Ein heißer Tag zwischen Dokumentation und Erdbeereis.

Hallo,
Gestern war einer dieser klassischen Sommertage in Berlin – heiß, drückend, ein bisschen zäh. Und doch habe ich viel geschafft, auch wenn man es von außen vielleicht nicht sofort sieht.

Ich habe mir den Tag bewusst für etwas genommen, das oft im Alltag liegen bleibt: Dokumentation. Vieles, was in den letzten Wochen an Kleinkram, Rückmeldungen, Fortschreibungen und Unterlagen liegen geblieben war, wollte endlich sortiert, gesichert oder nachgetragen werden. Und so saß ich – zwischen Ventilator, Wasserglas und Bildschirm – und arbeitete mich systematisch durch meinen „Papierkram“.

Solche Tage sind nicht spektakulär, aber sie geben Struktur. Sie bringen Ordnung in Gedanken, Projekte und auch ein wenig in das Chaos, das Hitze manchmal im Kopf macht.

Viel mehr war dann aber auch nicht drin – bei 33 Grad in Berlin ist irgendwann einfach Schluss mit Produktivität. Also bin ich später noch raus, barrierearm durch den Kiez geschlendert, ein bisschen Schatten gesucht und am Ende auf ein Erdbeereis hängen geblieben. Ein kleines Ritual, das sich anfühlt wie ein kurzer Gruß an mich selbst: „Gut gemacht. Reicht für heute.“

Nicht jeder Tag ist ein großer Sprung – manchmal ist es einfach ein leises Sortieren und ein Eis in der Sonne. Und das ist völlig in Ordnung.

Persönliche Assistenz nicht kürzen – Selbstbestimmung braucht UnterstützungStellungnahme zur Fachlichen Weisung Nr. 01/2025 des LAGeSo Berlin.


von Ilka Hannig

Mit der neuen Fachlichen Weisung Nr. 01/2025 der Senatsverwaltung und den geplanten Änderungen durch das LAGeSo Berlin sehe ich die Persönliche Assistenz – und damit die Lebensrealität vieler behinderter Menschen – massiv gefährdet.

Als Initiatorin von AssistenzGestalten e.V. i.G. und selbst Assistenznehmerin im Arbeitgeber*innenmodell weiß ich aus eigener Erfahrung, wie viel Verantwortung, Organisation und Durchhaltevermögen diese Form selbstbestimmten Lebens erfordert. Genau deshalb ist sie so wertvoll – weil sie Freiheit, Würde und Teilhabe ermöglicht. Sie ist keine Sonderleistung, sondern ein Menschenrecht.

Die geplante Kürzung der Budgetbegleitung – auf nur noch 3 Stunden pro Monat ab dem sechsten Jahr der Bewilligung – ist aus meiner Sicht realitätsfern und nicht tragbar. Sie macht das Persönliche Budget für viele Betroffene faktisch unpraktikabel. Für Beratungsstellen und Unterstützungsvereine bedeuten diese Einschnitte das Ende ihrer Angebote – und damit einen Rückfall in alte Abhängigkeiten.

Diese Regelung widerspricht nicht nur dem Geist von § 29 SGB IX, der eine individuelle und unterstützte Gestaltung des Persönlichen Budgets vorsieht, sondern auch der UN-Behindertenrechtskonvention (Artikel 19), die ein selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft fordert.

Konkret bedeutet das: Menschen mit Assistenzbedarf sollen künftig mit noch weniger Unterstützung komplexe Aufgaben wie Lohnabrechnungen, Dienstpläne, Verwendungsnachweise, Mitarbeitersuche und Verwaltung bewältigen – zusätzlich zu den Herausforderungen, die ihr Alltag ohnehin mit sich bringt. Das ist weder gerecht noch inklusiv.

Ich sage klar: So sieht keine zukunftsfähige Sozialpolitik aus.

Ich fordere daher: – die Rücknahme der geplanten Kürzungen,
– eine bedarfsorientierte und realistische Budgetbegleitung,
– die Anerkennung der Persönlichen Assistenz als Lebensform und nicht als reines Verwaltungsmodell.

Wir alle – Assistenznehmende, Assistent:innen und unterstützende Vereine – sind auf funktionierende Strukturen angewiesen. Die Persönliche Assistenz ist kein Luxus. Sie ist ein Recht. Und ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass dieses Recht erhalten bleibt.

Mit Haltung, Herz und Hoffnung
Ilka Hannig
Initiatorin von AssistenzGestalten e.V. i.G.
http://www.assistenzgestalten.de

Was uns stark macht: Klarheit, Mut und Gemeinschaft.

