Tagesnotiz – Sonntag, 2. November 2025
Heute war einer dieser Tage, die einen innerlich fordern.
Ich kam ehrlich gesagt ein bisschen an meine Grenzen.
Für heute Mittag um 12 Uhr hatte ich ein Bewerbungsgespräch geplant – mit jemandem, bei der ich wirklich das Gefühl hatte: Das könnte passen. Ich hatte Hoffnung.
Aber 12 Uhr kam – und niemand war da.
12:15 – noch immer nichts.
12:30 – Stille. Kein Anruf, keine Nachricht.
Um 12:40 schrieb ich eine Nachricht, dass sich die Sache für mich erledigt hat.
Denn in diesem Job – in meinem Leben – muss ich mich auf Menschen verlassen können.
Und dann, zehn Minuten später, um 12:50 Uhr, klingelte es Sturm. Telefon und Tür gleichzeitig.
Aber ich reagierte nicht mehr.
Nicht, weil ich beleidigt war, sondern weil ich mich nicht ernst genommen fühlte.
Ich bin Arbeitgeberin – mit Verantwortung. Und auch wenn ich im Rollstuhl sitze, heißt das nicht, dass ich weniger Ansprüche an Verlässlichkeit habe.
Ehrlich gesagt tat das weh.
Auf einen Sonntag brauche ich so etwas nicht.
Ich musste erstmal tief durchatmen, eine Pause machen und Zeit für mich finden. ☕
Beim Kaffeetrinken kam wieder das große Thema auf:
Was wird eigentlich aus dem Persönlichen Budget und dem Arbeitgebermodell in der Zukunft?
Diese Frage begleitet mich in fast jedem Gespräch, und sie geht mir tief unter die Haut.
Es betrifft mich, mein Leben, meine Freiheit.
Manchmal will ich einfach nur weinen, aber ich reiße mich zusammen – weil weitergehen nun mal Teil des Plans ist.
Am Nachmittag hatte ich dann den ersten Dienst mit einer neuen Minijobberin – sie war großartig.
Ruhig, aufmerksam, offen.
Und ehrlich gesagt: Sie hat mir heute den Tag gerettet.
Jetzt liege ich hier in meinem Bett, und mein Kopf ist voll.
Hundert Gedanken, tausend Fragen.
Ich weiß, ich kann vor dieser Situation nicht mehr weglaufen – ich muss mich ihr stellen.
Ich hoffe einfach, dass der liebe Gott und das Schicksal jetzt ein bisschen an meiner Seite sind.
Dass sie mir zeigen, wohin mein Weg weiterführt.
Und ja – die Tränen laufen wieder.
Aber diesmal nicht nur aus Schmerz, sondern auch, weil ich weiß, dass Aufgeben keine Option ist.
Vielleicht ist das genau das, was Stärke wirklich bedeutet. 💜
Alles Liebe
Ilka
