Manchmal zeigen sich die stärksten Schritte ganz leise.

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Heute war so ein Tag, an dem ich spürte: Es geht weiter. Vielleicht nicht laut, aber spürbar. Ich habe mich weiter intensiv mit der Vereinsgründung von AssistenzGestalten e.V. beschäftigt – Kontakte gepflegt, neue Impulse gesammelt und wieder ein Stück mehr Klarheit in die offenen Punkte rund um die formalen Schritte gebracht. Es tut gut zu sehen, wie sich aus vielen Gedanken langsam Wirklichkeit formt.

Ein besonderes Highlight heute: Ich habe eine neue Assistentin eingearbeitet – wobei „neu“ nicht ganz stimmt, denn sie war schon einmal Teil meines Teams. Umso schöner ist es, wenn jemand wiederkommt. Das gibt Vertrauen, Stabilität – und ein bisschen Hoffnung, dass manches doch Bestand hat.

Dann habe ich mir heute einfach Zeit genommen für etwas, das mir Kraft gibt: das Schreiben. Zwei neue Gedichte sind entstanden, die ich bei Schreibwettbewerben eingereicht habe. Einfach so. Ohne Erwartungen – aber mit Herz. Und allein das hat mir gutgetan.

Ich war lange draußen unterwegs, spazieren, einfach durchatmen, auftanken. Das ist meine Art, all die Eindrücke zu sortieren und mich wieder zu erden.

Ich gehe mit einem guten Gefühl in den Abend.
Weil ich heute kleine, stille Schritte gegangen bin.
Und die führen oft genau dorthin, wo Neues beginnt.

– Ilka

http://www.assistenzgestalten.de
http://www.startnext.com/assistenzgestalten

Fake Inklusion – Wenn Inklusion nur auf dem Papier existiert .


von Ilka Hannig

Ich kann das Wort „Inklusion“ mittlerweile kaum noch hören – und das sage ich als jemand, die sich ihr Leben lang für ein bisschen mehr Teilhabe, mehr Gerechtigkeit und mehr Selbstbestimmung stark gemacht hat. Nicht, weil ich aufgebe – sondern weil ich ehrlich bin: Was in Deutschland als Inklusion verkauft wird, ist oft nichts weiter als Fassade. Fake Inklusion. Schöne Worte – ohne Konsequenzen.

Ich lebe mit Behinderung, ich bin auf persönliche Assistenz angewiesen, habe einen Pflegegrad, erhalte Grundsicherung und gelte offiziell als voll erwerbsgemindert – obwohl ich arbeiten möchte. Ich habe acht Jahre vor Gericht versucht, einen Weg in den Teilerwerb zu finden. Vergeblich. Das System kennt nur den Weg rein, nicht wieder raus. Und obwohl mir mein Hausarzt eine Arbeitsfähigkeit von sechs Stunden täglich bescheinigt hat, wurde ich abgelehnt.

Dabei steht in Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes ganz klar:
„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“
Und doch – genau das passiert. Täglich.

Die UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland 2009 ratifiziert hat, fordert Selbstbestimmung, Chancengleichheit und volle Teilhabe.
Das SGB IX und das Bundesteilhabegesetz sollen genau das absichern – aber viele von uns erleben: Die Realität sieht anders aus. Wir kämpfen gegen Behörden, gegen starre Systeme, gegen Unverständnis. Und gegen Diskriminierung, die nicht immer laut, aber immer wirksam ist.

Ich nutze das Arbeitgebermodell im Persönlichen Budget, stelle meine Assistenzkräfte selbst ein. Aber dabei wird man in eine Rolle gedrängt – als Chef, Manager, Personalverantwortliche – ohne Anleitung, ohne Ausbildung, ohne Ansprechpartner. Und wenn es Probleme gibt? Dann heißt es oft: „Das liegt in Ihrer Verantwortung.“
Dabei steht nirgendwo, wie man dieser Verantwortung überhaupt gerecht werden kann.