Tagesnotiz – 30.06.2025

Heute war wieder so ein Tag, an dem sich viel um Formalitäten, Dokumente und Regeln drehte – ein echter Bürokratietag. Ich habe viele Telefonate geführt, Unterlagen sortiert, mit dem Notariat korrespondiert und die Satzung offiziell an das Finanzamt zur Prüfung geschickt. Auch alle Gründungsprotokolle und Beitrittserklärungen habe ich heute digital zusammengetragen – Schritt für Schritt wächst mein Projekt AssistenzGestalten e.V. weiter. Und auch wenn es oft trocken wirkt, spüre ich: Ich bin auf einem guten Weg.

Aber es war nicht nur Papier und Paragrafen – auch das Herzthema hat heute Raum gebraucht.

Ich habe mich mit der neuen Fachlichen Weisung Nr. 01/2025 des LAGeSo beschäftigt. Sie sieht massive Kürzungen bei der Budgetbegleitung für Menschen mit Persönlicher Assistenz vor – gerade mal 3 Stunden pro Jahr nach dem sechsten Jahr im Budget. Das ist realitätsfern und gefährdet nicht nur die Arbeit vieler Beratungsstellen, sondern unsere ganze Lebensform. Denn was passiert, wenn plötzlich niemand mehr unterstützt? Wenn Kalkulationen, Anträge, Konflikte und Krisen nicht mehr gemeinsam getragen werden können?

Diese Gedanken haben mich heute schwer beschäftigt. Ja, ich bin müde von all dem Improvisieren. Von Kündigungen per WhatsApp ohne Erklärung. Vom täglichen Kraftakt, Dinge aufzufangen, die eigentlich Systeme leisten müssten. Aber ich bin auch wach. Und ich weiß, dass wir weitermachen müssen. Deshalb gründe ich diesen Verein. Deshalb entwickle ich meine App. Deshalb schreibe ich – weil ich nicht still sein kann, wenn Strukturen bröckeln.

Zwischendurch war ich spazieren, einfach um den Kopf wieder freizubekommen. Die frische Luft hilft mir oft, Dinge innerlich zu sortieren.

Ich glaube: Was uns stark macht, ist nicht, dass wir alles aushalten. Sondern dass wir uns trauen, hinzusehen. Dass wir den Mund aufmachen. Und dass wir nicht alleine sind.

Danke, dass ihr da seid.

http://www.assistenzgestalten.de

Ankommen, Weitermachen, Nicht-Aufgeben


von Ilka Hannig

Die letzte Woche war leiser. Nachdenklicher.

Nach meiner kleinen Auszeit in Koserow, die mir so gutgetan hat, bin ich langsam wieder in meinem Alltag angekommen. Am Meer zur Ruhe zu kommen, die Gedanken treiben zu lassen, war für mich wie einmal tief durchatmen. Ich habe dort gespürt, wie sehr ich das gebraucht habe – Abstand, Stille, Natur.

Jetzt hat mich das Leben wieder.

Und es wartet nicht.
Ich habe in den letzten Tagen wieder Gespräche mit potenziellen Bewerber:innen für meine beiden freien Assistenzstellen geführt – leider bislang ohne Erfolg. Ich weiß nicht, woran es liegt. Manchmal frage ich mich, wie viele Menschen wirklich verstehen, was persönliche Assistenz im Alltag bedeutet. Und wie viele bereit sind, diesen Weg auch mitzugehen.

Gleichzeitig habe ich weiter versucht, in meinen privaten Finanzen etwas Ordnung zu bringen. Wieder Gespräche. Wieder erklären. Wieder Hoffnung. Und dann wieder keine echte Hilfe. Es ist ein Kampf – einer, der Kraft zieht. Aber ich gebe nicht auf. Ich habe gelernt, Umwege zu gehen. Und notfalls auch alleine.

Was mich gerade besonders trägt: Mein Projekt.
Der Verein AssistenzGestalten e.V. steht kurz vor der offiziellen Gründung. Ich habe mich mit Notaren und Anwälten abgestimmt, um kommende Woche endlich alle nötigen Unterlagen beim Amtsgericht einzureichen. Ein Meilenstein.

Und trotz aller Müdigkeit, trotz aller Zweifel: Ich bin stolz.
Denn ich gehe diesen Weg weiter. Schritt für Schritt.

Ich glaube daran, dass Veränderung möglich ist – wenn man sich traut, sie anzustoßen.
Und ich weiß, dass ich das nicht für mich alleine tue.

