.Gründen mit voller Erwerbsminderung – ein steiniger Weg, den ich trotzdem gehe

von Ilka Hannig

Ein eigenes Unternehmen zu gründen ist nie einfach. Doch für Menschen mit Behinderung, die auf staatliche Leistungen angewiesen sind – insbesondere mit voller Erwerbsminderung –, ist es oft noch schwieriger. Bürokratische Hürden, finanzielle Unsicherheiten und unflexible gesetzliche Vorgaben machen es fast unmöglich, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Und doch habe ich mich entschieden, genau diesen Weg zu gehen – weil meine Idee gebraucht wird und weil ich nicht akzeptieren will, dass bestehende Strukturen mich daran hindern.

Ich lebe mit einer körperlichen Einschränkung und erhalte Grundsicherung sowie die volle Erwerbsminderungsrente. Diese Leistungen sichern meinen Lebensunterhalt, aber sie schränken mich gleichzeitig massiv ein, wenn ich den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchte. Denn sobald ich Einkommen erziele, wird es auf meine staatlichen Leistungen angerechnet. Das bedeutet, dass ich erst lange arbeiten muss, bevor ich finanziell überhaupt einen Vorteil daraus ziehe. Gleichzeitig gibt es keine klaren Regelungen dazu, wie lange ich eine Selbstständigkeit erproben kann, ohne dass ich sofort finanzielle Einbußen erleide oder meine Erwerbsminderungsrente riskiere.

Besonders problematisch ist die Finanzierung meiner persönlichen Assistenz. Als „nicht erwerbsfähig“ gilt mein Anspruch auf Assistenz als gesichert. Doch was passiert, wenn ich gründe? Muss ich meine Assistenz dann selbst bezahlen, obwohl ich noch nicht genug verdiene? Genau hier fehlt eine gesetzliche Lösung für Menschen mit Behinderung, die sich selbstständig machen möchten.

Die bestehenden Gesetze sind nicht darauf ausgelegt, dass Menschen mit voller Erwerbsminderung ein Unternehmen gründen. Sie basieren auf dem Gedanken, dass man entweder gar nicht arbeitet oder höchstens in einem geschützten Rahmen tätig ist. Förderprogramme wie der Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit oder das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) setzen oft voraus, dass man sich komplett selbst finanzieren kann oder Sicherheiten hat – was für mich und viele andere kaum machbar ist. Gleichzeitig bieten das Sozialgesetzbuch XII (Grundsicherung) und das Sozialgesetzbuch IX (Eingliederungshilfe) zwar Unterstützung für den Alltag, sind aber nicht darauf ausgelegt, den Schritt aus der Erwerbsunfähigkeit in die Selbstständigkeit zu ermöglichen.

Trotz dieser Hindernisse werde ich es versuchen. Meine Notfall-Assistenz-App ist eine Idee, die gebraucht wird – nicht nur für mich, sondern für viele Menschen, die auf Assistenz angewiesen sind. Ich habe ein starkes Team aus App-Entwicklern und Business-Experten, ein detailliertes Konzept und bereits erste Kundenanfragen. Es fehlt nur noch die finanzielle Förderung, um das Projekt umzusetzen.

Wenn jemand Ideen hat, wie ich diesen Weg trotz voller Erwerbsminderung erfolgreich gehen kann – sei es durch Kontakte, Netzwerke oder konkrete Fördermöglichkeiten – oder wer mir aktiv helfen möchte, dann freue ich mich über jede Unterstützung. Denn Inklusion sollte auch im Unternehmertum möglich sein.

Weihnachtsbaum weg – Nervosität da, aber es geht voran.

Heute habe ich es endlich geschafft: Mein Weihnachtsbaum ist weg! Ja, es hat lange gedauert, aber ich mochte das Licht einfach zu sehr. Es hatte etwas Beruhigendes, fast Tröstliches in all dem Trubel der letzten Wochen. Aber jetzt ist es Zeit, Platz für Neues zu machen – in der Wohnung und im Kopf.

Apropos Neues: Langsam werde ich kribbelig. Donnerstag geht’s zu EnterAbility, dem Existenzgründungsprojekt für Menschen mit Behinderung. Sie unterstützen bei der Umsetzung von Geschäftsideen und helfen dabei, alles auf stabile Beine zu stellen. Ich war dort schon einmal, damals mit einer anderen Idee – aber sie war wohl noch nicht ganz ausgereift.