Viele Assistenznehmer:innen erleben genau das: Sie wollen selbstbestimmt leben, aber das System gibt ihnen keine echte Chance. Es fehlt an Strukturen, an Schulungen, an Beratung. Genau deshalb gründe ich gerade den Verein AssistenzGestalten e.V. – ein Ort, wo wir gemeinsam lernen, fordern, wachsen. Wo persönliche Assistenz nicht nur eine Leistung ist, sondern eine Haltung.

Und ja – ich weiß, dass es unbequem ist, diese Dinge anzusprechen. Ich weiß, dass es Menschen nervt, wenn ich sage: So geht es nicht weiter. Aber ich habe lange genug geschwiegen. Inklusion ist kein Geschenk – sie ist ein Recht. Und wer sie nicht ernsthaft umsetzt, verweigert Teilhabe.

Fake Inklusion passiert dann, wenn man von Vielfalt redet – aber Einfalt lebt. Wenn man Programme schreibt – aber keine Menschen einbindet. Wenn man Barrierefreiheit verspricht – aber Türen verschlossen bleiben.
Und solange das so bleibt, werde ich nicht aufhören, darüber zu sprechen.

Mach mit. Unterstütze uns.
Vereinsgründung: http://www.assistenzgestalten.de
Crowdfunding: http://www.startnext.com/assistenzgestalten

„Still werden, um wieder zu spüren“

Heute war ein Tag, an dem ich einfach mal raus musste – raus aus allem, raus aus dem Gedankenkarussell, raus aus der ständigen Anspannung. Ich war viel spazieren, habe tief geatmet, mich treiben lassen, einfach mal still gehalten. Und das war wichtig.

Wenn ich ehrlich bin – und das will ich hier heute sein – braucht es in meinem Alltag oft eine Kraft, die fast schon übermenschlich wirkt. Diese Resilienz, dieses ständige Durchhalten, Organisieren, Kämpfen, Balancieren… das ist kein kleines bisschen. Es ist viel. Sehr viel.

Ich bewege so viele Dinge, baue etwas auf, bin Arbeitgeberin, Projektleiterin, Gründerin – und das alles mit einer Behinderung, die nicht verschwindet, nur weil ich funktioniere. Es wird von mir erwartet, dass ich alles im Griff habe, dass ich Pläne aus dem Ärmel zaubere, selbst wenn es brennt. Dass ich kreativ, geduldig, verständnisvoll und strukturiert bin – gleichzeitig. Immer.

Und die Wahrheit ist: Ich mache das alles. Meistens sogar gut. Aber eben nicht ohne Preis. Deshalb brauchte ich heute Stille. Keine Termine. Keine To-do-Listen. Kein Gedrängel. Nur ich, mein Atem, meine Gedanken und die Wege unter meinen Füßen.

Vielleicht ist das, was ich sagen will: Auch wenn wir stark sind, brauchen wir Ruhe. Auch wenn wir vieles tragen, müssen wir uns manchmal selbst tragen lassen – von einem stillen Tag, einem Spaziergang, einem Moment, in dem nichts verlangt wird.

Heute war so ein Moment. Und ich bin dankbar dafür.

– Ilka

Inklusion 2025 – Warum ist das eigentlich immer noch so schwer?


von Ilka Hannig

Ehrlich gesagt: Ich mache mich nicht für Inklusion stark, weil ich irgendwelche Ideale vertreten will oder in der Politik mitmischen möchte. Ich tue es, weil ich einfach nur mein Leben leben will. Mit einem Job. Mit Alltag. Mit ganz normalen Dingen. Mehr nicht.

Und trotzdem fühlt es sich oft so an, als müsste ich dafür kämpfen. Immer wieder. Für Zugänge, für Chancen, für Selbstverständlichkeit. Und ich frage mich: Warum eigentlich?

