Wenn sich etwas neu sortiert.


Blogeintrag – 08.01.26


Heute habe ich viel gesprochen.
Viele Gespräche, viele Stimmen, viele Gedanken.


Nicht laut, nicht chaotisch – eher wie ein inneres Aufräumen.
Ich merke, dass sich mein Leben gerade neu sortiert.
Nicht auf einen Schlag, sondern Stück für Stück.
Manches fällt an seinen Platz, anderes fühlt sich noch fremd an.
Und manches darf vielleicht einfach gehen, ohne dass ich es schon ganz verstehe.


Zwischendurch habe ich mir erlaubt, nichts zu „leisten“.
Ich habe einfach ein paar Filme geschaut.
Nicht, um mich abzulenken, sondern um kurz irgendwo anders zu sein.
Um meinem Kopf eine Pause zu geben und meinem Herzen ein bisschen Ruhe.
Am Abend hatte ich dann noch ein wenig Besuch.


Nichts Großes, nichts Anstrengendes.
Einfach da sein, reden, lachen, schweigen.
Und plötzlich war da dieses Gefühl:
Das tut gut. Das trägt.
Heute war kein Tag voller Antworten.
Aber einer voller Bewegung.
Innen wie außen.


Ich glaube, manchmal sortiert sich das Leben genau dann neu,
wenn wir aufhören, alles festhalten zu wollen.
Und vielleicht darf ich dem gerade einfach vertrauen.


Alles Liebe
Ilka

Ein kleiner Anfang.


Tagesnotiz – 07.01.26


Heute war ein leiser Tag.
Kein großes Ereignis, kein Knall – eher ein langsames Nachspüren.
Ganz früh am Morgen, noch bevor ich richtig wach war, stand ganz spontan mein Sanitätshaus mit dem neuen Lifter vor der Tür.


So schnell war ich noch nie aus dem Bett.
Wenig später hing er da – und mit ihm dieses Gefühl: eine Sorge weniger.
Manchmal ist Erleichterung ganz leise, aber unglaublich tief.
Am Nachmittag hatte ich eine kleine Teamsitzung.


Nicht groß, nicht dramatisch – sondern genau richtig.
Ich habe Dinge für mich ganz persönlich neu geordnet und Dienste neu geplant.
Es war gut.


Ruhig. Klärend.
Ich merke, wie viel ich im Kopf habe.
Wie viele Gedanken gleichzeitig laufen.
Wie sehr mein Körper manchmal einfach hinterherkommt.


Am Abend, nach dem Essen mit meinem Mann, war ich einfach nur froh, nach Hause zu kommen und ins Bett zu fallen.
Dieses Bedürfnis nach Ruhe war groß.


Es wird Zeit, dass es ein gutes Jahr wird.
Eines, das trägt.
Heute war vielleicht ein kleiner Anfang.


Alles Liebe
Ilka

Viele Worte. Viel Leben.

Tagesnotiz – 06.01.2026

Heute war ein Tag, der schon vor dem Aufstehen begann.

Noch im Bett habe ich telefoniert – mit wichtigen Menschen, über wichtige Dinge. Gespräche, die nicht beiläufig waren, sondern Gewicht hatten. Solche, die einen innerlich schon wach machen, bevor der Körper es ist.
Nach dem ersten Kaffee ging es direkt weiter.
Ich hatte heute mehrere Bewerber*innen da. Manche meiner Entscheidungen brauchen genau diese Gespräche – Zeit, Offenheit, ehrliche Worte. Es waren lange Gespräche, gute Gespräche. Gespräche auf Augenhöhe. Und sie haben mir gutgetan, auch wenn sie Kraft gekostet haben.

Zwischendurch habe ich gemeinsam mit meinem Assistenten gekocht.
Nicht spektakulär – aber wichtig. Essen. Für mich sorgen. Kurz innehalten. Das vergesse ich manchmal, wenn mein Kopf zu voll ist.
Später war ich lange spazieren. Die Bewegung, die kalte Luft, das Gehen – all das hilft mir, Gedanken zu sortieren.

