„Zwischen E-Mails, Wasser und Herzfragen.“

Tagesnotiz vom 04.08.2025

Heute war ein Tag voller Organisation – und gleichzeitig einer, der mir sehr unter die Haut ging.

Am Vormittag war ich tief in meiner Netzwerkarbeit und meinen Dokumentationspflichten.
Ich habe eine Mail an Frau Wendler vom Finanzamt für Körperschaften I geschrieben, um nach dem aktuellen Stand der Prüfung unserer Vereinssatzung zu fragen. Ich habe betont, wie wichtig diese Information für meine weiteren Planungen ist – denn ohne diese Rückmeldung bleibt vieles in der Schwebe.

Außerdem habe ich dem Notariat geschrieben, um sie über meinen Kontakt mit dem Finanzamt zu informieren. Mir ist wichtig, dass alle auf demselben Stand sind – Transparenz ist gerade in dieser Phase der Vereinsgründung so entscheidend.

Am Nachmittag ging dann noch eine Nachricht an alle Mitglieder des Vereins raus:
Das geplante Vereinstreffen am 06.08. muss leider ausfallen, weil zu viele abgesagt haben. Ich werde morgen einen neuen Terminvorschlag machen – und hoffe, dass wir dann in größerer Runde zusammenkommen.

Zwischendurch habe ich überlegt, welche sinnvollen Schritte ich in dieser Wartezeit umsetzen kann, um die Vereinsarbeit trotzdem voranzubringen. Stillstand fühlt sich für mich einfach nicht gut an. Ich brauche das Gefühl, dass es weitergeht – auch wenn es kleine Schritte sind.

Und dann kam dieser Moment, der den Tag für mich verändert hat:
Mein Bad stand unter Wasser, weil der Abfluss vom Waschbecken ein Loch hat. Erst Ärger, dann Chaos – und irgendwie passte das zu dem Gefühl, das sich heute ohnehin schon in mir aufgebaut hatte.

Denn ich musste eine Entscheidung treffen, die mir sehr nahe geht:
Ich werde mich von einer neuen Assistentin wieder trennen.
Es passt einfach nicht – vor allem was Nähe und Distanz betrifft. Und so wichtig Assistenz für meinen Alltag ist, so sehr muss diese Zusammenarbeit auf Vertrauen, Respekt und klaren Grenzen basieren.

Das hat mich heute emotional getroffen. Mehr, als ich erwartet hatte.
Also bin ich länger spazieren gegangen – um den Kopf frei zu kriegen, um all das ein bisschen zu sortieren.

Manchmal sind es gar nicht die großen Entscheidungen oder spektakulären Ereignisse, die schwer wiegen. Sondern die vielen kleinen Dinge, die sich an einem Tag ineinander schieben – bis sie spürbar werden.

Heute war so ein Tag.
Viel geregelt, viel gedacht, einiges losgelassen – und trotzdem das Gefühl, dass es weitergeht. Irgendwie.

Alles Liebe
Ilka

„Sonntag mit Nachklang und ein kleiner Schritt in Richtung Text.“

Tagesnotiz vom 03.08.2025

Heute war ein ruhiger Tag – und das war auch gut so.
Gestern war das Sommerfest mit meinem Assistenzteam und es wurde doch etwas später als geplant. Es war schön, lebendig, vertraut – aber heute brauchte ich einfach Zeit, um wieder bei mir anzukommen.
Einfach mal die Füße hochlegen, nichts müssen, nur sein.

Zwischendurch habe ich dann doch noch etwas erledigt:
Am Freitag hatte ich mich ja bei einer Redaktion als freie Texterin beworben – und heute kam eine freundliche Rückmeldung.
Man bat mich um eine Schreibprobe oder einen bereits veröffentlichten Artikel.
Also habe ich ein paar meiner Texte zusammengestellt und meinen Blog empfohlen.
Das fühlt sich immer ein bisschen mutig an – sich zeigen, sich „bewerben“ mit dem, was aus dem Inneren kommt. Aber ich hab’s getan.
Und jetzt… mal schauen, was passiert.