Es passiert ja einiges – zumindest auf dem Papier. Das Gesetz zur Förderung eines inklusiven Arbeitsmarkts z. B. ist ein guter Schritt. Seit 2024 müssen Unternehmen, die keinen einzigen schwerbehinderten Menschen beschäftigen, deutlich mehr Ausgleichsabgabe zahlen. Das soll endlich einen Anreiz setzen, Türen zu öffnen statt Ausreden zu finden.

Auch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das im Juni 2025 in Kraft tritt, ist wichtig. Endlich müssen bestimmte Produkte und Dienstleistungen – wie Bankterminals oder Webseiten – barrierefrei sein. Es wird höchste Zeit, dass digitale Teilhabe nicht länger ein Luxus für wenige bleibt, sondern ein Recht für alle wird.

Aber trotzdem spüre ich: Vieles bleibt auf halbem Weg stehen. Viele Systeme sind einfach nicht für Vielfalt gebaut. Und oft kommt mir die Frage: Warum stellt sich die Gesellschaft eigentlich so an?

Die Antwort ist ehrlich, wenn auch unbequem: Weil Inklusion Veränderung bedeutet. Und das mögen viele nicht.
Inklusion heißt, sich von der alten Idee der „Normalität“ zu verabschieden – und eine Gesellschaft zu gestalten, in der Menschen verschieden sein dürfen, ohne ausgeschlossen zu werden. Es heißt, Systeme umzubauen, Gewohnheiten zu überdenken, Macht zu teilen. Und das macht Angst.

Aber ohne diese Veränderungen bleibt alles beim Alten – und das kann doch niemand ernsthaft wollen.
Viele denken: „Warum sollen wir alles ändern – nur für ein paar?“
Aber das ist ein Denkfehler. Es geht nicht um ein paar, es geht um eine Gesellschaft, die für alle da ist. Inklusion macht unsere Welt verständlicher, menschlicher, flexibler – nicht nur für Menschen mit Behinderung, sondern für uns alle.

Und ja: Es fehlt oft einfach an Erfahrung und Kontakt. Wer nie mit Inklusion zu tun hatte, denkt oft in Klischees. Und Unsicherheit wird dann zu Ablehnung, bevor überhaupt ein Gespräch stattfindet.

Was mich dabei richtig nervt: Diese große Kluft zwischen Reden und Handeln. Es wird so viel über Offenheit und Vielfalt gesprochen – aber sobald es konkret wird, kommt: „Zu teuer“, „Zu kompliziert“, „Passt grad nicht“. Ganz ehrlich? Das sind Ausreden, keine Argumente.

Inklusion ist unbequem. Aber sie ist richtig. Und sie ist nötig.

Ich glaube, was uns fehlt, ist Konsequenz. Nicht nur in der Politik – auch im Alltag, im Denken, im ganz normalen Miteinander. Ich wünsche mir, dass wir endlich aufhören, Inklusion als „Zusatzaufgabe“ zu betrachten. Sie ist kein Extra. Sie ist ein Menschenrecht.

Und ja – ich bin müde von Lippenbekenntnissen. Aber ich bin auch noch nicht hoffnungslos. Weil ich Menschen sehe, die etwas verändern wollen. Weil ich sehe, wie langsam, aber sicher etwas in Bewegung kommt. Und weil ich fest daran glaube: Eine Gesellschaft, die Platz für alle schafft, wird für alle besser.

Deshalb gründe ich gerade den Verein „AssistenzGestalten e.V.“ –
ein Ort für Austausch, Fortbildung, politische Arbeit und Vernetzung im Bereich Persönliche Assistenz.

Und parallel läuft unsere Crowdfunding-Kampagne, um genau diese Arbeit zu ermöglichen:

Mehr erfahren und unterstützen:
http://www.assistenzgestalten.de
http://www.startnext.com/assistenzgestalten

Denn: Inklusion beginnt da, wo wir Verantwortung übernehmen.

Ilka Hannig
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Wenn Worte flüstern dürfen.