Danach habe ich meinen Mann besucht. Wir haben lange gesprochen. Über das Leben. Über das Sterben. Über Abschied. Über das, was bleibt, wenn Dinge sich verändern oder enden. Es war ein intensives Gespräch. Eines, das noch nachwirkt.

Heute war ein Tag voller Worte.
Und manchmal sind es genau diese Tage, die zeigen, wie nah Leben und Verletzlichkeit beieinanderliegen.

Jetzt bin ich müde.

Aber auch ein kleines Stück klarer.
Alles Liebe
Ilka 🌙

Bei mir ankommen.

Tagesnotiz – 05.01.2026

Bei mir ankommen.

Heute möchte ich ein paar persönliche Zeilen dalassen.

Ich habe heute Entscheidungen getroffen, die nicht leicht waren. Entscheidungen, bei denen ich bewusst keine Erklärungen mehr gegeben habe. Nicht, weil mir Menschen egal sind – sondern weil es gerade um mich geht. Um mein Leben. Um meine Assistenz. Um meine Kraft.

Ich weiß, dass meine Entscheidungen nicht jedem gefallen werden.

Aber ich habe gemerkt: Wenn ich es allen recht machen will, verliere ich mich selbst. Und das darf nicht mehr passieren. Ich muss darauf achten, dass es mir gut geht – alles andere kommt danach.

Nächste Woche wird mein neuer Deckenlifter eingebaut. Allein dieser Gedanke gibt mir ein kleines Stück Sicherheit zurück. Außerdem kommt jemand vom Amt zu mir, um über mein Budget zu sprechen.
Bis dahin wartet viel Bürokratie – und ehrlich gesagt auch ein großes Bedürfnis nach Schlaf und Ruhe.

Ich war heute lange spazieren. Habe meine Gedanken sortiert, tief geatmet und mir selbst ein bisschen näher zugehört.

Manchmal sind es genau diese stillen Momente, die helfen, wieder klar zu sehen.
Ich gehe Schritt für Schritt weiter. Nicht perfekt. Nicht laut.
Aber ehrlich – und bei mir.

Alles Liebe
Ilka 🌿

Heute war ein Tag, der leise begann und schwer endete.

Tagesnotiz – 29. Dezember 2025

Am Vormittag habe ich viel telefoniert – mit der Krankenkasse wegen der Lifter-Thematik, aber auch mit anderen wichtigen Menschen. Gespräche, die notwendig sind, weil ich für mich Entscheidungen treffen muss. Entscheidungen ohne Angst, oder zumindest mit weniger Angst. Das ist gerade nicht leicht, aber nötig.

Am Nachmittag bin ich lange spazieren gegangen. Einfach laufen, atmen, den Kopf ein bisschen freier bekommen. Danach bin ich zu meinem Mann gefahren. Es geht ihm nicht gut. Der Tod des Assistenten hat ihn sehr getroffen. Wir haben viel geredet, still zusammengesessen, gemeinsam mit seiner Mama zu Abend gegessen. Diese Nähe war wichtig.

Später habe ich ihn mit zu mir genommen. Jetzt schläft er hier. Und ich sitze da und denke nach.

Heute wurde mir wieder schmerzhaft bewusst, wie kurz das Leben ist. Wie nebensächlich so viele Dinge plötzlich wirken, über die man sich sonst Sorgen macht. Und wie brutal ungerecht manche Krankheiten sind. Krebs ist und bleibt ein Arschloch. Er nimmt viel zu oft die Menschen, die noch gebraucht werden. Die mit dem großen Herzen.

Solche Tage erden. Sie tun weh. Aber sie erinnern auch daran, worauf es wirklich ankommt: Nähe, Zeit, Menschlichkeit.
Alles Liebe
Ilka 🌻

Manche Tage sind einfach schwer.

Tagesnotiz – 28.12.2025

Echt mal – was ist das bitte für ein blöder Dezember.

Heute haben mein Mann und ich erfahren, dass ein ganz lieber Assistent von ihm gestern plötzlich verstorben ist. Diese Nachricht kam völlig unerwartet und hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen. Die Stimmung war den ganzen Tag über gedrückt, still, irgendwie fassungslos. Es gibt Tage, da fühlt sich alles einfach zu viel an – und heute war so einer.