Diesmal sieht es anders aus. Meine Notfall-Assistenz-App ist greifbarer denn je. Es gibt ein Konzept, ein Netzwerk, erste Strukturen. Klar, ein paar Dinge sind noch offen, aber das gehört dazu. Die Voraussetzungen sind besser als beim letzten Mal, und ich hoffe, dass ich diesmal eine echte Chance bekomme.

Parallel dazu war ich heute wieder viel auf LinkedIn unterwegs, habe mich mit meinen Kontakten ausgetauscht, neue Vernetzungen geknüpft und über den aktuellen Stand meiner Notfall-Assistenz-App gesprochen. Es ist spannend zu sehen, wie sich aus diesen Gesprächen immer wieder neue Möglichkeiten ergeben. Manchmal braucht es nur ein paar Worte oder eine Idee von jemand anderem, um mir eine neue Perspektive zu geben.

Ein großes Thema heute war auch die Suche nach Fördermöglichkeiten. Es gibt so viele Programme, aber den richtigen Weg zu finden, ist nicht gerade einfach. Das go-digital-Programm könnte eine gute Möglichkeit sein, also habe ich eine Anfrage rausgeschickt. Auch die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr werde ich mir noch genauer ansehen. Die Vorstellung, eine finanzielle Unterstützung zu bekommen, ist echt motivierend – es würde so vieles erleichtern und mir mehr Raum geben, mich voll auf die Umsetzung zu konzentrieren.

Heute ging es auch wieder um die Frage, wie ich Assistentinnen motivieren kann, sich in der App zu registrieren. Dabei wurde mir nochmal klar, dass es nicht nur um die technische Umsetzung geht. Rahmenbedingungen spielen eine riesige Rolle – zum Beispiel steuerfreie Zuschläge für Notfälle oder flexiblere Arbeitszeiten. Es ist spannend, solche Themen mitzudenken, weil sie zeigen, wie wichtig die App für das ganze System sein kann.

Was mir auch auffällt: Viele Dinge sind inzwischen Routine geworden. Mails schreiben, recherchieren, Netzwerken – das läuft mittlerweile fast automatisch. Und genau das fühlt sich gut an. Weil es mir zeigt, dass ich dranbleibe, dass es nicht nur eine Idee ist, sondern ein Projekt, das wächst.

Es fühlt sich gerade an, als würde sich wirklich etwas bewegen. Ich bin gespannt, was die nächsten Tage bringen – ich lasse mich überraschen und mache einfach weiter.

Alles Liebe,
Ilka

Warum es für persönliche Assistenten noch kein anerkanntes Berufsbild gibt – und warum das dringend geändert werden muss.

von Ilka Hannig

Dieser Bericht ist entstanden, weil ich immer wieder gefragt werde, warum es für persönliche Assistenten noch immer kein offiziell anerkanntes Berufsbild oder einen verbindlichen Leitfaden gibt. Tatsächlich ist das eine berechtigte Frage – schließlich leisten persönliche Assistenten eine essenzielle Arbeit, die vielen Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Dennoch fehlt es an einer klaren gesetzlichen Grundlage, die diesen Beruf offiziell definiert und anerkennt.

Persönliche Assistenten übernehmen eine Vielzahl von Aufgaben, die je nach Bedarf der assistierten Person variieren. Sie sind nicht nur unterstützend im Alltag tätig, sondern ermöglichen auch die Teilnahme am Arbeitsleben, an Freizeitaktivitäten und an der Gesellschaft insgesamt. Trotz dieser wichtigen Rolle gibt es bislang keine offizielle Ausbildung, kein standardisiertes Berufsbild und keinen gesetzlich geregelten Leitfaden für persönliche Assistenz. Jeder kann diesen Beruf ausüben, unabhängig von Vorerfahrungen oder spezifischer Ausbildung. Während das einerseits Flexibilität bietet, führt es auch zu Unsicherheiten, sowohl für die Assistenten selbst als auch für die assistierten Personen. Es fehlen einheitliche Qualifikationsstandards, was dazu führt, dass die Qualität der Assistenz stark variieren kann. Zudem gibt es keine arbeitsrechtlichen Regelungen, die speziell auf diesen Beruf zugeschnitten sind. Das betrifft Fragen zu Gehalt, Arbeitszeiten, Urlaub oder Fortbildungen.