Heute habe ich eine Nachricht von Amazon bekommen – mein E-Book darf veröffentlicht werden. Und auch wenn es vielleicht „nur“ ein kleines Buch mit Gedichten ist, fühlt es sich für mich wie etwas ganz Großes an. Es ist kein perfektes Werk. Ganz bewusst nicht. Ich habe alle Ecken, Kanten und kleinen Fehler dringelassen – weil mein Leben auch nicht glatt ist. Warum also sollten es meine Worte sein?

In diesem Buch fließt mein Leben durch die Zeilen. Nicht laut, sondern wie ein leiser, aber beständiger Faden. Vielleicht wie ein seidenes Band, vielleicht auch wie ein dünnes Drahtseil – je nachdem, wie das Leben eben gerade so schwingt. Mal zart, mal gespannt bis zum Zerreißen. Und genau das wollte ich zeigen: dass es auch Stärke ist, wenn man sich nicht verbiegt.

Ich habe diese Gedichte über viele Jahre geschrieben. In Momenten voller Hoffnung, aber auch in Phasen von Zweifel, Wut oder Traurigkeit. Vielleicht ist dieses Buch meine leise Form von Rebellion – gegen all das, was mir gesagt wurde, was ich nicht sein, nicht tun oder nicht erreichen könne.

Heute geht mein kleiner Gedichtband also in die Welt. Und ich bin stolz. Weil ich mich getraut habe. Weil ich mich zeig. Und weil ich mir – ganz egal, was andere sagen – meinen Platz nehme.

Danke an alle, die mich bestärken, begleiten oder einfach still mitlesen.

Eure Ilka

http://www.assistenzgestalten.de
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http://www.patreon.com/Ilkamaus

Wenn meine Seele flüster.

Hallo ihr Lieben, 

Nun ist er da mein 1. Gedichtband  " Wenn die Seele flüstert "

Überblick über das Buch
Es ist ein sehr persönlicher Gedichtband der meiner Seele Gehör verschafft.

Er zeigt das alle Emotionen, die in uns wirken mit einander zusammen spielen und miteinander verbunden sind.
Produktdetails
ASIN: B0F9V2PHTK
Barrierefreiheit: Erfahre mehr
Erscheinungstermin: 23. Mai 2025
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 718 KB
Screenreader: Unterstützt
Verbesserter Schriftsatz: Aktiviert
X-Ray: Nicht aktiviert
Word Wise: Nicht aktiviert
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 76 Seiten
PageFlip: Aktiviert

Als E Book erhältlich
Über Amazon Kindle. für  5,29 € erhältlich

Bestimmt noch nicht perfekt,  aber ich eben.
Viel Spaß beim Lesen.

Alles Liebe Ilka

Zwischen Struktur und Vorfreude – die Reise geht weiter.

Die letzten beiden Tage waren voll mit Organisation, Gesprächen, Gedanken – und vor allem: mit viel innerer Bewegung.

Ich habe mich intensiv mit der Vereinsgründung von AssistenzGestalten e.V. beschäftigt. Es wurde viel geschrieben, geplant, sortiert. Ich habe E-Mails beantwortet, formale Fragen recherchiert, und mit meinem Business-Team die nächsten Schritte besprochen. Stück für Stück wird deutlicher, was wir noch brauchen – und was wir schon geschafft haben.

Ja, manchmal sind es genau diese Tage, die auf dem Papier eher unspektakulär wirken – aber innerlich viel sortieren. Sie bringen Klarheit. Und Klarheit ist das, was ich gerade brauche, um mit dem Verein bald den offiziellen Weg zu gehen.

Ein kleines Highlight hat mich besonders gefreut: die Terminbestätigung für mein persönliches Kennenlerngespräch bei Challenge2025 von Social Impact. Am 03. Juni darf ich mein Projekt vorstellen – online, aber mit ganz viel Herz. Für mich ist das ein starkes Zeichen, dass meine Idee auch außerhalb meiner Welt gesehen wird. Und das gibt Kraft.

