsmittel, Pflege oder Teilhabeleistungen keine abstrakten politischen Diskussionen.
Sie sind Alltag.
Sie entscheiden darüber, ob man selbstbestimmt leben kann. Ob man arbeiten kann. Ob man am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann. Oder ob man wieder stärker von anderen abhängig wird.
Und genau deshalb beschäftigen mich diese Entwicklungen gerade so sehr.
Natürlich verstehe ich, dass gespart werden muss. Natürlich verstehe ich, dass Politik Verantwortung für öffentliche Finanzen trägt.
Aber ich frage mich oft, ob dabei immer ausreichend berücksichtigt wird, welche Folgen bestimmte Entscheidungen für die Betroffenen haben können.
Manchmal wünsche ich mir, dass die Menschen, die solche Konzepte entwickeln, einen Tag lang unseren Alltag erleben könnten.
Einen Tag mit persönlicher Assistenz. Einen Tag mit Hilfsmittelversorgung. Einen Tag mit Anträgen, Gutachten, Kostenträgern und Bürokratie.
Nicht aus Bosheit.
Sondern weil viele Zusammenhänge erst verständlich werden, wenn man sie selbst erlebt.
Vielleicht würden manche Diskussionen dann anders geführt werden.
Vielleicht würde man manche Entscheidungen anders bewerten.
Vielleicht würde man stärker erkennen, dass Teilhabe kein Luxus ist.
Sondern ein Grundrecht.
Und ja, wenn ich ehrlich bin, machen mir manche Entwicklungen Angst.
Nicht, weil ich grundsätzlich Veränderungen ablehne.
Sondern weil ich mir wünsche, dass Veränderungen das Leben von Menschen verbessern – und nicht zusätzlich erschweren.
Trotzdem möchte ich die Hoffnung nicht verlieren.
Denn ich glaube weiterhin daran, dass Dialog möglich ist.
Dass Betroffene gehört werden können.
Und dass gute Lösungen entstehen, wenn Politik nicht nur über Menschen spricht, sondern mit ihnen.
Vielleicht waren das heute einfach meine Nachtgedanken.
Gedanken zwischen Sorge und Hoffnung. Zwischen Realität und Zukunft.
Und vielleicht auch die Erklärung dafür, warum ich derzeit etwas leiser bin.
Alles Liebe
Ilka
#

Teilhabe #Inklusion #PersönlicheAssistenz #Selbstbestimmung #Behindertenpolitik #Eingliederungshilfe #Gedanken #LinkedInCommunity

„Manchmal beginnt ein guter Tag mit den kleinen Dingen, die das Leben leichter machen.“

🗓️ Tagesnotiz – 02.06.2026

Heute kann ich zum ersten Mal seit einigen Tagen sagen: Mir geht es gesundheitlich wieder deutlich besser.

Die letzten Tage habe ich bewusst genutzt, um zur Ruhe zu kommen, viel Zeit draußen zu verbringen und mich ein wenig zu erden. Nach den vergangenen Wochen und Monaten voller Herausforderungen habe ich gemerkt, wie gut mir genau das tut.

Ich habe meine kleine Terrasse etwas gemütlicher gemacht, Pflanzen gerückt, dekoriert und einen Ort geschaffen, an dem ich einfach mal durchatmen kann.
Besonders viel Freude hat mir gemacht, für meine kleinen Samtpfoten eine kleine Außenvoliere zu bauen. Es war schön zu sehen, wie neugierig sie alles erkunden und wie viel Freude ihnen diese kleine Erweiterung ihrer Welt bereitet.

Heute war außerdem das Sanitätshaus bei mir. Mein neuer Lifter für das Badezimmer wurde eingerichtet und angepasst. Für viele mag das nach einer Kleinigkeit klingen, für mich bedeutet es jedoch ein großes Stück mehr Selbstständigkeit und Erleichterung im Alltag.
Zusätzlich wurde mein E-Rollstuhl gewartet. Auch das sind diese unsichtbaren Dinge, die für viele selbstverständlich erscheinen, für mich aber die Grundlage dafür sind, mein Leben selbstbestimmt gestalten zu können.

Nebenbei habe ich heute noch einiges für AssistenzGestalten e.V. gelesen, mich mit aktuellen Themen beschäftigt und mich um meine Social-Media-Kanäle gekümmert.
Und während ich jetzt auf diesen Tag zurückblicke, merke ich:
Es müssen nicht immer die großen Ereignisse sein.