Besonders problematisch ist, dass die gesetzlichen Regelungen von Bundesland zu Bundesland und von Kostenträger zu Kostenträger unterschiedlich sind. Während einige Regionen erste Ansätze zur Standardisierung verfolgen, fehlt eine bundesweit einheitliche Regelung. Dadurch bleibt der Beruf in vielen Bereichen unterbewertet und wird oft nicht als eigenständige Profession wahrgenommen, sondern eher als eine individuelle Dienstleistung. Das erschwert nicht nur die öffentliche Anerkennung, sondern verhindert auch eine angemessene Bezahlung und langfristige Arbeitsplatzsicherheit für Assistenten.

Ein offizielles Berufsbild für persönliche Assistenten wäre jedoch nicht nur für die Assistenten selbst von Vorteil, sondern auch für Menschen mit Behinderungen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind. Eine gesetzliche Definition und ein verbindlicher Leitfaden würden für mehr Klarheit und Sicherheit sorgen. Assistenten hätten dadurch geregelte Arbeitsbedingungen, eine faire Entlohnung und die Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung. Gleichzeitig würde die Qualität der Assistenz durch gezielte Schulungen und Qualifizierungen verbessert werden. Dadurch würde der Beruf für mehr Menschen attraktiv, was langfristig dem Fachkräftemangel entgegenwirken könnte.

Die bestehenden Gesetze zur Eingliederung und Teilhabe, wie das Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) oder das Bundesteilhabegesetz (BTHG), haben zwar einige Verbesserungen gebracht, enthalten aber keine klaren Vorgaben für persönliche Assistenz als Beruf. Das Arbeitsschutzgesetz und das Mindestlohngesetz gelten zwar auch für persönliche Assistenten, aber sie berücksichtigen nicht die besonderen Arbeitsbedingungen, die mit dieser Tätigkeit verbunden sind. Es braucht eine gesetzliche Definition des Berufsbildes mit klaren Aufgabenbereichen und Mindestanforderungen, eine geregelte Ausbildung oder Qualifizierung, arbeitsrechtliche Standards für Lohn, Arbeitszeiten und soziale Absicherung sowie einen bundesweiten Leitfaden, der für alle Kostenträger verbindlich ist.

Persönliche Assistenz ist ein unverzichtbarer Bestandteil echter Inklusion. Ohne sie wäre ein selbstbestimmtes Leben für viele Menschen mit Behinderungen nicht möglich. Trotzdem fehlt bis heute eine offizielle Anerkennung als Beruf – mit allen Konsequenzen für Assistenten und Assistenznehmer. Es wird Zeit, dass sich das ändert. Eine klare gesetzliche Regelung und ein einheitlicher Leitfaden würden nicht nur die Arbeitsbedingungen für Assistenten verbessern, sondern auch die Qualität der Assistenz steigern und somit die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen stärken.

Ich werde immer wieder gefragt, warum es kein offizielles Berufsbild für persönliche Assistenten gibt – und genau deshalb habe ich diesen Bericht geschrieben. Denn die Frage ist berechtigt, und die Antwort ist klar: Es gibt keinen guten Grund, warum dieser Beruf nicht längst offiziell anerkannt ist. Jetzt ist es an der Zeit, das zu ändern.

Bericht: Warum die Gesetzesgrundlage zur Eingliederung und Erwerbsminderung für Menschen mit körperlichen Einschränkungen modernisiert werden muss


von Ilka Hannig

Echte Inklusion und Teilhabe am Arbeitsmarkt sind für Menschen mit körperlichen Einschränkungen noch immer nicht selbstverständlich. Die bestehenden Gesetze zur Eingliederung und Erwerbsminderung orientieren sich oft nicht an den realen Bedürfnissen der Betroffenen und sind nicht mehr zeitgemäß. Ich bin überzeugt, dass eine Reform notwendig ist, um mehr Menschen mit Behinderungen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen und langfristig ihre Teilhabe zu sichern.

Die aktuelle Situation – ein veraltetes System mit vielen Hürden

Derzeit basiert die Einstufung von Menschen mit Behinderungen im Arbeitsmarkt auf einem System, das stark an Defiziten orientiert ist. Wer als erwerbsgemindert gilt, hat oft nur eingeschränkte Möglichkeiten, einer regulären Arbeit nachzugehen, da viele Hilfesysteme darauf ausgelegt sind, Arbeitsfähigkeit zu begrenzen statt zu fördern.

Das Problem beginnt bereits bei der Feststellung der Erwerbsminderung:

Menschen mit Behinderungen, die arbeiten wollen, laufen Gefahr, als „nicht erwerbsfähig“ eingestuft zu werden, wodurch sie auf Sozialleistungen angewiesen bleiben.