Ich habe mich außerdem nach einem Notar für die Online-Anmeldung umgeschaut – auch hier wird es langsam konkreter. Und ja, ich bin ehrlich: Ich bin aufgeregt. Weil alles so nah rückt. Weil ich weiß, wie viel da dran hängt – für mich, für andere, für ein bisschen mehr Gerechtigkeit im Alltag.

Diese zwei Tage waren nicht laut. Aber sie waren wichtig. Und sie haben mich wieder daran erinnert: Ich bin auf dem Weg. Und das zählt.

Danke, dass ihr ihn mit mir geht.

Mehr über meinen Verein und mein Projekt findet ihr hier:
http://www.assistenzgestalten.de
http://www.startnext.com/assistenzgestalten

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Wenn aus Gedanken Bücher werden.


Ilka Hannig

Heute war einer dieser Tage, an denen vieles gleichzeitig passiert – still im Hintergrund und doch mit großer Wirkung.

Ich habe wieder aktiv an der Weiterentwicklung meines Projekts gearbeitet. Gemeinsam mit meinem Business-Team habe ich über neue Strategien und die nächsten Schritte zur Umsetzung von AssistenzGestalten e.V. gesprochen. Unser Telefonat war richtig produktiv – wir haben geplant, strukturiert und überlegt, wie wir die Vereinsgründung jetzt zielgerichtet abschließen. Es fühlt sich gut an, Menschen an meiner Seite zu wissen, die mit mir gemeinsam vorangehen wollen.

Am Nachmittag hatte ich dann mehrere Gespräche mit Bewerber:innen für meine freie Assistenzstelle. Diese Begegnungen brauchen Zeit – und Vertrauen. Ich habe viel erklärt, zugehört, beobachtet – und werde jetzt einfach drüber schlafen. So etwas will in Ruhe durchdacht sein.

Danach war ich länger spazieren, einkaufen – einfach draußen sein, die Gedanken sortieren. Und dann, ganz für mich, habe ich mir heute einen kleinen Herzenswunsch erfüllt:

Ich habe meinen Gedichtband als E-Book bei Amazon veröffentlicht. Der Titel: „Wenn meine Seele flüstert.“ Noch wird alles geprüft – aber schon bald wird es öffentlich sein. Und das fühlt sich unglaublich an. Denn diese Gedichte begleiten mich schon lange. Sie waren oft meine Sprache, wenn ich sprachlos war. Und jetzt dürfen sie hinaus in die Welt. Vielleicht berühren sie jemanden, der gerade leise Worte braucht.

Ich weiß nicht, wohin diese Wege mich führen – mit meinem Projekt, dem Verein, dem Schreiben. Aber ich weiß, dass ich unterwegs bin. Und dass jeder Schritt zählt.

Danke, dass ihr ein Stück mit mir geht.

Herzlich, Ilka
http://www.assistenzgestalten.de
http://www.startnext.com/assistenzgestalten

Zwischen Gesprächen und Gedichten.

Heute war einer dieser Tage, an denen vieles gleichzeitig passiert – innerlich wie äußerlich. Ich hatte Besuch von Bewerber:innen für meine Assistenzstelle im persönlichen Budget. Solche Gespräche sind immer besonders, denn es geht nicht nur um Aufgaben und Arbeitszeiten – es geht ums Menschliche. Um das, was zwischen den Zeilen mitschwingt. Ich habe viel erklärt, zugehört, beobachtet – und am Ende bleibt ein Gefühl: Ich muss darüber schlafen. Assistenz ist Vertrauen, Nähe, Alltag – da reicht kein schneller Eindruck.

Zwischendurch habe ich die Zeit draußen genutzt – ein Spaziergang, ein Eis in der Hand, frische Luft im Gesicht. Es klingt banal, aber manchmal ist genau das der Ausgleich, der mir hilft, weiter klarzudenken. Gerade wenn so viele Entscheidungen anstehen, tut es gut, einfach mal einen Schritt zurückzutreten.

