Tagesnotiz – Mittwoch, 10.09.2025
Heute war der Tag, auf den ich so lange hingearbeitet habe: das Treffen mit Vertreter*innen der Senatsverwaltung Berlin – dabei waren Menschen aus den Bereichen Pflege, Antidiskriminierung, Soziales und Persönliches Budget.
Gemeinsam mit meinem Assistenten habe ich unser Projekt AssistenzGestalten e. V. und die geplante Notfall-App für Assistenznehmer:innen vorgestellt. Ganz bewusst haben wir zwei Perspektiven eingebracht:
meine Sicht als betroffene Arbeitgeberin mit Behinderung, die tagtäglich Verantwortung im Persönlichen Budget trägt,
und die Sicht meines Assistenten als Fachkraft, der aus einer ganz anderen, aber genauso wichtigen Perspektive auf das Thema blickt.
Wir haben Beispiele aus meinem Alltag erzählt: von spontanen Schichtausfällen, von Nächten, in denen neue Lösungen gefunden werden müssen, und von den kleinen und großen Herausforderungen, die das Arbeitgebermodell mit sich bringt. Genau diese Realität macht die Dringlichkeit sichtbar – und die Idee einer App für Notfallvertretung sowie die Vereinsarbeit als Vernetzungsplattform bekamen dadurch ein Gesicht.
Und das Gespräch? Es war produktiv, offen und auf Augenhöhe. Persönlich, ehrlich, geprägt von gegenseitigem Respekt – selbst da, wo Meinungen auseinander gingen. Hätte ich so nicht erwartet. Gerade das war wertvoll: unterschiedliche Blickwinkel, aber am Ende das gleiche Ziel – gute Lösungen für Assistenznehmer:innen und ihre Teams.
Heute Morgen war ich nervös. Ich wusste nicht, was mich erwartet. Aber ich habe auf mein Bauchgefühl vertraut – und es hat funktioniert. Am Nachmittag war ich erleichtert, fast überrascht, dass mein Plan so gut aufging.
Ich habe das Gefühl, ich konnte einen guten Eindruck hinterlassen. Es gab offene Ohren, Lob und die Zusage, meine Impulse mit in den Senat zu tragen. Weitere Gespräche wurden in Aussicht gestellt, sobald der Verein offiziell eingetragen ist.
Ich sage Danke – an alle Beteiligten. Für den unausgesprochenen Respekt, für die Offenheit, für das Zuhören.
Es war ein gutes Gespräch – nach „Ilka-Art“. Und eine Erfahrung, die mich motiviert, weiterzugehen.
Denn solche Tage zeigen mir: Dranbleiben lohnt sich. ✨
– Ilka