Manchmal reicht es, wenn die Gesundheit zurückkommt. Wenn der Alltag ein kleines Stück leichter wird. Wenn man Zeit draußen verbringt. Wenn die Katzen zufrieden sind. Und wenn man am Abend sagen kann:
Heute war ein guter Tag.
Alles Liebe
Ilka 🌿

„Manchmal erinnert einen der Körper daran, dass man nicht alles kontrollieren kann.“

Tagesnotiz – 27. & 28.05.2026


Die letzten zwei Tage war es hier ungewöhnlich still.
Und ehrlich gesagt hatte das einen ganz einfachen Grund: Mich hat es komplett ausgebremst.
Irgendwie hatte ich mir den Magen verdorben und plötzlich ging gar nichts mehr.
Mein Kreislauf spielte völlig verrückt, mir war dauerhaft übel und gefühlt blieb nichts in mir drin. Am besten beschreiben kann ich es wahrscheinlich mit einem Gefühl von Seekrankheit — nur ohne Schiff.
Jede Bewegung war anstrengend. An Konzentration war kaum zu denken. Und mein Körper hat mir sehr deutlich gezeigt, dass jetzt erstmal nichts anderes wichtig ist als Ruhe.
Keine Termine. Keine großen Projekte. Keine langen Texte.
Einfach nur versuchen, wieder auf die Beine zu kommen.
Und manchmal fällt mir genau das schwer.
Weil ich eigentlich jemand bin, der immer weitermacht. Der organisiert. Der plant. Der Lösungen sucht.
Doch die letzten Tage musste ich akzeptieren, dass es Momente gibt, in denen man nicht kämpfen oder organisieren kann. Momente, in denen der Körper einfach die Notbremse zieht.
Also habe ich mich ausgeruht. Viel geschlafen. Viel Wasser getrunken. Und versucht, meinem Körper die Zeit zu geben, die er gerade braucht.
Zum Glück geht es langsam wieder etwas besser.
Deshalb wollte ich heute einfach kurz ein Lebenszeichen da lassen und erklären, warum es hier die letzten Tage so ruhig war.
Manchmal läuft das Leben eben nicht nach Plan. Und manchmal besteht die wichtigste Aufgabe des Tages einfach darin, wieder gesund zu werden.
Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen wieder vollständig fit bin und mit neuer Kraft weitermachen kann.
Bis dahin passe ich weiterhin gut auf mich auf.
Alles Liebe
Ilka 🌿

„Langsam fühlt sich das Leben wieder leicht an.“

Tagesnotiz vom 26.05.2026

Die letzten vier Tage waren für mich irgendwie etwas Besonderes.
Nicht wegen großer Ereignisse. Nicht wegen riesiger Erfolge. Sondern weil ich einfach viel draußen war, das schöne Wetter genießen konnte und mir erlaubt habe, mal wieder bewusst kleine schöne Momente wahrzunehmen.

Es war ein wirklich schönes Pfingstwochenende.
Ich habe viel frische Luft gehabt, leckeres Essen genossen, schöne Gespräche geführt und gemerkt, wie gut es mir eigentlich tut, einfach mal wieder ein bisschen mehr am Leben teilzunehmen — ohne ständig nur funktionieren zu müssen.

Und ehrlich? Genau das habe ich lange gebraucht.
Nach den letzten schweren Monaten fühlt sich selbst so etwas Einfaches wie Sonne im Gesicht, draußen sitzen oder entspannt essen gehen plötzlich wieder wertvoll an.

Heute Vormittag habe ich mich erstmal noch etwas ausgeruht, weil ich letzte Nacht irgendwie kaum schlafen konnte. Manchmal merkt man erst in ruhigen Momenten, wie viel Gedanken und Emotionen eigentlich noch in einem arbeiten.
Aber ich versuche inzwischen auch, mir diese Ruhe wirklich zu erlauben. Nicht immer stark sein zu müssen. Nicht immer sofort weitermachen zu müssen.

Ab dem Nachmittag habe ich dann trotzdem noch einiges für meinen Verein AssistenzGestalten e.V. erledigt. Und ich merke immer mehr: Langsam kommt wieder Struktur in mein Leben. Nicht perfekt. Aber Schritt für Schritt.
Außerdem hatte ich heute Krankengymnastik, war einkaufen und noch etwas spazieren. Und während ich draußen unterwegs war, hatte ich plötzlich kurz dieses Gefühl von: „Ja… vielleicht wird langsam wirklich wieder alles etwas leichter.“
Nicht weil plötzlich alle Probleme weg sind. Sondern weil ich wieder anfange, zwischendurch zu leben — und nicht nur zu kämpfen.

Und vielleicht ist genau das gerade mein größter Fortschritt.

