Bei mir ankommen.

Tagesnotiz – 05.01.2026

Bei mir ankommen.

Heute möchte ich ein paar persönliche Zeilen dalassen.

Ich habe heute Entscheidungen getroffen, die nicht leicht waren. Entscheidungen, bei denen ich bewusst keine Erklärungen mehr gegeben habe. Nicht, weil mir Menschen egal sind – sondern weil es gerade um mich geht. Um mein Leben. Um meine Assistenz. Um meine Kraft.

Ich weiß, dass meine Entscheidungen nicht jedem gefallen werden.

Aber ich habe gemerkt: Wenn ich es allen recht machen will, verliere ich mich selbst. Und das darf nicht mehr passieren. Ich muss darauf achten, dass es mir gut geht – alles andere kommt danach.

Nächste Woche wird mein neuer Deckenlifter eingebaut. Allein dieser Gedanke gibt mir ein kleines Stück Sicherheit zurück. Außerdem kommt jemand vom Amt zu mir, um über mein Budget zu sprechen.
Bis dahin wartet viel Bürokratie – und ehrlich gesagt auch ein großes Bedürfnis nach Schlaf und Ruhe.

Ich war heute lange spazieren. Habe meine Gedanken sortiert, tief geatmet und mir selbst ein bisschen näher zugehört.

Manchmal sind es genau diese stillen Momente, die helfen, wieder klar zu sehen.
Ich gehe Schritt für Schritt weiter. Nicht perfekt. Nicht laut.
Aber ehrlich – und bei mir.

Alles Liebe
Ilka 🌿

Heute war ein Tag, der leise begann und schwer endete.

Tagesnotiz – 29. Dezember 2025

Am Vormittag habe ich viel telefoniert – mit der Krankenkasse wegen der Lifter-Thematik, aber auch mit anderen wichtigen Menschen. Gespräche, die notwendig sind, weil ich für mich Entscheidungen treffen muss. Entscheidungen ohne Angst, oder zumindest mit weniger Angst. Das ist gerade nicht leicht, aber nötig.

Am Nachmittag bin ich lange spazieren gegangen. Einfach laufen, atmen, den Kopf ein bisschen freier bekommen. Danach bin ich zu meinem Mann gefahren. Es geht ihm nicht gut. Der Tod des Assistenten hat ihn sehr getroffen. Wir haben viel geredet, still zusammengesessen, gemeinsam mit seiner Mama zu Abend gegessen. Diese Nähe war wichtig.

Später habe ich ihn mit zu mir genommen. Jetzt schläft er hier. Und ich sitze da und denke nach.

Heute wurde mir wieder schmerzhaft bewusst, wie kurz das Leben ist. Wie nebensächlich so viele Dinge plötzlich wirken, über die man sich sonst Sorgen macht. Und wie brutal ungerecht manche Krankheiten sind. Krebs ist und bleibt ein Arschloch. Er nimmt viel zu oft die Menschen, die noch gebraucht werden. Die mit dem großen Herzen.

Solche Tage erden. Sie tun weh. Aber sie erinnern auch daran, worauf es wirklich ankommt: Nähe, Zeit, Menschlichkeit.
Alles Liebe
Ilka 🌻

Manche Tage sind einfach schwer.

Tagesnotiz – 28.12.2025

Echt mal – was ist das bitte für ein blöder Dezember.

Heute haben mein Mann und ich erfahren, dass ein ganz lieber Assistent von ihm gestern plötzlich verstorben ist. Diese Nachricht kam völlig unerwartet und hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen. Die Stimmung war den ganzen Tag über gedrückt, still, irgendwie fassungslos. Es gibt Tage, da fühlt sich alles einfach zu viel an – und heute war so einer.