Wer eine Erwerbsminderungsrente bezieht, darf nur begrenzt hinzuverdienen, was den Anreiz zur beruflichen Weiterentwicklung hemmt.

Unterstützungsangebote wie das Budget für Arbeit oder Assistenzleistungen sind oft an starre Regelungen gebunden, die nicht die individuellen Anforderungen des Arbeitsmarkts berücksichtigen.

Arbeitgeber zögern häufig, Menschen mit Behinderungen einzustellen, weil bürokratische Hürden und Unsicherheiten bei Förderungen bestehen.

Diese Strukturen führen dazu, dass viele Menschen mit körperlichen Einschränkungen entweder gar nicht arbeiten können oder in prekären Beschäftigungsverhältnissen landen. Dadurch geht viel Potenzial verloren – sowohl für die Betroffenen als auch für die Gesellschaft und die Wirtschaft.

Was sich ändern muss – eine Gesetzesanpassung für echte Inklusion

Damit Menschen mit körperlichen Einschränkungen wirklich in den Arbeitsmarkt integriert werden können, müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen an die heutige Zeit angepasst werden. Dazu gehören:

1. Flexiblere Einstufung der Erwerbsfähigkeit: Menschen sollten nicht allein aufgrund medizinischer Kriterien als „erwerbsgemindert“ eingestuft werden, sondern auch nach ihren tatsächlichen Fähigkeiten mit passenden Unterstützungsangeboten.

2. Abbau finanzieller Einschränkungen: Das Hinzuverdienen zur Erwerbsminderungsrente muss einfacher und attraktiver gestaltet werden, damit Menschen in Arbeit bleiben können, ohne finanzielle Einbußen zu befürchten.

3. Stärkung des Budgets für Arbeit: Dieses sollte für mehr Menschen zugänglich sein und nicht nur für bestimmte Behinderungsgruppen gelten. Es muss flexibler und unbürokratischer gestaltet werden, damit Arbeitgeber es leichter nutzen können.

4. Verbindliche Vorgaben für Inklusion in Unternehmen: Eine echte Verpflichtung zur barrierefreien Gestaltung von Arbeitsplätzen und Anreize für Unternehmen, Menschen mit Behinderungen einzustellen, sind notwendig.

5. Mehr Assistenzmöglichkeiten im Beruf: Viele Menschen mit körperlichen Einschränkungen könnten arbeiten, wenn sie mehr Unterstützung durch Assistenzkräfte bekämen – diese darf nicht als Ausnahme, sondern muss als selbstverständlicher Bestandteil des Arbeitsmarktes gesehen werden.

Fazit – es ist Zeit für eine Veränderung

Die heutigen Gesetze sind nicht auf eine inklusive Arbeitswelt ausgerichtet. Sie müssen modernisiert werden, um Menschen mit Behinderungen nicht nur eine passive Versorgung, sondern echte berufliche Chancen zu bieten. Der Arbeitsmarkt hat sich verändert – Digitalisierung und neue Arbeitsmodelle bieten viele Möglichkeiten, die für Menschen mit Einschränkungen ideal wären, doch die Gesetzeslage hält oft noch an alten Strukturen fest.

Ich glaube, dass eine Reform in diesem Bereich nicht nur Menschen mit Behinderungen zugutekommt, sondern auch der gesamten Gesellschaft. Inklusion darf nicht nur ein theoretisches Ziel bleiben – sie muss sich in der Gesetzgebung widerspiegeln und aktiv gefördert werden.

Wenn aus einer kleinen Idee Realität wird.

Manchmal muss ich echt kurz innehalten und mir bewusst machen, was da gerade passiert. Es fühlt sich irgendwie unglaublich an. Am Anfang war da nur diese kleine Idee, die mir nachts im Bett kam. Ich konnte nicht schlafen, meine Gedanken kreisten, und plötzlich war da dieser Gedanke: „Es müsste doch möglich sein, eine Lösung für Notfälle in der persönlichen Assistenz zu schaffen.“

Damals war es wirklich nur eine vage Vorstellung. Ich hätte nie gedacht, dass ich heute über Roadmaps, Fördermöglichkeiten und die Funktionalität meiner Notfall-Assistenz-App sprechen würde. Dass ich mit einem Team zusammensitze und ganz konkret überlege, wie die App aussehen soll und welche Funktionen sie haben könnte.

Es ist so ein schönes Gefühl, zu merken, dass aus einer Idee langsam etwas Reales wird. Es ist fast ein bisschen magisch, wenn ich ehrlich bin. Vor allem, wenn ich bedenke, dass das Fundament dieser Idee wirklich einfach so nachts im Bett entstanden ist.