Alles Liebe
Ilka 🌿

„Manchmal merkt man erst nach schweren Zeiten, wie viel Kraft eigentlich noch in einem steckt.“

Tagesnotiz – 22.05.2026

Heute war ein Tag, an dem sich endlich wieder vieles nach Bewegung angefühlt hat.
Ich habe heute unglaublich viel für meinen Verein in Gründung AssistenzGestalten e.V. gemacht — und ehrlich gesagt tat es gut, wieder so aktiv daran arbeiten zu können.

Nach längerer Zeit gab es heute endlich wieder ein Vereinstreffen. Und während wir zusammensaßen, gesprochen, organisiert und geplant haben, habe ich gemerkt, wie wichtig mir dieses Projekt eigentlich geworden ist.
Denn AssistenzGestalten ist inzwischen nicht mehr einfach nur eine Idee. Es ist ein Teil meines Weges geworden. Ein Teil meiner Vision. Und vielleicht auch ein Teil meiner eigenen Geschichte.

Ich habe heute außerdem die letzten Unterlagen für das Vereinsregister fertig gemacht, E-Mails verschickt und viele organisatorische Dinge vorbereitet, die die letzten Monate liegen geblieben waren.
Und ehrlich? Vor ein paar Monaten hätte ich vermutlich selbst nicht geglaubt, dass ich irgendwann wieder hier sitze und all diese Dinge mit neuer Kraft angehe.

Zusätzlich habe ich heute wieder angefangen, neue Kontakte über Social Media zu knüpfen und alte Verbindungen langsam wieder aufzubauen. Und ich merke immer mehr: Wenn man sich nach schweren Zeiten langsam wieder öffnet, entstehen plötzlich wieder Möglichkeiten, Begegnungen und neue Perspektiven.

Am Nachmittag war ich dann noch mit meinem 2. Vorsitzenden essen. Und auch das tat einfach gut.

Nicht nur wegen des Essens oder der Gespräche über den Verein. Sondern weil ich gemerkt habe, wie wichtig Menschen sind, die bleiben. Menschen, mit denen man gemeinsam Ideen tragen, Krisen überstehen und trotzdem weiter nach vorne schauen kann.
Die letzten Monate haben mir vieles genommen. Aber sie haben mir auch gezeigt, wer wirklich da ist. Und vielleicht lernt man genau darin, was echte Stabilität eigentlich bedeutet.

Heute gehe ich jedenfalls mit einem guten Gefühl schlafen.
Nicht, weil plötzlich alles leicht ist. Sondern weil ich langsam wieder das Gefühl habe, meinen Platz im Leben zurückzuerobern.
Schritt für Schritt. Mit Narben. Mit Erfahrung. Aber auch wieder mit Hoffnung.

Alles Liebe
Ilka 🌿

„Manchmal bedeutet Heilung auch, das eigene Leben Stück für Stück wieder zurückzuerobern.“

Tagesnotiz – 21.05.2026

Heute war ein etwas ruhigerer Tag.
Und ehrlich gesagt tat mir genau das gerade auch ganz gut.

Denn neben all den Gedanken, Gesprächen und Themen rund um Assistenz, Politik und Zukunft musste ich mich heute vor allem um einiges Privates kümmern.

In den letzten Monaten habe ich unglaublich viel in meinem Leben neu sortiert. Manches freiwillig. Manches gezwungenermaßen. Und einiges davon muss ich jetzt Schritt für Schritt noch zu Ende regeln.

Unter anderem musste ich heute weiter meinen Wechsel zu einem neuen Lohnbüro organisieren und vorbereiten. Und auch wenn viele gar nicht sehen, wie viel Kraft solche organisatorischen Dinge kosten — gerade im Arbeitgebermodell hängt an solchen Entscheidungen oft unglaublich viel Verantwortung dran.

Außerdem habe ich mir heute endlich ein neues Rezept für meine Krankengymnastik besorgt. Und ich glaube, kaum jemand kann nachvollziehen, wie erleichtert ich darüber bin, endlich wieder jemanden gefunden zu haben, der zu mir nach Hause kommt.

Gerade in den letzten Monaten habe ich gemerkt, wie wichtig gute Unterstützung und funktionierende Strukturen für mein Leben eigentlich wirklich sind.

Ich habe außerdem viele neue Hilfsmittel beantragt, einiges bewilligt bekommen und mich durch unglaublich viel Bürokratie gekämpft. Und ehrlich? Manchmal fühlt sich genau das schon wie ein Vollzeitjob an.
Aber ich merke heute auch: Viele dieser Dinge waren dringend notwendig.

Nicht nur organisatorisch. Sondern damit mein Leben weiterhin wirklich mein Leben bleibt.
Damit ich meinen Weg weitergehen kann. Selbstbestimmt. Mit Würde. Und mit der Möglichkeit, trotz allem weiter nach vorne zu schauen.