Trotzdem habe ich mich hingesetzt und fast den ganzen Tag an der Jahresabrechnung für mein Persönliches Budget gearbeitet. Seite um Seite, Zahl um Zahl. Der größte Teil ist geschafft, darauf bin ich auch ein kleines bisschen stolz. Ein kleiner Rest wird ins neue Jahr rutschen müssen, einfach weil Menschen im Urlaub sind und manches gerade nicht geklärt werden kann. Manchmal geht es eben nicht anders – auch wenn ich es gern „rund“ gehabt hätte.

Irgendwann war einfach Schluss. Ich war froh, endlich im Bett zu liegen, den Kopf aufs Kissen zu legen und nichts mehr zu müssen. Heute hatte ich die Nase voll – von Organisation, von Verantwortung, von diesem Dezember, der irgendwie nicht enden will.

Ich hoffe sehr, dass morgen ein bisschen leichter wird. 🌙

Alles Liebe Ilka

Klarer Kopf, klare Schritte

Tagesnotiz – 27.12.2025 |


Heute war ich ziemlich lange draußen. Zum einen ganz praktisch – einkaufen, weil mein Kühlschrank wirklich Hunger hatte. Zum anderen, weil ich diesen Spaziergang gebraucht habe, um meine Gedanken zu sortieren. Die klare Luft hat mir gutgetan.


In mir bewegt sich gerade einiges. Auf diesem Weg draußen habe ich angefangen, innerlich einen kleinen Plan für die ersten vier Wochen im neuen Jahr zu machen. Schritt für Schritt. Erst einmal Informationen sammeln, Gespräche vorbereiten, Klarheit schaffen – damit ich mich wieder sicherer und wohler in meinem eigenen Leben fühlen kann.

Vielleicht klingt das für manche merkwürdig, aber ehrlich gesagt: Dieses ständige „in der Luft hängen“, vertröstet werden, keine klaren Gespräche, keine Bescheide – das ist nicht fair. Es gab Gespräche, die wichtig gewesen wären. Entscheidungen, die längst hätten fallen sollen. Auch Ablehnungen wären wenigstens klar. Dieses Schweigen und Warten zermürbt.


Ich merke: Es ist Zeit, dass Lösungen folgen. Zeit, dass man mit mir spricht, mich sieht und ernst nimmt. Und wenn das nicht von allein passiert, dann verschaffe ich mir jetzt Gehör – ruhig, klar und Schritt für Schritt.


Gegen Mittag habe ich erst einmal etwas gegessen. Danach war ich bei meinem Mann, und wir haben den Rest des Tages gemeinsam verbracht. Still, nah, gut.

Manchmal beginnt ein neuer Abschnitt nicht mit großen Ansagen, sondern mit einem langen Spaziergang und dem Entschluss, sich selbst wieder ernst zu nehmen.
Alles Liebe
Ilka

Zwischen Feiertag und Verantwortung.

Tagesnotiz – 26.12.2025 |

Auch wenn heute der zweite Weihnachtsfeiertag war, habe ich ein kleines Stück Bürokratie erledigt. Nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil es mir innerlich Ruhe gibt. Ich habe die erste Hälfte meiner Jahresabrechnung für mein Persönliches Budget fertiggestellt und per Mail an meinen Bearbeiter beim LAGeSo geschickt. Die zweite Hälfte folgt in den nächsten Tagen. Schritt für Schritt, im Rahmen meiner Möglichkeiten. Mehr geht gerade nicht – und das ist okay.

Danach durfte der Tag wieder weich werden. Es gab nette Gesellschaft zum Kaffee trinken, gute Gespräche und dieses angenehme Gefühl, nicht allein zu sein. Später haben wir gemeinsam gekocht, gegessen, ein bisschen ferngesehen. Nichts Besonderes – und genau deshalb so wertvoll.