Ich habe in den letzten Wochen so viele E-Mails verschickt, mit so vielen Menschen gesprochen und mein Projekt immer wieder vorgestellt. Ich weiß noch genau, wie unsicher ich am Anfang war. Ob das überhaupt jemand ernst nehmen würde? Ob meine Idee wirklich Bestand hat? Und jetzt spüre ich: Ja, das hat sie!

Besonders schön war es heute, als ich gefragt wurde, ob ich bei der Erstellung eines Leitfadens oder sogar eines Berufsbildes für persönliche Assistenten mithelfen möchte. Vielleicht könnte ich sogar Fortbildungen in diesem Bereich mitgestalten. Natürlich habe ich sofort zugesagt! Es tut einfach gut zu sehen, dass sich hier aus eigener Initiative etwas bewegt – und dass ich ein Teil davon sein kann.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so weit komme. Dass ich wirklich sagen kann: „Das hier wird echt!“ Aber genau das passiert gerade. Ich mache einfach weiter, jeden Tag ein bisschen. Manchmal kleine Schritte, manchmal größere. Und irgendwie fügen sich die Dinge zusammen.

Ich lasse mich überraschen, was als Nächstes passiert. Und ich freue mich darauf, euch weiter mitzunehmen auf dieser Reise. Es fühlt sich gerade so gut an, diesen Weg zu gehen – und das Beste daran ist, dass er noch lange nicht zu Ende ist.

Alles Liebe,
Ilka

Inklusion, Teilhabe und persönliche Assistenz – warum mir dieses Thema so wichtig ist.


von Ilka Hannig

Für mich gehören Inklusion, Teilhabe und persönliche Assistenz untrennbar zusammen. Ich lebe jeden Tag damit und merke oft, dass dieses Thema in der Öffentlichkeit und in der Politik kaum Beachtung findet. Manchmal frage ich mich, ob das bewusst passiert oder ob viele einfach nicht wissen, wie sie mit Inklusion und Teilhabe umgehen sollen. Vielleicht schwingt da auch die Angst mit, dass es teuer werden könnte, wenn man sich ernsthaft damit beschäftigt.

Dabei ist genau das Gegenteil der Fall! Das persönliche Budget im Arbeitgebermodell ist ein gutes Beispiel dafür. Es spart dem Staat sogar Geld, weil die Betroffenen – oder besser gesagt die „Nutzer“ – selbst die Organisation übernehmen. Ich erlebe es täglich: Wenn ich meine Assistenzkräfte selbst einstelle und alles eigenständig manage, dann entlaste ich damit das Sozialsystem und gewinne gleichzeitig mehr Selbstbestimmung.

Genau deshalb habe ich die Idee für meine Notfall-Assistenz-App entwickelt. Ich möchte damit nicht nur im Alltag helfen, sondern vor allem das Thema persönliche Assistenz und Inklusion sichtbarer machen. Es geht mir darum, dass diese Themen mehr Lobbyarbeit und Aufmerksamkeit bekommen – denn am Ende geht es immer um das Gemeinwohl und darum, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

Ich weiß, dass viele Menschen, die mit Assistenz leben oder in diesem Bereich arbeiten, sich mehr Anerkennung und Respekt wünschen. Schließlich ist Teilhabe ein Menschenrecht, wie es in der UN-Behindertenrechtskonvention steht. Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam mehr Offenheit schaffen und zeigen, wie viel Potenzial in echter Inklusion steckt.

Mit meiner Notfall-Assistenz-App möchte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten. Mein Ziel ist es, Barrieren abzubauen, neue Wege zu gehen und das Thema Inklusion und persönliche Assistenz in die Mitte der Gesellschaft zu rücken.

Wenn Ideen magisch werden: Neue Impulse, wertvolle Begegnungen und kleine Wunder.

Hallo zusammen,

heute war so ein Tag, an dem ich das Gefühl hatte, dass alles ein bisschen magisch ist. Es sind viele kleine Dinge passiert, die mir zeigen, dass ich auf dem richtigen Weg bin – mit meiner Notfall-Assistenz-App und mit allem, was gerade in meinem Leben passiert.

Ich habe heute unzählige E-Mails verschickt, an Institutionen, Förderer und politische Ansprechpartner. Darunter waren Sozial- und Gesundheitsministerien, Versicherungen und verschiedene Verbände. Jedes Mal, wenn ich meine Idee vorstelle, ist das ein bisschen wie ein Sprung ins kalte Wasser. Aber genau das braucht es wohl, damit aus einer Idee Wirklichkeit werden kann.