Ich weiß, dass mein Neustart und manche meiner Entscheidungen nicht jedem gefallen haben.
Und ja — einige Entscheidungen waren radikal. Vielleicht auch nicht immer für jeden nachvollziehbar.
Aber sie waren notwendig.
Denn irgendwann kommt der Punkt, an dem man entscheiden muss: Bleibt man in alten Strukturen, die einen langsam kaputt machen? Oder hat man den Mut, alles neu aufzubauen — selbst wenn man dabei Menschen verliert oder auf Unverständnis stößt?

Ich habe mich für den Neustart entschieden.
Nicht, weil es leicht war. Sondern weil ich irgendwann gemerkt habe, dass ich mich selbst dabei verloren hatte.
Und heute kann ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder sagen: Ich bin wieder ein kleines Stück mehr ich selbst.
Ich bin wieder da. Und ich gebe nicht auf.
Und vielleicht ist genau das inzwischen das Wichtigste: Nicht mehr ständig danach zu schauen, was andere denken. Sondern endlich wieder darauf zu achten, wie es mir eigentlich geht.

Und wisst ihr was? Ich finde… ich mache das gerade eigentlich ganz gut.
Alles Liebe
Ilka 🌿

„Zwischen politischen Versprechen und der Realität des Alltags liegen oft Welten.“

Tagesnotiz – 21.05.2026

Hallo 🌿

Gestern habe ich sehr viel gelesen. Nicht einfach nur oberflächlich — sondern wirklich intensiv versucht, mir selbst ein persönliches Bild von der aktuellen politischen Situation rund um das Persönliche Budget zu machen.

Und ehrlich?
Was ich dabei für mich festgestellt habe, war ziemlich ernüchternd.

Es wird unglaublich viel geredet. Es wird angekündigt. Es wird gesagt, dass alles besser werden soll. Dass Veränderungen kommen. Dass die Situation verbessert wird.
Aber wenn man genauer hinschaut, ist politisch eigentlich noch erstaunlich wenig wirklich entschieden.
Die neue Weisung zum Persönlichen Budget in Berlin ist bis heute noch immer nicht da. Und auch beim Thema Löhne herrscht weiterhin Unsicherheit.

Denn Fakt ist: Im Arbeitgebermodell müssen viele Assistent:innen in Berlin aktuell noch immer nach EG 3 bezahlt werden — obwohl monatelang überall erzählt wurde, dass man ab April wieder nach EG 5 zahlen dürfe.
Aber beschlossen? Ist das bisher eben noch nicht wirklich.

Und genau das ist das Problem.
Man hält Betroffene irgendwie hin. Mit Hoffnung. Mit Ankündigungen. Mit „Es wird kommen.“ Mit „Wir arbeiten daran.“
Doch die Realität im Alltag sieht oft ganz anders aus.

Denn während politisch diskutiert wird, kämpfen Menschen im Persönlichen Budget jeden einzelnen Tag darum, überhaupt noch Personal zu finden.

Und es wird zunehmend schwerer, Assistent:innen zu erklären, warum die Lohnunterschiede zwischen Pflege und persönlicher Assistenz teilweise so extrem auseinandergehen.
Wie soll man Menschen langfristig halten, wenn sie an anderen Stellen deutlich mehr verdienen können — obwohl die Verantwortung und Belastung oft ähnlich hoch ist?
Gestern habe ich mich darüber auch intensiv mit meinem Business-Team ausgetauscht. Und genau dort wurde nochmal deutlich, wie groß die Unsicherheit momentan eigentlich ist — nicht nur bei mir persönlich, sondern bei vielen Menschen, die im Bereich persönliche Assistenz Verantwortung tragen oder neue Strukturen aufbauen wollen.

Meine persönliche Intuition sagt mir inzwischen, dass vieles davon auch mit dem neuen Teilhabegesetz zusammenhängt, das kommen soll.
Aber Klarheit spricht niemand wirklich aus.

Es wirkt eher so, als würde man warten. Beobachten. Verschieben. Offenlassen.
Und genau diese Unsicherheit macht etwas mit den Menschen.
Mit Assistenznehmer:innen. Mit Arbeitgeber:innen im Persönlichen Budget. Aber auch mit den Assistent:innen selbst.
Denn wir reden hier nicht über irgendein abstraktes politisches Thema. Wir reden über unseren Alltag. Über Versorgung. Über Selbstbestimmung. Über Sicherheit. Über Menschenleben.

Und manchmal wünsche ich mir einfach mehr Ehrlichkeit. Mehr Klarheit. Und vor allem Entscheidungen, die auch wirklich bei den Betroffenen ankommen.

Alles Liebe
Ilka 🌿