Persönliche Assistenz im internationalen Vergleich: Was wir von anderen Ländern lernen können

von Ilka Hannig

Die persönliche Assistenz ist ein wesentlicher Bestandteil eines selbstbestimmten Lebens für Menschen mit Behinderungen. Während in Deutschland das persönliche Budget und die persönliche Assistenz bereits große Fortschritte ermöglicht haben, lohnt sich ein Blick ins Ausland, um neue Impulse zu gewinnen. Länder wie Schweden, Norwegen und die USA sind Vorreiter in der Umsetzung flexibler und individueller Assistenzmodelle.

In Schweden beispielsweise gibt es seit den 1990er Jahren das sogenannte „Persönliche Assistenzgesetz“ (LSS), das Menschen mit Behinderungen umfassende Unterstützung im Alltag ermöglicht. Die Assistenz ist dabei komplett bedarfsorientiert, und die Betroffenen haben ein hohes Maß an Eigenkontrolle über die Organisation und Durchführung der Assistenzleistungen. In Norwegen ist das Modell ähnlich: Die persönliche Assistenz wird hier als „Brukerstyrt personlig assistanse“ (BPA) bezeichnet und ist fest im Sozialsystem verankert. Beide Länder setzen stark auf Selbstbestimmung und flexible Einsatzmöglichkeiten der Assistenzkräfte.

In den USA gibt es das „Consumer-Directed Personal Assistance Program“ (CDPAP), das es den Assistenznehmern ermöglicht, ihre Assistenten selbst auszuwählen, anzustellen und zu schulen. Dies schafft nicht nur ein hohes Maß an Freiheit, sondern fördert auch das Vertrauen und die Kontinuität in der Betreuung.

Ein entscheidender Unterschied zu Deutschland ist die oft bessere finanzielle und rechtliche Absicherung der Assistenten, die in diesen Ländern oftmals durch Tarifverträge und klare gesetzliche Regelungen geschützt sind. Auch die Flexibilität bei der Abrechnung und Organisation der Assistenz ist höher, was gerade in Notfallsituationen entscheidend sein kann.

Hier setzt meine Idee der Notfall-Assistenz-App an. Ziel meiner App ist es, genau diese Lücken zu schließen und die persönliche Assistenz in Deutschland flexibler, schneller und effizienter zu gestalten. Besonders bei unvorhergesehenen Ausfällen von Assistenzkräften kann die App helfen, kurzfristig Ersatz zu finden und somit die Selbstbestimmung der Assistenznehmer zu gewährleisten. Zudem könnte die App langfristig dazu beitragen, den Beruf des persönlichen Assistenten attraktiver zu machen, indem sie bessere Vernetzungsmöglichkeiten und flexiblere Einsatzmöglichkeiten bietet.

Während die internationalen Modelle zeigen, wie Inklusion und Selbstbestimmung gelingen können, ist es wichtig, auch in Deutschland innovative Wege zu gehen. Meine App könnte dabei ein wichtiger Baustein sein, um die persönliche Assistenz hierzulande auf ein neues Niveau zu heben – mit einem klaren Fokus auf Inklusion, Teilhabe und gesellschaftliche Anerkennung.

Jeder kleine Schritt zählt: Neue Kontakte, neue Chancen und viel Austausch.

Heute war wieder so ein Tag, an dem ich gemerkt habe, wie wichtig jeder noch so kleine Schritt für mein Projekt ist. Manchmal fühlt es sich an, als würde ich mit meiner Notfall-Assistenz-App nur in kleinen Schritten vorankommen – aber jeder dieser Schritte zählt.

Ich habe heute Nancy in meiner Telegram-Gruppe begrüßt. Es tut immer wieder gut, wenn neue Menschen dazukommen, die sich für meine Idee interessieren und bereit sind, mitzudenken. Es war ein richtig schöner Austausch, und ich habe ihr mein Konzept vorgestellt. Parallel dazu habe ich über Instagram Kontakt zu Natascha aufgenommen. Sie hat mit ihrer offenen Art sofort mein Interesse geweckt, und ich habe ihr mehr über meine App-Idee erzählt. Ich hoffe, dass sie vielleicht Lust hat, sich aktiv einzubringen – wer weiß, was daraus noch entstehen kann.