Irgendwann bin ich dann ziemlich schnell eingeschlafen. Der Körper hat sich genommen, was er brauchte. Ruhe. Pause. Durchatmen.
Zwischen all den Anforderungen, Formularen und Erwartungen sind es genau diese stillen Momente, die mich tragen. 🌿

Alles Liebe Ilka

Zwischen den Tagen – leise Gespräche und viel Wahrheit

Tagesnotiz – 25. Dezember 2025

Der 25. Dezember war für mich ein stiller, friedlicher Tag. Ich habe bewusst entschieden, heute keine privaten Anrufe anzunehmen – nur für echte Notfälle. Menschen und Themen, die mir gerade nicht guttun, habe ich in mein inneres „Teflon-Archiv“ geschoben. Nicht aus Trotz, sondern aus Selbstfürsorge.

Den ganzen Tag war ich bei meinem Mann. Wir haben gegessen, geredet, Filme geschaut. Leise, gemütlich, ohne Druck. In diesen ruhigen Momenten sind wir auf eine sehr prägende Zeit meines Lebens gekommen: die Jahre, in denen ich über zwei Jahre bettlägerig war. Eine OP, lange Heilung, viel Geduld – und vor allem dieses Gefühl, anderen ausgeliefert zu sein. Diese Zeit vergisst man nicht.

Warum das heute wieder hochkam? Mein Mann wollte verstehen, warum mir Unabhängigkeit so wichtig ist. Warum ich Freiheit brauche. Warum Vertrauen manchmal schwerfällt. Die Antwort ist einfach und zugleich kompliziert: Ich habe viel überlebt. Und jeder Schritt zurück fühlt sich für mich noch immer an wie ein Scheitern – auch wenn er manchmal nötig wäre.

Wir haben darüber gesprochen, was vielleicht kommt im nächsten Jahr. Dass Umwege nötig sein könnten. Dass Versorgung Sicherheit braucht – und ich lernen muss, meinen inneren Widerstand zu lösen, falls es so kommt. Das waren intensive Gespräche, zwischen Kohlrouladen und Glühwein. Sie haben gutgetan. Sie haben ein wenig Angst genommen.

Viele erleben mich als mutig und stark. Die Wahrheit ist: Oft macht mich die Angst mutig. Denn Aufgeben ist keine Option.
Alles Liebe
Ilka 🌻

Heiligabend – zwischen Dankbarkeit, Sorge und ganz viel Nähe (24.12.2025)

Heiligabend begann bei mir sehr früh – noch vor dem ersten Kaffee, dafür mit meinen Samtpfoten, meinem Mann und ein paar kleinen Geschenken.

Wir wollten Weihnachten erst einmal ins Herz holen. Die Katzen mittendrin, alles ruhig, alles nah. Ein kuscheliger Harry-Potter-Pullover mit Kapuze hat mir direkt den Morgen gerettet. ✨

Ganz ehrlich: Ich hätte meine Mails vor dem Aufstehen nicht lesen sollen. Eine Nachricht vom Berliner Assistenz Verein brachte schon wieder neue Unsicherheit für das kommende Jahr. Kurz war da Panik, Tränen, dieses Gefühl von „nicht noch eine Baustelle“. Rational wusste ich, dass sich Dinge verändern können – aber heute ist es im Herzen angekommen.

Nach der zweiten Tasse Kaffee habe ich bewusst die Notbremse gezogen: Heute ist Weihnachten. Alles andere darf warten.
Der Vormittag war ruhig. Geschenke verpacken, kuscheln, durchatmen.

Am Nachmittag bin ich mit einer Tüte voller Geschenke zu meinem Mann gefahren. Viele Gespräche, viele Erinnerungen. Im Januar sind wir tatsächlich 30 Jahre zusammen – kaum zu glauben.

Es gab mein Lieblingsessen (Nudel-Lachs-Auflauf mit Spinat), Tiramisu, einen Schneeanzug gegen mein Dauerfrieren (sehr praktisch 😄) und Karten für den Friedrichstadtpalast. Warm, herzlich, gemütlich.

Am Abend wieder zu Hause: Glühwein, ein Märchenfilm, dann drei Stunden Schlaf.
Jetzt bin ich wieder wach und schreibe – weil das für mich dazugehört.

Heiligabend war nicht perfekt. Aber er war echt.
Und manchmal reicht das völlig aus. 🎄
Alles Liebe
Ilka 🌻