Ein besonderes Highlight war heute ein sehr stiller, persönlicher Moment: Ich habe meine alten Gedichte aus der Schublade geholt. Texte, die ich über Jahre geschrieben habe – leise, ehrlich, nah. Und plötzlich war da dieser Gedanke: Warum eigentlich nicht ein Buch daraus machen? Vielleicht ist es an der Zeit, meine Worte fliegen zu lassen. Nicht perfekt. Aber echt.

Auch für den Verein AssistenzGestalten e.V. ging es heute weiter: Es gab neue Aufgaben, die geklärt werden müssen – rechtliche Dinge, die Anmeldung, das Gründungsprotokoll. Alles kleine Schritte, aber sie gehören dazu. Und ich nehme sie an, auch wenn sie manchmal anstrengend sind.

Es war ein Tag voller Gespräche, Gedanken und Geschichten. Und während ich das hier schreibe, spüre ich: Ich wachse da gerade in etwas hinein. Langsam, aber mit ganzem Herzen.

Danke, dass ihr mich begleitet.
Eure Ilka

http://www.assistenzgestalten.de
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Wir lassen nicht locker – weil Selbstbestimmung einen fairen Lohn braucht.


Ein persönlicher Beitrag von Ilka Hannig

Wenn man mich fragt, warum ich mich so sehr für Persönliche Assistenz im Arbeitgeber*innenmodell einsetze, ist meine Antwort einfach: Weil sie mein Leben trägt. Sie bedeutet für mich nicht nur Unterstützung im Alltag, sondern auch Würde, Selbstbestimmung und Teilhabe auf Augenhöhe.

Deshalb bewegt mich die aktuelle Auseinandersetzung rund um die Refinanzierung des Tarifvertrags im AGM besonders. Denn was gerade in Berlin passiert, ist mehr als ein Verwaltungskonflikt – es ist eine Grundsatzfrage: Was ist uns echte Teilhabe wert?

Seit Wochen stehen Assistenznehmerinnen, Assistentinnen, Unterstützer*innen und Verbände gemeinsam auf der Straße – mit Mahnwachen vor dem Berliner Senat, mit Forderungen nach Gleichem Lohn für gleiche Arbeit. Denn aktuell verdienen Assistenzen im Arbeitgebermodell mehrere Hundert Euro weniger im Monat als bei Diensten – für die gleiche Arbeit, mit oft noch mehr Verantwortung. Das ist nicht nur ungerecht – es gefährdet Existenzen und treibt Menschen aus einem Modell, das für viele die einzige Möglichkeit ist, selbstbestimmt zu leben.

Ich selbst weiß, was es heißt, Arbeitgeberin im eigenen Zuhause zu sein. Was es heißt, Dienstpläne zu erstellen, Krisen zu überstehen, Menschen zu führen – und trotzdem gleichzeitig als pflegebedürftig eingestuft zu sein. Es ist kein leichter Weg. Aber es ist meiner. Und ich gehe ihn aus Überzeugung.

Deshalb: Wir lassen nicht locker.

Am 28. Mai 2025, beim großen Abschluss der Mahnwache von 13–15 Uhr vor der Oranienstraße 106 in Berlin, wird es nochmal laut, bunt und gemeinschaftlich. Ich kann selbst nicht vor Ort sein – aber ich unterstütze mit Herz und Stimme. Ich hoffe, viele zeigen sich an diesem Tag nochmal sichtbar. Denn Sichtbarkeit ist Kraft.

Und wer nicht kommen kann, der kann trotzdem helfen. Bis zum 31. Mai läuft die Postkartenaktion an Senatorin Kiziltepe. Mit wenigen Klicks kann man die Forderung nach Anerkennung und Refinanzierung unseres Tarifvertrags digital abschicken:
https://www.h74.de/postkarte/

Lasst uns zeigen: Assistenz ist kein Ehrenamt. Assistenz ist Arbeit. Und sie verdient Respekt – und faire Bezahlung.

Ilka Hannig
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