Ein bisschen durchwachsen war die Rückmeldung vom Deutschen Behindertenrat. Sie können mein Projekt leider nicht direkt unterstützen. Natürlich ist das erstmal ein kleiner Dämpfer, aber gleichzeitig haben sie mir den Tipp gegeben, mich an die einzelnen Mitgliedsverbände zu wenden. Ich werde also genau dort anknüpfen und die Verbände direkt anschreiben. Es ist ein bisschen wie ein Puzzle: Manchmal passt ein Teil nicht, aber vielleicht ist das nächste genau das richtige.

Auf LinkedIn habe ich heute auch wieder die Werbetrommel gerührt. Es kostet mich immer ein bisschen Überwindung, meine Gedanken so öffentlich zu teilen. Aber ich weiß, dass meine Notfall-Assistenz-App nur dann wachsen kann, wenn ich den Mut habe, laut über sie zu sprechen. Jedes Feedback, jeder Kommentar und jede Nachricht sind für mich wertvolle Bausteine auf diesem Weg.

Den Tag über habe ich weiter recherchiert, nach Fördermöglichkeiten gesucht und neue politische Ansprechpartner identifiziert. Es ist unglaublich, wie viel Zeit in die Vernetzung fließt, aber ich merke auch, wie wichtig genau diese Kontakte sind. Mein Termin im Berliner Abgeordnetenhaus rückt immer näher, und ich möchte einfach bestmöglich vorbereitet sein.

In meiner Telegram-Gruppe war heute richtig viel los. Es ist so motivierend, die Ideen und Gedanken der anderen zu hören, gemeinsam zu überlegen und neue Ansätze zu finden. Dieser direkte Austausch ist so wertvoll, denn er zeigt mir immer wieder, dass ich mit meiner Idee nicht alleine bin.

Am Ende des Tages fühle ich mich erschöpft, aber auch ein bisschen stolz. Es sind diese kleinen Momente, die mir zeigen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Selbst wenn nicht jede Tür sofort aufgeht, schaue ich weiter nach links und rechts – denn manchmal ist der Seiteneingang ja der bessere Weg.

Ich bin gespannt, was die nächsten Tage bringen und freue mich darauf, euch weiterhin auf dem Laufenden zu halten. Jeder Austausch, jede Idee und jedes offene Ohr sind eine große Unterstützung für mich.

Alles Liebe,
Ilka

Aus dem Alltag heraus zur großen Idee: Meine Reise zur Notfall-Assistenz-App

Ich bin Ilka Hannig, und meine Geschichte ist vielleicht nicht die typische Erfolgsstory aus der Startup-Welt. Ich bin keine gelernte Unternehmerin, keine IT-Expertin und habe auch keinen MBA in der Tasche. Was ich jedoch mitbringe, ist eine ordentliche Portion Herz, Intuition und den festen Glauben daran, dass man auch aus einer Notsituation heraus etwas Großes schaffen kann.

Die Idee zu meiner Notfall-Assistenz-App entstand nicht am Schreibtisch, sondern mitten in meinem Alltag. Ich lebe selbst mit persönlicher Assistenz, erhalte Grundsicherung und bin aufgrund meiner körperlichen Einschränkung in der vollen Erwerbsminderung. Diese Situation bringt viele Herausforderungen mit sich – insbesondere wenn es um spontane Ausfälle meiner Assistenten geht. Ich erlebe täglich, wie schwierig es ist, im Notfall kurzfristig passende Unterstützung zu finden. Es gibt Momente, in denen ein Personalausfall bedeutet, dass mein gesamter Tag durcheinandergerät – nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen Menschen, die auf Assistenz angewiesen sind.

Anstatt zu warten, dass jemand anderes eine Lösung findet, habe ich einfach angefangen. Ganz ehrlich, am Anfang wusste ich nicht viel darüber, wie man ein solches Projekt angeht. Aber ich habe mich reingearbeitet, kleine Schritte gemacht, Kontakte geknüpft und immer weiter gelernt. Ich handle oft intuitiv und bin vielleicht nicht immer direkt die perfekte Profi-Gründerin, aber ich mache es mit viel Herz und voller Überzeugung.