Danke, dass ihr mitlest. Mitfühlt. Mitdenkt.
Eure Ilka

http://www.assistenzgestalten.de

Wenn Teilhabe gekürzt wird, verliert Inklusion ihren Sinn.


von Ilka Hannig

Ich lebe mit Persönlicher Assistenz im Arbeitgeber:innenmodell – das heißt, ich stelle mein eigenes Team ein, organisiere Dienstpläne, trage Verantwortung und sichere mir dadurch vor allem eines: Selbstbestimmung.

Doch was für mich Alltag ist, steht gerade politisch auf der Kippe. Das Berliner LAGeSo plant, die Budgetbegleitung – also genau die Unterstützung, die Assistenznehmer:innen in diesem Modell dringend brauchen – massiv zu kürzen. Plötzlich ist nur noch von einem „angemessenen Umfang“ die Rede. Was dabei untergeht: Ohne diese Unterstützung ist das Modell kaum zu stemmen. Und das bedeutet nicht weniger als den Verlust eines selbstbestimmten Lebens.

Was hier als Sparmaßnahme verkauft wird, widerspricht geltendem Recht. Laut § 29 SGB IX ist das Persönliche Budget so auszugestalten, dass Menschen mit Behinderung Leistungen zur Teilhabe „selbstbestimmt in Anspruch nehmen können“. Dazu gehört auch, sie mit dem nötigen Wissen, der organisatorischen Hilfe und rechtssicheren Struktur zu begleiten. Die UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland 2009 ratifiziert hat, geht sogar noch weiter: Artikel 19 verpflichtet die Vertragsstaaten dazu, alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, um Menschen mit Behinderung die volle, gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Wer die Budgetbegleitung kürzt, stellt damit genau diese Teilhabe infrage – leise, bürokratisch, aber mit großer Wirkung. Für viele Betroffene heißt das konkret: Rückzug in starre Dienste, weniger Einfluss auf das eigene Leben, mehr Fremdbestimmung.

Ich bin deshalb gerade dabei, den Verein AssistenzGestalten e.V. zu gründen. Unser Ziel: Wissen teilen, Strukturen stärken, Teilhabe sichern. Denn Persönliche Assistenz ist kein Privileg – sie ist ein Menschenrecht.

Und das darf man weder kürzen noch relativieren.

 Website: http://www.assistenzgestalten.de

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Eine kurze Pause – und dann mit voller Kraft zur Vereinsgründung!

Liebe Leser:innen,

nach intensiven Wochen der Planung, Gespräche, Vernetzung und der erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne auf Startnext gönne ich mir nun eine kleine Pause. Ab morgen bin ich für eine Woche im Urlaub – bis zum 21. Juni. 

Diese Auszeit ist wichtig, um Kraft zu schöpfen. Denn danach beginnt ein neuer, bedeutender Abschnitt: die offizielle Gründung des Vereins „AssistenzGestalten e.V.“

Ich freue mich sehr, dass wir mit der Vereinsidee bereits so viel Unterstützung erfahren durften – sei es durch Spenden, Nachrichten, Austausch oder Kooperationen. Auch unsere Aufnahme in das Förderprogramm Challenge2025 von Social Impact war ein schöner Meilenstein.

Nach meiner Rückkehr geht es direkt weiter mit der formellen Anmeldung beim Amtsgericht, dem Abschluss der Vereinsunterlagen und der Organisation unseres nächsten Treffens mit den Gründungsmitgliedern. Wir stehen kurz davor, aus einer Idee eine echte Struktur zu machen – eine Plattform, die Assistenz sichtbar macht, vernetzt und stärkt.

Für alle, die sich über das Projekt informieren möchten:  http://www.assistenzgestalten.de
http://www.startnext.com/assistenzgestalten

Danke an alle, die diesen Weg mit mir gehen – in Gedanken, durch Engagement oder einfach durch Neugier. Ich freue mich, bald mit neuen Kräften weiterzumachen.

Herzliche Grüße
Ilka Hannig

Zwischen den Zeilen – warum Stille manchmal lauter ist als Worte Ilka Hannig · Juni 2025

In den letzten Tagen war es etwas ruhiger um mich. Nicht, weil es nichts zu erzählen gäbe – sondern weil ich manches erstmal für mich selbst sortieren musste.

Unverhofft – und leider wieder mal ohne echte Erklärung – haben zwei Assistentinnen per WhatsApp gekündigt. Einfach so. Ohne Gespräch. Ohne Abschied. Das hat mich hart getroffen. Nicht nur, weil es meinen Alltag völlig durcheinandergebracht hat. Sondern weil es etwas in mir berührt, das viel tiefer geht.