In meiner Telegram-Gruppe durfte ich heute neue Mitglieder begrüßen. Es ist immer schön, wenn Menschen dazukommen, die sich für meine App interessieren und ihre eigenen Gedanken dazu beisteuern. Es ist ein bisschen, als würde jede neue Perspektive das Puzzle meiner Idee weiter vervollständigen.

Ein besonderer Moment heute war das Gespräch mit meinem Team. Wir haben ganz konkret über die Funktionalität und das Design der App gesprochen. Es war das erste Mal, dass sich alles so real und greifbar anfühlte. Plötzlich war da dieses Gefühl: „Hier entsteht wirklich etwas Gutes!“. Fast ein bisschen Gänsehaut-Magie, wenn ich ehrlich bin. Es ist verrückt, wie aus einer Idee, die erst nur in meinem Kopf war, langsam etwas Anfassbares wird.

Ich habe heute auch viele Ideen gesammelt und alles in einem PDF-Dokument festgehalten. Manchmal sprudeln die Gedanken einfach so, und ich versuche, alles sofort aufzuschreiben, damit nichts verloren geht. Ich möchte, dass die App nicht nur funktioniert, sondern wirklich einen Unterschied im Alltag der Menschen macht.

Auch auf Social Media war ich heute wieder aktiv. Ich habe meine Netzwerke auf LinkedIn und in meiner Telegram-Gruppe auf dem neuesten Stand gehalten. Es braucht immer ein bisschen Mut, so offen über meine Ideen zu sprechen, aber das Feedback ist so wertvoll. Es zeigt mir, dass meine Idee nicht nur in meinem Kopf Sinn macht, sondern auch bei anderen ankommt.

Ein ganz besonderer Moment kam heute Abend: Ich wurde in einer Telegram-Gruppe für Assistenznehmer gefragt, ob ich mithelfen möchte, einen Leitfaden oder sogar ein Berufsbild für persönliche Assistenten zu erstellen. Vielleicht könnte ich auch Fortbildungen für diesen Bereich mitentwickeln. Klar, da bin ich dabei! Ich finde es gerade so spannend und ermutigend zu sehen, dass sich da etwas bewegt – und das aus eigener Initiative heraus. Es ist genau dieses Gefühl, dass gemeinsam etwas Gutes entstehen kann, das mir so viel Energie gibt.

Am Abend habe ich mir dann bewusst eine kleine Pause gegönnt. Nach all den Mails, Gesprächen und Gedanken über die App musste ich einfach mal durchatmen. Ich lag auf dem Sofa, habe Musik gehört und den Gedanken freien Lauf gelassen. Es tat gut, einfach mal still zu werden und die kleinen magischen Momente des Tages zu spüren.

Ich freue mich schon auf morgen und darauf, welche neuen Türen sich öffnen. Manchmal braucht es nur einen kleinen Funken, um etwas Großes zu entfachen – und ich glaube, heute war so ein Funke dabei.

Alles Liebe,
Ilka

Verdienstmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen als Assistent.


von Ilka Hannig

In den letzten Tagen habe ich immer wieder Fragen zu den Verdienstmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen als Assistentin oder Assistent erhalten. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, die wichtigsten Informationen hierzu einmal zusammenzufassen.

Die Verdienstmöglichkeiten als Assistenzkraft variieren stark je nach Einsatzbereich, Träger und Region. Generell liegt der Stundenlohn in der persönlichen Assistenz zwischen 13 und 18 Euro brutto, abhängig von Qualifikation und Erfahrung. In besonderen Fällen oder bei speziellen Anforderungen sind auch höhere Löhne möglich. Bei festen Anstellungen erfolgt die Bezahlung oft nach Tarifverträgen wie dem TVöD (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst).