Mittlerweile habe ich nicht nur ein detailliertes Konzept und einen Businessplan vorliegen, sondern auch ein kompetentes App-Entwickler- und Business-Team an meiner Seite. Was mir jetzt noch fehlt, ist die finanzielle Förderung, um dieses Projekt auf stabile Beine zu stellen. Aufgrund meiner vollen Erwerbsminderung sind meine eigenen Mittel sehr begrenzt, weshalb ich dringend jemanden suche, der an die Idee glaubt und bereit ist, finanziell zu fördern.

Für mich ist diese App nicht nur eine Geschäftsidee. Sie ist eine Herzensangelegenheit, eine Möglichkeit, mein eigenes Leben und das Leben vieler anderer Menschen zu verbessern. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam etwas Großes bewegen können – nicht nur in der persönlichen Assistenz, sondern auch im Hinblick auf Inklusion und Teilhabe in unserer Gesellschaft.

Mit Sonne im Herzen und großen Neuigkeiten: Meine Notfall-Assistenz-App nimmt Fahrt auf!

Hallo,

heute war ein Tag voller spannender Erlebnisse, wichtigen Begegnungen und großartigen Neuigkeiten!

Ich war heute im Berliner Abgeordnetenhaus, eingeladen zu einer Sitzung zum Thema „Bessere Bezahlung für persönliche Assistenten“. Schon der Raum war ziemlich trist, aber ich habe versucht, mit meinem gelben Sonnenschein-Pullover ein bisschen Wärme hineinzubringen. Leider durfte ich selbst nichts sagen, sondern nur zuhören – und das war gar nicht so einfach. Ich hätte so viel beitragen können, vor allem aus der Perspektive derjenigen, die täglich auf persönliche Assistenz angewiesen sind.

Dennoch war es wichtig, dabei zu sein und zu spüren, dass sich politisch etwas bewegt. Ich habe genau hingehört, viele Gedanken notiert und nehme aus dem Termin einige Impulse mit, die ich für meine Notfall-Assistenz-App nutzen kann.

Und dann gibt es noch eine großartige Nachricht: Ich habe jetzt ein erfahrenes Business-Team und App-Entwickler an meiner Seite! Gemeinsam werden wir meine Notfall-Assistenz-App nun konkret umsetzen. Alles aus einer Hand zu haben, bringt endlich Struktur in mein Projekt und ermöglicht mir, mich voll auf die inhaltliche Weiterentwicklung zu konzentrieren.

Es fühlt sich an, als würden gerade viele Puzzleteile an ihren Platz fallen. Ein riesengroßes Dankeschön an alle, die mich bisher unterstützt haben! Eure Nachrichten, eure Ideen und euer offenes Ohr bedeuten mir unglaublich viel.

Nach dem Abgeordnetenhaus-Termin habe ich noch drei Bewerber eingeladen, um meine offenen Assistenzstellen hoffentlich bald besetzen zu können. Außerdem hatte ich ein gutes Telefonat mit Herrn Radermacher, der mir wertvolle Hinweise für mein Projekt gab.

Am frühen Abend habe ich dann einfach mal die Stille genossen. Ich habe mich ausgeruht, ein bisschen Fernsehen geschaut und einfach nur losgelassen. Jetzt liege ich im Bett und lasse den Tag langsam ausklingen.

Nächste Woche Donnerstag steht bereits der nächste spannende Termin an: Ich habe endlich meinen Termin bei EnterAbility bekommen. Ich bin gespannt, welche neuen Möglichkeiten sich dort auftun.

Ich freue mich sehr auf die nächsten Schritte und werde euch natürlich weiterhin auf dem Laufenden halten. Manchmal braucht es eben eine Portion Sonnenschein, um auch in tristen Räumen einen kleinen Unterschied zu machen – und genau das möchte ich mit meiner App auch erreichen.

Alles Liebe,
Ilka

Mein Bericht zur Sitzung im Abgeordnetenhaus: Persönliche Assistenz und faire Arbeitsbedingungen – Wo bleibt die echte Inklusion?

Ilka Hannig

Heute war ich zu Gast im Berliner Abgeordnetenhaus, wo im Ausschuss für Arbeit und Soziales über die Themen persönliche Assistenz und die Einführung eines Tarifvertrags für persönliche Assistenten diskutiert wurde. Die Sitzung war geprägt von vielen Worten, doch leider blieb der Eindruck zurück, dass konkrete Taten noch weit entfernt sind.