Trotzdem habe ich mich hingesetzt und fast den ganzen Tag an der Jahresabrechnung für mein Persönliches Budget gearbeitet. Seite um Seite, Zahl um Zahl. Der größte Teil ist geschafft, darauf bin ich auch ein kleines bisschen stolz. Ein kleiner Rest wird ins neue Jahr rutschen müssen, einfach weil Menschen im Urlaub sind und manches gerade nicht geklärt werden kann. Manchmal geht es eben nicht anders – auch wenn ich es gern „rund“ gehabt hätte.

Irgendwann war einfach Schluss. Ich war froh, endlich im Bett zu liegen, den Kopf aufs Kissen zu legen und nichts mehr zu müssen. Heute hatte ich die Nase voll – von Organisation, von Verantwortung, von diesem Dezember, der irgendwie nicht enden will.

Ich hoffe sehr, dass morgen ein bisschen leichter wird. 🌙

Alles Liebe Ilka

Klarer Kopf, klare Schritte

Tagesnotiz – 27.12.2025 |


Heute war ich ziemlich lange draußen. Zum einen ganz praktisch – einkaufen, weil mein Kühlschrank wirklich Hunger hatte. Zum anderen, weil ich diesen Spaziergang gebraucht habe, um meine Gedanken zu sortieren. Die klare Luft hat mir gutgetan.


In mir bewegt sich gerade einiges. Auf diesem Weg draußen habe ich angefangen, innerlich einen kleinen Plan für die ersten vier Wochen im neuen Jahr zu machen. Schritt für Schritt. Erst einmal Informationen sammeln, Gespräche vorbereiten, Klarheit schaffen – damit ich mich wieder sicherer und wohler in meinem eigenen Leben fühlen kann.

Vielleicht klingt das für manche merkwürdig, aber ehrlich gesagt: Dieses ständige „in der Luft hängen“, vertröstet werden, keine klaren Gespräche, keine Bescheide – das ist nicht fair. Es gab Gespräche, die wichtig gewesen wären. Entscheidungen, die längst hätten fallen sollen. Auch Ablehnungen wären wenigstens klar. Dieses Schweigen und Warten zermürbt.


Ich merke: Es ist Zeit, dass Lösungen folgen. Zeit, dass man mit mir spricht, mich sieht und ernst nimmt. Und wenn das nicht von allein passiert, dann verschaffe ich mir jetzt Gehör – ruhig, klar und Schritt für Schritt.


Gegen Mittag habe ich erst einmal etwas gegessen. Danach war ich bei meinem Mann, und wir haben den Rest des Tages gemeinsam verbracht. Still, nah, gut.

Manchmal beginnt ein neuer Abschnitt nicht mit großen Ansagen, sondern mit einem langen Spaziergang und dem Entschluss, sich selbst wieder ernst zu nehmen.
Alles Liebe
Ilka

Zwischen Feiertag und Verantwortung.

Tagesnotiz – 26.12.2025 |

Auch wenn heute der zweite Weihnachtsfeiertag war, habe ich ein kleines Stück Bürokratie erledigt. Nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil es mir innerlich Ruhe gibt. Ich habe die erste Hälfte meiner Jahresabrechnung für mein Persönliches Budget fertiggestellt und per Mail an meinen Bearbeiter beim LAGeSo geschickt. Die zweite Hälfte folgt in den nächsten Tagen. Schritt für Schritt, im Rahmen meiner Möglichkeiten. Mehr geht gerade nicht – und das ist okay.

Danach durfte der Tag wieder weich werden. Es gab nette Gesellschaft zum Kaffee trinken, gute Gespräche und dieses angenehme Gefühl, nicht allein zu sein. Später haben wir gemeinsam gekocht, gegessen, ein bisschen ferngesehen. Nichts Besonderes – und genau deshalb so wertvoll.