In solchen Momenten werde ich still. Nicht aus Schwäche, sondern weil ich wirklich nicht verstehe, wie wir Menschen manchmal miteinander umgehen. Diese Form von Verantwortungslosigkeit verletzt – und sie zeigt, wie notwendig echte Aufklärung und Sensibilisierung im Bereich persönlicher Assistenz ist. Genau deshalb gründe ich AssistenzGestalten e.V.. Weil ich nicht länger zusehen will, wie Menschen in diesen Strukturen allein gelassen werden.

Ich habe fast zwei Wochen improvisiert, um den Alltag irgendwie zu stemmen. Habe wieder funktioniert, statt einfach zu leben. Und ja, das kostet Kraft. Viel Kraft. Auch, wenn ich es mir selbst selten zugestehe.

Umso mehr freue ich mich jetzt auf eine kleine Auszeit: Am Montag fahre ich für eine Woche nach Koserow. Einfach mal raus, durchatmen, Meer sehen. Keine großen Pläne, nur ich, mein Notizbuch und ein paar Gedanken, die mitkommen dürfen.

Ich weiß: Auch das ist Teil meines Weges. Stillstand gibt es nicht – aber es darf leiser werden. Für einen Moment.

Danke, dass ihr mitlest. Mitfühlt. Und bleibt.
Eure Ilka

http://www.assistenzgestalten.de
http://www.startnext.com/assistenzgestalten

Wenn Fortschritt und Realität sich kreuzenTagesnotiz – 06.06.2025


Von Ilka Hannig

Heute war ein Tag, der mich wieder einmal spüren ließ, wie eng Freude und Erschöpfung beieinander liegen können.

Ich durfte mein Projekt AssistenzGestalten e.V. i.G. heute offiziell im Rahmen der Challenge2025 – Test & Learn vorstellen. Ein bedeutender Moment, denn mit diesem Gespräch wurde mein Verein Teil eines Förderprogramms, das soziale Innovationen wirklich ernst nimmt. Das Gespräch mit Social Impact war respektvoll, konstruktiv – und zum ersten Mal fühlte ich mich nicht nur gehört, sondern wirklich gesehen. Jetzt beginnt ein gemeinsamer Weg, in dem wir mit Partner:innen aus der Wohlfahrt echte Veränderung gestalten können.

Auch die Crowdfunding-Kampagne auf Startnext ist nun offiziell beendet – erfolgreich. Ich bin dankbar für jede einzelne Unterstützung. Die Mittel werden bald ausgezahlt und fließen direkt in den nächsten Meilenstein: die Anmeldung beim Amtsgericht.

Und doch: Während all das passiert, läuft das Leben weiter. Und das war in den letzten Tagen… sagen wir, ziemlich fordernd.
Ich habe mich kaum gemeldet – nicht, weil nichts passiert ist, sondern weil einfach zu viel auf einmal passierte. Kaum zeigte sich der Sommer, kamen auch wieder Kündigungen – per WhatsApp, ohne viele Worte. Zwei freie Stellen in meinem persönlichen Assistenzteam und ein Alltag, der sich plötzlich selbst plante.

Ich brauchte Nerven wie Drahtseile. Und Geduld. Und Stille.
Denn zwischen Gesprächen mit Bewerber:innen, Umstrukturierung und dem Versuch, den Alltag weiter am Laufen zu halten, merkte ich, wie dünn die Luft manchmal wird, wenn man alles alleine jongliert.

Aber: Ich habe durchgehalten. Und weitergemacht.
Weil ich an mein Projekt glaube.
Weil ich weiß, wie viele Menschen sich darin wiederfinden.
Weil aufgeben keine Option ist.

Heute war ein guter Tag. Und ein anstrengender.
Aber er hat mir gezeigt, dass all das nicht umsonst ist.

Danke, dass ihr mitlest – und mitfühlt.
Eure Ilka

http://www.assistenzgestalten.de
http://www.startnext.com/assistenzgestalten

Von Samtpfoten, Spaziergängen und einer verrückten Idee.

Heute war ein Tag der Stille – und genau das habe ich gebraucht. Ich habe ausgeschlafen, gut gegessen und viel Zeit mit meinen beiden Samtpfoten verbracht. Oska war besonders anhänglich – als wüsste er genau, dass mein Kopf heute einfach etwas Ruhe brauchte. Wir haben gekuschelt, ich habe ihm beim Dösen zugesehen, und irgendwie war das alles ganz heilsam.