Die Problematik ist klar: Während Pflegeassistenzdienste nach Tarifen der Pflegebranche bezahlt werden, die durch gesetzliche Vorgaben an Tariferhöhungen gekoppelt sind, bleiben persönliche Assistenten im Arbeitgebermodell oft auf der Strecke. Sie verdienen häufig weit unter dem Niveau vergleichbarer Pflegekräfte, obwohl sie einen genauso wichtigen Beitrag zur Unterstützung und Pflege von Menschen mit Einschränkungen leisten. Der Unterschied entsteht vor allem dadurch, dass Pflegeassistenzdienste durch Pflegekassen finanziert werden, während persönliche Assistenten über das persönliche Budget laufen, welches selten Tariferhöhungen berücksichtigt.

In der Sitzung wurde zwar über das Problem gesprochen, jedoch fehlten mir klare Ansagen, wie diese Ungerechtigkeit behoben werden könnte. Gerade im Kontext der Inklusion und der vielbeschworenen Teilhabe aller Menschen in unserer Gesellschaft ist das mehr als ernüchternd. Es wirkt fast peinlich, dass ein so zentrales Thema nur zögerlich angegangen wird, obwohl es einen so großen Einfluss auf das Leben vieler Menschen hat.

Es stellt sich die Frage, wie ernst es der Politik wirklich ist, wenn es um die praktische Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention geht. Diese Konvention verpflichtet Deutschland dazu, die volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten. Doch wie soll das gelingen, wenn die persönliche Assistenz als grundlegendes Mittel der Selbstbestimmung und Inklusion weiterhin finanziell und gesellschaftlich unterbewertet bleibt?

Ich hoffe, dass mein Projekt der Notfall-Assistenz-App dazu beitragen kann, die Situation zu verbessern. Diese App könnte nicht nur kurzfristig bei Personalausfällen helfen, sondern auch langfristig dazu beitragen, dem Beruf des persönlichen Assistenten mehr Anerkennung zu verschaffen. Vielleicht ist sie ein kleiner Schritt in die richtige Richtung – hin zu echter Inklusion und fairen Bedingungen für alle, die im System der persönlichen Assistenz tätig sind.

Es bleibt zu hoffen, dass die Politik nicht nur zuhört, sondern auch handelt. Inklusion darf nicht nur ein Schlagwort bleiben, sondern muss im Alltag ankommen – bei den Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, genauso wie bei denjenigen, die diese Unterstützung leisten.

Der Beruf des persönlichen Assistenten: Warum wir mehr Anerkennung brauchen

Ilka Hannig

Persönliche Assistenten sind für viele Menschen mit Behinderungen ein unverzichtbarer Teil des Alltags. Sie helfen dort, wo Unterstützung notwendig ist, ermöglichen Selbstbestimmung und machen Inklusion überhaupt erst möglich. Doch obwohl sie so eine wichtige Rolle spielen, erfährt dieser Beruf in der Öffentlichkeit kaum Anerkennung. Und genau das ist ein großes Problem, das sich direkt auf die Bewerbersituation auswirkt.

Aktuell ist es schwer, persönliche Assistenten zu finden – und noch schwerer, sie langfristig zu halten. Die Gründe dafür sind vielfältig: Oft fehlt es an einer klaren Berufsbezeichnung, an verlässlichen Rahmenbedingungen und vor allem an gesellschaftlicher Wertschätzung. Während Berufe in der Pflege zumindest im Ansatz als systemrelevant gelten, bleiben persönliche Assistenten häufig unsichtbar. Dabei leisten sie oft nicht weniger, manchmal sogar mehr als klassische Pflegekräfte.

Ein persönlicher Assistent unterstützt nicht nur bei alltäglichen Dingen wie der Körperpflege oder im Haushalt. Er ist Begleiter im Leben, hilft bei Behördengängen, begleitet zu Arztterminen und ist manchmal einfach nur da, wenn es gebraucht wird. Es ist ein Beruf, der sowohl körperlich als auch emotional fordert. Und trotzdem bleibt er oft unter dem Radar.

Das führt dazu, dass viele Menschen den Beruf des persönlichen Assistenten gar nicht kennen. Es gibt keine klassische Ausbildung, keine bundesweit einheitlichen Standards und auch keine gezielte Nachwuchsförderung. Viele Menschen, die sich dennoch für diesen Beruf entscheiden, kommen oft aus anderen Bereichen und finden eher zufällig den Weg in die persönliche Assistenz.