Irgendwann bin ich dann ziemlich schnell eingeschlafen. Der Körper hat sich genommen, was er brauchte. Ruhe. Pause. Durchatmen.
Zwischen all den Anforderungen, Formularen und Erwartungen sind es genau diese stillen Momente, die mich tragen. 🌿

Alles Liebe Ilka

Zwischen den Tagen – leise Gespräche und viel Wahrheit

Tagesnotiz – 25. Dezember 2025

Der 25. Dezember war für mich ein stiller, friedlicher Tag. Ich habe bewusst entschieden, heute keine privaten Anrufe anzunehmen – nur für echte Notfälle. Menschen und Themen, die mir gerade nicht guttun, habe ich in mein inneres „Teflon-Archiv“ geschoben. Nicht aus Trotz, sondern aus Selbstfürsorge.

Den ganzen Tag war ich bei meinem Mann. Wir haben gegessen, geredet, Filme geschaut. Leise, gemütlich, ohne Druck. In diesen ruhigen Momenten sind wir auf eine sehr prägende Zeit meines Lebens gekommen: die Jahre, in denen ich über zwei Jahre bettlägerig war. Eine OP, lange Heilung, viel Geduld – und vor allem dieses Gefühl, anderen ausgeliefert zu sein. Diese Zeit vergisst man nicht.

Warum das heute wieder hochkam? Mein Mann wollte verstehen, warum mir Unabhängigkeit so wichtig ist. Warum ich Freiheit brauche. Warum Vertrauen manchmal schwerfällt. Die Antwort ist einfach und zugleich kompliziert: Ich habe viel überlebt. Und jeder Schritt zurück fühlt sich für mich noch immer an wie ein Scheitern – auch wenn er manchmal nötig wäre.

Wir haben darüber gesprochen, was vielleicht kommt im nächsten Jahr. Dass Umwege nötig sein könnten. Dass Versorgung Sicherheit braucht – und ich lernen muss, meinen inneren Widerstand zu lösen, falls es so kommt. Das waren intensive Gespräche, zwischen Kohlrouladen und Glühwein. Sie haben gutgetan. Sie haben ein wenig Angst genommen.

Viele erleben mich als mutig und stark. Die Wahrheit ist: Oft macht mich die Angst mutig. Denn Aufgeben ist keine Option.
Alles Liebe
Ilka 🌻

Heiligabend – zwischen Dankbarkeit, Sorge und ganz viel Nähe (24.12.2025)

Heiligabend begann bei mir sehr früh – noch vor dem ersten Kaffee, dafür mit meinen Samtpfoten, meinem Mann und ein paar kleinen Geschenken.

Wir wollten Weihnachten erst einmal ins Herz holen. Die Katzen mittendrin, alles ruhig, alles nah. Ein kuscheliger Harry-Potter-Pullover mit Kapuze hat mir direkt den Morgen gerettet. ✨

Ganz ehrlich: Ich hätte meine Mails vor dem Aufstehen nicht lesen sollen. Eine Nachricht vom Berliner Assistenz Verein brachte schon wieder neue Unsicherheit für das kommende Jahr. Kurz war da Panik, Tränen, dieses Gefühl von „nicht noch eine Baustelle“. Rational wusste ich, dass sich Dinge verändern können – aber heute ist es im Herzen angekommen.

Nach der zweiten Tasse Kaffee habe ich bewusst die Notbremse gezogen: Heute ist Weihnachten. Alles andere darf warten.
Der Vormittag war ruhig. Geschenke verpacken, kuscheln, durchatmen.

Am Nachmittag bin ich mit einer Tüte voller Geschenke zu meinem Mann gefahren. Viele Gespräche, viele Erinnerungen. Im Januar sind wir tatsächlich 30 Jahre zusammen – kaum zu glauben.

Es gab mein Lieblingsessen (Nudel-Lachs-Auflauf mit Spinat), Tiramisu, einen Schneeanzug gegen mein Dauerfrieren (sehr praktisch 😄) und Karten für den Friedrichstadtpalast. Warm, herzlich, gemütlich.

Am Abend wieder zu Hause: Glühwein, ein Märchenfilm, dann drei Stunden Schlaf.
Jetzt bin ich wieder wach und schreibe – weil das für mich dazugehört.

