„Vielleicht beginnt Heilung genau dort, wo man langsam wieder anfängt, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.“

Tagesnotiz vom 19.05.2026

Erstmal möchte ich mich heute wirklich von Herzen für die vielen lieben Nachrichten auf meinen Social-Media-Kanälen bedanken.
Es hat mich unglaublich berührt, so viele positive Rückmeldungen zu bekommen. So viele liebe Worte. So viel Verständnis. So viel Zuspruch.

Gerade nach den letzten schweren Monaten fühlt sich das für mich nicht selbstverständlich an.
Manchmal sitzt man wochenlang alleine mit seinen Gedanken, Kämpfen und Sorgen da und hat das Gefühl, niemand versteht wirklich, wie anstrengend manche Prozesse im Hintergrund sind. Und dann kommen plötzlich Nachrichten von Menschen, die schreiben: „Schön, dass du wieder da bist.“ Oder: „Du wirkst wieder stärker.“ Und ehrlich? Das geht direkt ins Herz.

Heute war insgesamt ein Tag, an dem ich gemerkt habe, dass ich langsam wieder anfange, nach vorne zu schauen.

Ich habe mich wieder etwas eingelesen, alte Kontakte sortiert und einige Mails geschrieben, um Verbindungen neu aufzubauen, die in den letzten Monaten liegen geblieben sind. Es fühlte sich komisch an — aber gleichzeitig auch richtig. Fast so, als würde ich Schritt für Schritt wieder zurück in mein eigenes Leben finden.
Außerdem habe ich heute eine kleine Strategieplanung für die nächsten vier Monate von AssistenzGestalten e.V. ausgearbeitet. Und während ich dort saß und meine Gedanken sortiert habe, wurde mir plötzlich bewusst: Der Verein lebt noch. Die Idee lebt noch. Und vielleicht sogar stärker als vorher.
Nicht mehr nur aus einem Kampf heraus. Sondern langsam wieder aus echter Vision.

Privat war heute dann noch der MDK bei mir, um meinen Pflegegrad zu überprüfen beziehungsweise zu schauen, ob ich eventuell eine Stundenerhöhung bekomme.
Und ja… das Ganze war unangemeldet.
Ich war ehrlich gesagt noch halb verschlafen, überhaupt nicht vorbereitet und innerlich erstmal kurz im Ausnahmezustand. Aber irgendwie habe ich es trotzdem hinbekommen.
Früher hätten mich solche Situationen komplett aus der Bahn geworfen. Heute merke ich: Auch wenn ich noch nicht wieder vollkommen stabil bin — ich funktioniere wieder. Nicht perfekt. Aber echt.

Gegen Mittag hatte ich dann noch einen Berater für meine privaten Versicherungen da. Und irgendwie musste ich dabei selbst kurz schmunzeln, weil ich gerade wirklich mein ganzes Leben neu ordne. Nicht nur emotional. Sondern tatsächlich überall.
Strukturen. Finanzen. Versicherungen. Kontakte. Zukunftspläne. Mein Umfeld. Mein Alltag.
Alles wird gerade Stück für Stück neu sortiert.
Und wisst ihr was? Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlt sich dieses „Neuordnen“ nicht mehr nur nach Chaos an. Sondern langsam auch nach Neuanfang.

Was soll ich sagen…
Ich glaube, ich finde meinen roten Faden im Leben gerade wieder.
Nicht denselben wie früher. Aber vielleicht einen, der diesmal wirklich zu mir passt.
Alles Liebe
Ilka 🌿

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