Wenn der Beruf des persönlichen Assistenten mehr Anerkennung in der Öffentlichkeit hätte, würde sich die Bewerbersituation sicherlich verbessern. Es bräuchte klare Berufsprofile, Weiterbildungsmöglichkeiten und vor allem eine bessere Bezahlung. Ein persönlicher Assistent sollte nicht das Gefühl haben, er wäre nur eine „Aushilfe“ oder eine „Übergangslösung“, sondern ein wichtiger Teil des sozialen Systems.

In meiner täglichen Arbeit und besonders im Rahmen meines Projekts der Notfall-Assistenz-App erlebe ich immer wieder, wie schwer es ist, geeignete Assistenten zu finden. Besonders in Notfallsituationen fehlt es an einer strukturierten Möglichkeit, kurzfristig Unterstützung zu bekommen. Genau hier könnte eine stärkere öffentliche Anerkennung helfen. Wenn der Beruf des persönlichen Assistenten als echter, anerkannter Beruf wahrgenommen würde, könnten auch Strukturen geschaffen werden, die eine kurzfristige Vermittlung möglich machen.

Ich wünsche mir, dass persönliche Assistenten die Wertschätzung erhalten, die sie verdienen. Dass Menschen diesen Beruf nicht nur aus der Not heraus wählen, sondern weil sie ihn als sinnvolle, erfüllende Tätigkeit erleben. Ich glaube fest daran, dass dies auch die Grundlage dafür wäre, langfristig mehr Menschen für diesen Beruf zu gewinnen – und damit nicht nur den Assistenznehmern zu helfen, sondern auch das gesamte soziale System zu stärken.

Alles Liebe,
Ilka Hannig

Zwischen Gesprächen, neuen Kontakten und großer Vorfreude: Ein Tag voller Impulse.

Hallo,

heute war wieder einer dieser Tage, an denen ich spüre, wie viel Bewegung gerade in mein Projekt kommt. Manchmal fühlt es sich an, als würde alles auf einmal passieren – und genau das ist irgendwie aufregend und beängstigend zugleich.

Schon am Morgen ging es los: Der Berliner Assistenz Verein (BAV) hat mich eingeladen, morgen an einer Veranstaltung im Berliner Abgeordnetenhaus teilzunehmen. Es geht um ein wichtiges Thema: Bessere Bezahlung für persönliche Assistenten. Dort werde ich gemeinsam mit Vertretern der Linken und Grünen diskutieren kann. Es ist für mich eine große Chance, politisches Gehör zu finden, und ich bin ein bisschen aufgeregt, was mich dort erwartet.

Heute habe ich auch all meine LinkedIn-Kontakte über meine App informiert und um Unterstützung sowie Feedback gebeten. Es ist immer wieder ein kleines bisschen Überwindung nötig, so offen auf Menschen zuzugehen – aber ich weiß, dass meine App nur dann funktionieren kann, wenn ich den Mut habe, laut über sie zu sprechen.

Ich habe außerdem mehrere E-Mails verschickt, unter anderem an den Berliner Bürgermeister und weitere politische Akteure. Es geht mir darum, mögliche Fördermöglichkeiten auszuloten und meine Idee bekannter zu machen. Besonders schön war der Austausch in meiner Telegram-Gruppe, wo ich auch ein neues Mitglied, Simona, begrüßen durfte. Es ist so wertvoll, Menschen um sich zu haben, die mitdenken, hinterfragen und unterstützen.

Ein absolutes Highlight heute war die Rückmeldung aus Oberösterreich. Es gibt dort echtes Interesse an meiner App, speziell im Bereich der Personalvermittlung für persönliche Assistenz. Das hat mir unglaublich viel Motivation gegeben, denn es zeigt mir, dass meine Idee auch überregional auf Interesse stößt. Ich habe direkt geantwortet und detaillierte Fragen zur Funktionalität der App beantwortet.

Auch von Laura Sommer aus Heidelberg kam wertvolles Feedback. Sie brachte kreative Ideen ein, wie zum Beispiel ein „Notfall-Emoji-System“ und eine Wochenplanfunktion für die App. Solche Rückmeldungen sind Gold wert, denn sie helfen mir, meine App noch besser und nutzerfreundlicher zu gestalten.