Ein besonderes Thema, vor allem hier in Berlin, ist die Refinanzierung der Tarifverträge im Rahmen des Persönlichen Budgets im sogenannten Arbeitgebermodell. Während bei Pflegediensten, die Assistenzkräfte beschäftigen, häufig Tarifverträge greifen, gestaltet sich dies im privaten Bereich des Persönlichen Budgets deutlich schwieriger. Obwohl das Arbeitgebermodell im Persönlichen Budget den Staat erheblich weniger kostet – schließlich übernimmt der Assistenznehmer selbst die gesamte Organisation, Vertragsgestaltung, Lohnabrechnung und Verwaltung – ist es oft eine Herausforderung, tarifliche Entlohnungen im Finanzhaushalt zu refinanzieren.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), die seit 2009 auch in Deutschland gilt. Sie schreibt unter anderem das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und Teilhabe in der Gemeinschaft vor. Persönliche Assistenz ist dabei ein zentrales Instrument, um dieses Recht umzusetzen. Während klassische Pflegedienste oft einen medizinischen und pflegerischen Fokus haben, unterstützt die persönliche Assistenz Menschen mit Behinderungen dabei, ein eigenständiges Leben zu führen. Die Assistenz orientiert sich hierbei voll an den Wünschen und Bedürfnissen der assistierten Person, sei es bei alltäglichen Aufgaben, der Freizeitgestaltung oder beruflichen Aktivitäten.

Leider gibt es nicht viele Dienste, die persönliche Assistenz im Sinne der UN-BRK anbieten. Häufig wird das Angebot von klassischen Pflegediensten übernommen, deren Strukturen jedoch oft nicht auf die individuellen Anforderungen der persönlichen Assistenz ausgerichtet sind. Während Pflegedienste standardisierte Pflegeleistungen nach festen Abläufen erbringen, erfordert die persönliche Assistenz eine viel höhere Flexibilität und Individualität.

Gerade in Notfallsituationen wird dieser Unterschied deutlich. Persönliche Assistentinnen und Assistenten kennen die Bedürfnisse und Kommunikationsweisen der unterstützten Person genau und können somit gezielt helfen. Aus diesem Grund habe ich die Notfall-Assistenz-App entwickelt. Die App ermöglicht es, in Notfällen schnell und unkompliziert Unterstützung durch persönliche Assistenten zu organisieren. Sie stellt sicher, dass die Hilfeleistung nicht nur schnell, sondern auch bedarfsgerecht erfolgt – im Sinne der assistierten Person und unter Wahrung ihrer Selbstbestimmung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten in der persönlichen Assistenz stark von der Art der Anstellung abhängen. Während der private Haushalt ein hohes Maß an Flexibilität und Individualität bietet, ermöglicht die Anstellung beim Pflegedienst eine geregelte Struktur und Sicherheit durch Tarifverträge und Fortbildungsangebote. Die Wahl des passenden Arbeitsumfelds hängt dabei stark von den persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen der Assistenzkräfte ab.

Es bleibt zu hoffen, dass sowohl die Politik als auch die Kostenträger zukünftig mehr Möglichkeiten schaffen, persönliche Assistenz angemessen zu finanzieren und damit die Rechte aus der UN-Behindertenrechtskonvention konsequent umzusetzen. Die Notfall-Assistenz-App ist hierbei ein Schritt in die richtige Richtung, um die Versorgungslücke zu schließen und Menschen mit Behinderungen mehr Sicherheit und Unabhängigkeit zu bieten.

Ein Tag voller Begegnungen, Mails und ganz viel Herz.

Hallo zusammen,

Heute war ein Tag, der sich irgendwie besonders angefühlt hat. Ich habe so viele kleine Schritte gemacht, die mich meinem Ziel wieder ein Stück näher bringen. Es gab viele Begegnungen, ich habe unzählige Mails verschickt und es fühlt sich gut an, wenn ich spüre, dass meine Notfall-Assistenz-App immer mehr Menschen erreicht.

Ein echter Gänsehaut-Moment war mein Bewerbungsgespräch heute. Die Bewerberin für meine Assistentenstelle hat mich sofort begeistert. Sie strahlt so eine Herzlichkeit und Offenheit aus – genau das, was es braucht, um im Alltag gemeinsam gut klarzukommen. Schon während des Gesprächs hatte ich das Gefühl: Das könnte richtig gut passen! Solche Begegnungen machen mir Mut und zeigen mir, dass es sich lohnt, weiterzumachen.

Besonders spannend finde ich, dass ich seitdem ich mit meiner App-Idee an die Öffentlichkeit gegangen bin, deutlich mehr Bewerbungen bekomme. Es scheint, als würde meine Geschichte Menschen erreichen und vielleicht auch inspirieren. Vielleicht liegt es daran, dass sie spüren, wie viel Herzblut in meiner Idee steckt und wie sehr ich mir wünsche, dass sich etwas bewegt.