Heiligabend war nicht perfekt. Aber er war echt.
Und manchmal reicht das völlig aus. 🎄
Alles Liebe
Ilka 🌻

„Zwischen Jahresabschluss, halbem Lifter und einem Augenzwinkern“

Tagesnotiz – 23.12.2025



Heute melde ich mich etwas später – und mit dem Gefühl, dass sich in meinem Leben gerade einiges neu sortiert. Nicht laut, eher leise. Aber spürbar.
Eher zufällig habe ich erfahren, dass der für mich wichtige Termin am 06.01. mit der Behindertenbeauftragten und meinem Berater vom LAGeSo nicht stattfinden wird. Das hat mich kurz traurig und auch wütend gemacht, weil dieses Gespräch für mich wirklich Bedeutung gehabt hätte. Gleichzeitig habe ich mir gedacht: Okay, dann eben ein anderer Weg. Ich wünsche mir zwar zeitnah eine Alternative – aber ich bleibe dran.
Dazu kommt: Bis zum 28.12. muss die Jahresabrechnung für mein Persönliches Budget fertig sein. Keine kleine Aufgabe kurz vor den Feiertagen. Aber: Ich war heute fleißig und habe mehr als die Hälfte geschafft. Den ganzen Tag. Nicht glamourös, aber erledigt ist erledigt – und was weg ist, ist weg. Eine Pause hätte ich trotzdem nicht abgelehnt 😉.
Und dann kam noch Post von der Krankenkasse: Der Deckenlifter wurde halb bewilligt. Der Motor ja, die Schiene auch – nur eben… nicht zusammen gedacht? Ich stand kurz da und wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Ich habe mich fürs innere Kopfschütteln entschieden. Ein bisschen Ironie hilft manchmal sehr.
Am Abend sind dann doch ein paar Tränen geflossen. Was raus muss, muss raus. Vielleicht ist mir noch nicht ganz nach Weihnachten – aber ich hoffe, das Gefühl findet mich morgen wieder.
Trotz allem möchte ich von Herzen Danke sagen: für alle, die mich begleiten, unterstützen, mitdenken. Ich wünsche euch besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Das alte Jahr lädt gerade noch seinen Müll ab – damit ich im neuen Jahr mit etwas weniger Ballast starten kann.
Und ja: Ich glaube fest daran, dass das nächste Jahr besser wird. 🌻
Mit einem Lächeln. Und einem halben Lifter.


Alles Liebe
Ilka

Ein leiser Tag zwischen Pflicht, Vision und einer nötigen Pause.

Tagesnotiz – 18. Dezember 2025

Heute war einer dieser Tage, die nach außen unspektakulär wirken – und innerlich trotzdem viel bewegen.

Ich habe mich um Bürokratie gekümmert, Formulare sortiert, Dinge abgearbeitet, die liegen geblieben waren. Nebenbei habe ich wieder am Dienstplan gebastelt. Dieses leise „Tetris im Kopf“, bei dem man versucht, alles irgendwie passend zu machen – für andere und für sich selbst.

Auch für den Verein AssistenzGestalten habe ich heute etwas getan. Gemeinsam mit meinem Business-Team bastle ich gerade an einer neuen Crowdfunding-Kampagne. Es fühlt sich gut an, dass die Vision weiterlebt, auch wenn ich gerade spüre: Ich brauche einen kleinen Schritt langsamer. Deshalb haben wir uns bewusst entschieden, beim Amtsgericht um einen kleinen Zeitaufschub zu bitten. Kein Aufgeben – sondern ein Innehalten. Eine Pause, die notwendig ist, damit es weitergehen kann.

Am Nachmittag bin ich noch spazieren gegangen. Einfach raus, frische Luft, Gedanken sortieren. Danach habe ich mich ausgeruht – ohne schlechtes Gewissen. Ich merke immer deutlicher: Pausen sind kein Luxus, sie sind überlebenswichtig.

Heute war kein lauter Tag. Aber ein ehrlicher.
Einer, an dem ich gut auf mich geachtet habe.

Alles Liebe Ilka