In meiner Telegram-Gruppe haben wir heute intensiv über das Treffen im Abgeordnetenhaus und die Rückmeldung aus Oberösterreich gesprochen. Es tut so gut, diesen direkten Austausch zu haben und gemeinsam über mögliche Weiterentwicklungen der App nachzudenken.

Parallel dazu habe ich an einem neuen Social-Media-Post gearbeitet. Ich möchte darin auf die Einladung ins Abgeordnetenhaus eingehen und klar kommunizieren, welche Herausforderungen es in der persönlichen Assistenz gibt und warum meine Notfall-Assistenz-App genau jetzt so wichtig ist.

Morgen wird ein großer Tag. Ich bereite mich mental auf das Treffen im Abgeordnetenhaus vor, sammle weiter Feedback und halte die Kommunikation mit politischen Akteuren und Pflegeinstitutionen aufrecht. Es fühlt sich an, als würde gerade ganz viel passieren – und ich nehme jede Erfahrung, jede Rückmeldung, jedes Gespräch auf wie ein Schwamm.

Manchmal ist es ein bisschen viel, manchmal weiß ich nicht genau, wohin mich dieser Weg führt. Aber ich weiß: Ich bin auf dem richtigen Weg. Und ich bin gespannt, wohin er mich noch bringen wird.

Alles Liebe,
Ilka

Ich bin ich – und Aufgeben ist keine Option.

Hallo, ich bin Ilka Hannig.

Schon immer wusste ich ziemlich genau, was ich will und was nicht. Ich habe nie gezögert, auch mal gegen den Strom zu schwimmen, wenn es notwendig war. Manchmal stoße ich damit auf Unverständnis, manchmal auf Widerstand – aber ich bin nun mal so. Ich bin ich. Und was ich definitiv nicht kann: aufgeben.

Mein Leben war nie so richtig „Schublade-kompatibel“. Schon als Kind hatte ich meinen eigenen Kopf, meinen eigenen Weg und meinen eigenen Rhythmus. Wenn mir jemand sagte: „Das geht nicht“, dann habe ich eher die Herausforderung darin gesehen, genau das Gegenteil zu beweisen. Diese Haltung hat mich bis heute begleitet – durch meine Schulzeit, meine Ausbildungen und mein ganzes Berufsleben.

Viele Jahre habe ich mich ehrenamtlich in der E-Mailberatung für Kinder und Jugendliche engagiert. Diese Arbeit hat mir unglaublich viel gegeben, denn ich konnte zuhören, unterstützen und oft auch Hoffnung schenken. Leider musste ich diese Tätigkeit in letzter Zeit ruhen lassen, weil es organisatorisch mit meinen persönlichen Assistenten nicht mehr funktionierte. Das war für mich schwer, denn es fühlte sich ein bisschen an, als würde mir ein wichtiger Teil meines Alltags fehlen. Aber auch hier gilt: Aufgeben ist keine Option.

Vielleicht ist genau diese Haltung der Grund, warum ich jetzt mit so viel Energie an meiner Notfall-Assistenz-App arbeite. Ich habe selbst erfahren, wie schwierig es ist, in Notlagen schnelle und verlässliche Unterstützung zu finden. Und anstatt mich über die Situation zu ärgern, habe ich beschlossen, selbst eine Lösung zu schaffen.

Die Idee der Notfall-Assistenz-App entstand nicht aus einer Laune heraus, sondern aus dem echten Bedürfnis, etwas zu verbessern. Ich möchte nicht nur mir selbst, sondern auch vielen anderen Menschen helfen, die auf persönliche Assistenz angewiesen sind. Und ich weiß, dass es ein weiter Weg ist – mit vielen Hürden und auch mit Gegenwind.

Was mir dabei besonders wichtig ist: Ich möchte zeigen, dass Inklusion mehr ist als nur ein theoretisches Konzept. Sie kann ganz praktisch gelebt werden, wenn man den Mut hat, neue Wege zu gehen. Natürlich weiß ich, dass es dafür auch politische Unterstützung braucht. Deshalb scheue ich mich nicht, auch mal hoch hinauszugreifen, sei es durch E-Mails an den Bürgermeister oder durch das Vernetzen mit Menschen, die etwas bewegen können.