Am Nachmittag war ich dann länger spazieren – durchatmen, Gedanken sortieren, einfach nur sein. Manchmal brauche ich genau das: kein Plan, keine To-do-Liste, nur die Bewegung und das Draußensein.

Und genau da – irgendwo zwischen Bäumen und Gedanken – kam mir plötzlich eine Idee:
Ich hatte in den letzten Wochen so viele Bewerber:innen für meine persönliche Assistenzstelle. Und ehrlich gesagt: da waren wirklich skurrile Begegnungen dabei. Manche lustig, manche traurig, einige auch einfach nur befremdlich. Und doch haben sie alle etwas in mir ausgelöst, mich zum Nachdenken gebracht.

Also dachte ich: Warum nicht ein Buch daraus machen?
Ein ehrlicher, manchmal witziger, manchmal tiefgehender Blick hinter die Kulissen dieser besonderen Form des Zusammenlebens und -arbeitens.

Vielleicht wäre das mein nächstes Projekt – nicht nur als Assistenznehmerin, sondern auch als Beobachterin, die etwas erzählen will, das sonst kaum sichtbar ist.

Und wer mich auf diese Idee brachte?
Ganz klar: Oska. Mein kleiner Kater, der mich mit einem Blick daran erinnerte, dass das Leben oft die besten Geschichten schreibt – man muss nur hinsehen und sie erzählen.

Wenn du mehr über meine Arbeit erfahren möchtest oder meinen Verein unterstützen willst, schau gern mal auf meiner Webseite vorbei:
http://www.assistenzgestalten.de

Mal sehen, was daraus wird. Aber heute war ein guter Tag. Ein leiser. Ein echter. Ein Anfang.

Ein Tag, der nach vorne zeigt.

Heute war wieder einer dieser Tage, die sich nicht laut anfühlen – aber leise und kraftvoll Spuren hinterlassen.

Ich bin früh aufgestanden, weil ich wusste: Heute wartet ein entscheidender Schritt auf mich. Ich habe telefoniert, recherchiert, Netzwerkarbeit gemacht. Vor allem aber habe ich mich nach einem passenden Notar und einem Anwalt umgeschaut, die mich bei der Gründung von AssistenzGestalten e.V. unterstützen können. Diese Gründung ist nicht einfach ein formaler Akt – sie ist ein Herzensprojekt. Und ich will, dass alles auf einem guten, sicheren Fundament steht.

Besonders emotional war für mich, dass heute meine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext offiziell zu Ende gegangen ist. Es fühlt sich an wie das Ende eines Kapitels – und der Beginn eines neuen. Die Spenden, die eingegangen sind, werden direkt in die Vereinsgründung fließen. Das berührt mich sehr. Denn jede einzelne Unterstützung erzählt auch eine Geschichte von Vertrauen.

Ich habe außerdem alle nötigen Unterlagen für die Vereinsanmeldung zusammengesucht, sortiert, strukturiert – und gemerkt, wie viel sich in den letzten Monaten angesammelt hat. Nicht nur auf dem Papier, sondern auch in meinem Inneren. Es ist ein Meilenstein. Und ich bin stolz, dass ich ihn gegangen bin – mit aller Unsicherheit, allen Hürden, aber auch mit großer Entschlossenheit.

Am Nachmittag hatte ich ein längeres Gespräch mit meinem Business Team, bei dem wir über nächste Schritte gesprochen haben. Planung, Ausrichtung, strategische Punkte. Es tut gut, solche Gespräche zu führen – weil sie Ordnung in meine vielen Gedanken bringen.

Und dann gab es da noch diese Gespräche mit Assistenznehmer:innen und Assistent:innen. So ehrlich, so berührend, so inspirierend. Sie haben mir noch einmal klar gezeigt, warum ich diesen Weg gehe. Warum es AssistenzGestalten braucht. Für Sichtbarkeit. Für Austausch. Für eine Zukunft, die mehr Teilhabe wagt.

Zum Abschluss bin ich noch eine Weile spazieren gegangen. Die Luft war kühl, aber genau richtig für meinen aufgewühlten Kopf. Und irgendwo zwischen den Schritten dachte ich:
Es geht weiter. Schritt für Schritt. Und ich wachse mit.

Danke, dass ihr mich begleitet.
– Ilka

http://www.assistenzgestalten.de
http://www.startnext.com/assistenzgestalten (Kampagne beendet – Wirkung beginnt)