Heute habe ich auch wieder viele E-Mails verschickt. An Krankenkassen, Förderer und mögliche Unterstützer. Es kostet manchmal Überwindung, immer wieder meine Idee zu erklären und um Unterstützung zu bitten, aber ich weiß: Nur wer fragt, kann auch eine Antwort bekommen. Und manchmal ist genau die eine Mail der entscheidende Funke, der etwas ins Rollen bringt.

In meiner Telegram-Gruppe war heute auch einiges los. Der Austausch dort ist so wertvoll, und ich habe wieder viele neue Ideen und Anregungen mitgenommen. Es ist schön, nicht alleine zu sein, sondern so viele Menschen an meiner Seite zu wissen, die meine Idee mittragen.

Am Abend habe ich dann ganz bewusst eine Pause eingelegt. Ich habe mich auf dem Sofa gemütlich gemacht, Musik gehört und einfach mal die Gedanken schweifen lassen. Diese kleinen Pausen sind so wichtig, damit ich meine Energie bewahren kann und mit neuer Kraft in den nächsten Tag starte.

Ich freue mich schon darauf, euch weiter mitzunehmen auf meiner Reise. Jeder kleine Schritt, jedes Gespräch und jede Mail sind gerade so wichtig – und ich bin voller Zuversicht, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Alles Liebe,
Ilka

Warum ist es so schwer, passende Bewerber für die persönliche Assistenz zu finden?

Ilka Hannig

Die Suche nach geeigneten Bewerbern für die persönliche Assistenz ist für viele von uns, die im Arbeitgebermodell leben, eine echte Herausforderung. Persönliche Assistenz ist weit mehr als nur ein Job – sie bedeutet, dass jemand in sehr intime und private Bereiche des Lebens eintritt. Vertrauen, Zuverlässigkeit und ein respektvoller Umgang sind dabei entscheidend. Doch genau diese Voraussetzungen machen es so schwer, passende Assistenten zu finden.

Oftmals zeigt sich bereits im Bewerbungsprozess, dass viele Interessierte kein klares Bild davon haben, was der Job als persönliche Assistenz wirklich bedeutet. Es ist kein klassischer Pflegeberuf, sondern vielmehr eine Unterstützung in allen Lebensbereichen, von der Freizeitgestaltung über die Haushaltsführung bis hin zur Begleitung zu Terminen. Das erfordert nicht nur Flexibilität, sondern auch eine hohe soziale Kompetenz und die Bereitschaft, sich auf individuelle Bedürfnisse einzulassen.

Hinzu kommt, dass die Arbeitsbedingungen in der persönlichen Assistenz oft wenig attraktiv wirken. Unregelmäßige Arbeitszeiten, spontane Einsätze und die oft nicht ausreichende Bezahlung schrecken viele potenzielle Bewerber ab. Gerade im Vergleich zu etablierten Pflegeberufen, die in tarifgebundenen Einrichtungen deutlich besser bezahlt werden, fällt die persönliche Assistenz finanziell oft hinten runter. Die fehlende Anerkennung und mangelnde Absicherung in diesem Bereich machen die Jobsuche zusätzlich schwer.

Auch die bürokratischen Hürden sind nicht zu unterschätzen. Wenn Menschen über das persönliche Budget ihre Assistenten selbst anstellen, müssen sie sich plötzlich mit Arbeitsrecht, Lohnabrechnung und Versicherungen auseinandersetzen. Das ist für viele, die selbst mit ihrer Behinderung genug zu tun haben, eine große Belastung. Gleichzeitig bedeutet das für potenzielle Assistenten oft Unsicherheit, wenn sie nicht genau wissen, wie das Anstellungsverhältnis organisiert ist.

Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie frustrierend es ist, wieder und wieder neue Bewerber einzuarbeiten, nur um nach wenigen Wochen wieder ohne Unterstützung dazustehen. Der ständige Wechsel belastet nicht nur den Alltag, sondern auch die Psyche. Denn persönliche Assistenz bedeutet auch, Beziehungen aufzubauen – und es tut weh, wenn diese immer wieder abrupt enden.

Umso wichtiger ist es, dass wir langfristige Lösungen finden. Die Idee meiner Notfall-Assistenz-App entstand genau aus diesem Bedarf heraus. Sie soll helfen, im Notfall schnell passende Assistenzkräfte zu finden und gleichzeitig mehr Menschen für diesen wichtigen Beruf zu begeistern. Doch auch darüber hinaus braucht es in unserer Gesellschaft ein Umdenken. Wir müssen die persönliche Assistenz als das wertschätzen, was sie ist: ein essenzieller Baustein für Inklusion und ein selbstbestimmtes Leben.