Ja, ich bin vielleicht ein bisschen unbequem. Ich hinterfrage, ich denke anders, und wenn ich überzeugt bin, dass etwas richtig ist, dann stehe ich dafür ein – komme, was wolle. Ich glaube daran, dass genau diese Mischung aus Entschlossenheit und Hartnäckigkeit dazu führen kann, dass meine App irgendwann einen echten Unterschied macht.

Ich freue mich über jeden Austausch, jede Idee und jede Form der Unterstützung. Und wer weiß, vielleicht schwimmen wir gemeinsam gegen den Strom und machen daraus eine richtig starke Bewegung.

Alles Liebe,
Ilka

Persönliche Assistenz: Warum sie dem Staat günstiger kommt als Pflege durch Pflegedienste oder im Heim

Persönliche Assistenz: Warum sie dem Staat günstiger kommt als Pflege durch Pflegedienste oder im Heim

Ilka Hannig

Persönliche Assistenz ermöglicht es Menschen mit Behinderungen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und aktiv an der Gesellschaft teilzuhaben. Neben den sozialen und gesellschaftlichen Vorteilen gibt es auch einen wirtschaftlichen Aspekt: Persönliche Assistenz ist für den Staat deutlich kostengünstiger als die Versorgung durch Pflegedienste oder die Unterbringung in stationären Einrichtungen. Während Pflegekräfte in stationären Einrichtungen oder im ambulanten Pflegedienst nach dem Tarifvertrag der Pflege (TVöD-P) bezahlt werden, gilt dies für persönliche Assistenten oft nicht. Stattdessen werden sie häufig direkt durch das persönliche Budget des Assistenznehmers vergütet, wodurch keine hohen Verwaltungskosten oder Margen für Pflegeanbieter anfallen.

Bei der persönlichen Assistenz wird das persönliche Budget gemäß § 29 SGB IX eingesetzt. Dieses ermöglicht es Assistenznehmern, selbstbestimmt Assistenten einzustellen und deren Vergütung eigenständig zu verwalten. Die Kosten für persönliche Assistenz variieren je nach individuellem Bedarf, liegen jedoch oft zwischen 4.000 und 7.000 Euro pro Monat. Im Gegensatz dazu liegen die Kosten für ambulante Pflegedienste häufig bei 6.000 bis 10.000 Euro monatlich, abhängig von der Intensität der Pflege und der Anzahl der täglichen Einsätze. Noch teurer wird es bei der stationären Unterbringung in Pflegeheimen, wo die Kosten zwischen 3.000 und 4.500 Euro pro Monat betragen können. Für Menschen mit intensivem Pflegebedarf können diese Kosten in speziellen Einrichtungen oder Intensivpflege-Wohngruppen sogar auf über 10.000 Euro im Monat steigen.

Ein wichtiger wirtschaftlicher Vorteil der persönlichen Assistenz liegt darin, dass viele bürokratische und verwaltungstechnische Kosten entfallen. Assistenznehmer können individuell passende Lösungen finden und flexibel auf ihre Bedürfnisse eingehen. Persönliche Assistenten werden häufig direkt angestellt oder als Honorarkräfte beschäftigt, wodurch keine zusätzlichen Kosten durch Pflegeanbieterstrukturen entstehen. Durch die flexible Gestaltung kann die persönliche Assistenz zudem verhindern, dass Menschen mit Behinderungen auf teurere stationäre Angebote angewiesen sind.

Die gesetzliche Grundlage für die persönliche Assistenz ist im § 29 SGB IX verankert, während das SGB XII (Sozialhilfe) die Kostenübernahme bei stationärer Unterbringung regelt. Im Gegensatz zur persönlichen Assistenz entstehen dem Staat bei der stationären Pflege nicht nur höhere direkte Pflegekosten, sondern auch erhebliche Folgekosten durch den erhöhten Verwaltungsaufwand.

Angesichts dieser Fakten ist es kaum nachvollziehbar, warum das persönliche Budget in vielen Regionen Deutschlands eher „kaputtgespart“ wird, anstatt es aktiv zu fördern. Dabei liegt hier ein enormes Potenzial sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Die Möglichkeit, die Assistenz individuell zu organisieren, stärkt nicht nur die Selbstbestimmung der Betroffenen, sondern entlastet langfristig auch die öffentlichen Kassen.

Genau hier setzt meine Idee der Notfall-Assistenz-App an. Sie soll Menschen mit Assistenzbedarf nicht nur in akuten Notsituationen unterstützen, sondern auch eine flexible und kosteneffiziente Möglichkeit bieten, Assistenzkräfte schnell und unkompliziert zu finden. Die App könnte so dazu beitragen, dass das persönliche Budget noch effektiver genutzt werden kann, indem sie den Zugang zu passenden Assistenten erleichtert und damit auch die Pflege- und Betreuungssituation im Alltag stabilisiert.

Statt das persönliche Budget weiter zu beschneiden, wäre es sinnvoller, es als Instrument zur Förderung einer inklusiven und kosteneffizienten Gesellschaft zu nutzen. Mit der Notfall-Assistenz-App könnte ein innovativer Schritt in genau diese Richtung gemacht werden – für mehr Selbstbestimmung, weniger Bürokratie und letztlich auch für mehr wirtschaftliche Effizienz im Sozial- und Pflegebereich.

„Vielleicht bin ich verrückt – aber vielleicht braucht es genau das!“

Hallo,

heute war wieder so ein Tag voller Energie, voller Nachrichten und voller Gedanken. Ich habe wirklich viele Menschen angeschrieben, meine Notfall-Assistenz-App vorgestellt und dabei auch ganz bewusst Kontakte gesucht, bei denen andere vielleicht den Kopf schütteln würden. Ja, vielleicht bin ich ein bisschen verrückt. Aber ich glaube, genau diese Portion Verrücktheit braucht es manchmal, um etwas wirklich Neues zu schaffen.

Ich habe nicht nur auf LinkedIn viele meiner Kontakte angeschrieben, sondern auch eine ausführliche Mail an den Berliner Bürgermeister formuliert. Ich habe konkret um Unterstützung und Fördermöglichkeiten für mein Projekt gebeten. Manchmal fühlt es sich ein bisschen so an, als würde ich Steine ins Wasser werfen und hoffen, dass die Kreise immer größer werden. Und wer weiß – vielleicht erreicht einer dieser Kreise genau die richtigen Menschen.

In mir brodelt es. Ich weiß, dass meine Idee groß ist. Und ich weiß auch, dass sie genau den politischen Background braucht, den ich jetzt schon suche. Das liegt nicht nur an der Größe des Projekts, sondern auch an meiner persönlichen Situation. Die Wahrheit ist: Rein gesetzlich dürfte ich diese Idee eigentlich gar nicht haben.

Warum? Weil ich aufgrund meiner vollen Erwerbsminderung und Grundsicherung in einem System lebe, das Menschen wie mich eher verwaltet, als sie zu fördern. Es ist ein bisschen paradox: Ich bin geistig total auf der Höhe, voller Ideen und Tatendrang, nur eben mit vier Rädern unter dem Hintern. Ja, ich brauche Unterstützung im Alltag – aber mal ehrlich, das tun viele andere Menschen auch.

Ich denke, es wäre an der Zeit, Menschen mit Behinderungen echte Möglichkeiten zu bieten, ihre Potenziale zu nutzen und ihre Ideen umzusetzen. Warum sollte ich, nur weil ich auf Assistenz angewiesen bin, weniger Wert für die Gesellschaft haben? Warum sollte meine Idee weniger wertvoll sein?

Meine Notfall-Assistenz-App könnte wirklich etwas verändern. Sie könnte eine Lücke schließen, die viele Menschen in Notlagen erleben. Sie könnte zeigen, dass Inklusion nicht nur ein schönes Wort ist, sondern dass sie auch ganz praktisch gelebt werden kann.

Ich glaube fest daran, dass meine Idee nicht nur mir selbst helfen kann, sondern dass sie auch einen echten Mehrwert für eine inklusive Gesellschaft und das Gemeinwohl bieten könnte. Und genau deshalb gehe ich diesen Weg – Schritt für Schritt, Nachricht für Nachricht, auch wenn er manchmal ein bisschen verrückt erscheint.

Vielleicht braucht es genau diese Mischung aus Verrücktheit, Mut und dem festen Glauben daran, dass Veränderung möglich ist. Und solange ich das Gefühl habe, dass mein Weg der richtige ist, gehe ich weiter.

Alles Liebe,
Ilka