Ich merke, wie gut es mir tut, zu schreiben.
Nicht nur für mich, sondern vielleicht auch bald im Auftrag, mit Wirkung, mit Ziel.
Ein kleiner Schritt – aber einer, der sich richtig anfühlt.

Und so endet dieser Sonntag leise, aber zuversichtlich.
Manchmal ist genau das die beste Form von Fortschritt.

Alles Liebe Ilka

„Klein, aber genau richtig.“


Tagesnotiz vom 02.08.2025

Gestern war es endlich so weit:
Das kleine Sommerfest mit meinen Assistent:innen, das ich in den letzten Tagen geplant und vorbereitet hatte, hat stattgefunden.

Es waren zwar nur wenige da – aber genau das hat dem Fest eine besondere Ruhe und Nähe gegeben. Kein großer Trubel, keine Hektik. Stattdessen ehrliche Gespräche, gemeinsames Lachen und eine schöne, entspannte Atmosphäre in einem liebevoll gepflegten Garten bei Potsdam.

Die Umgebung war einfach ideal: grün, offen, freundlich.
Es war Raum da – für Begegnung, für Dankbarkeit, für ein bisschen Leichtigkeit zwischen all den strukturierten Tagen, Dienstplänen und Herausforderungen, die uns sonst begleiten.

Für mich war dieses Fest mehr als nur ein „nettes Beisammensein“.
Es war ein bewusst gesetzter Moment der Wertschätzung – für Menschen, die täglich mit mir arbeiten, begleiten, mitdenken, mit aushalten.
Für Menschen, die oft im Hintergrund wirken, aber so wesentlich sind für mein Leben.

Und genau das hat sich gestern gezeigt:
Manchmal braucht es nicht viele Menschen, um etwas echt werden zu lassen.
Nur die richtigen.
Und einen offenen, ehrlichen Moment.

Ich bin dankbar für diesen Tag.
Für die, die da waren. Für das gute Essen, das Lächeln zwischendurch, die Sonnenstrahlen.
Und auch für die stille Erkenntnis:
Klein kann groß sein – wenn Herz dabei ist.

Zwischen Politik, Gedanken und Picknickdecken.


Tagesnotiz vom 01.08.2025

Gestern war einer dieser intensiven Schreib-Tage.
Ich habe mehrere Artikel verfasst – nicht, weil ich musste, sondern weil mich politische Themen innerlich so beschäftigt haben. Schreiben hilft mir, meine Gedanken zu sortieren. Es bringt Struktur in das, was manchmal überfordert.

Heute kam dann ein Moment, mit dem ich nicht gerechnet hatte:
Ich wurde von einer bekannten Partei gefragt, ob ich in ihrer Behindertenpolitik mitwirken möchte.
Und ja – das hat mich berührt.

Gleichzeitig hat es viele Fragen in mir aufgeworfen.
Denn: Ich mache gerne Politik – aber lieber unabhängig, mit einem offenen Blick, ohne feste Parteibindung. Ich wirke gern dort, wo Menschen konkret etwas brauchen. Wo Strukturen verändert werden können. Nicht unbedingt in Gremien oder Programmen.

Ich nehme mir Zeit, das gut zu durchdenken.
Denn für mich zählt nicht das „Wo“, sondern das „Wie“ – und ob ich dabei echt bleiben kann.

Und dann war da noch die ganz andere Seite des Tages:
Ich habe die letzten Vorbereitungen für das Sommerfest getroffen, das ich morgen für mein Assistenzteam veranstalte.
Es findet im Garten eines Assistenten bei Potsdam statt – mit Buffet, Picknickdecken und hoffentlich Sonnenschein.

Für mich ist das ein großes Dankeschön an die Menschen, die mich im Alltag begleiten.
Keine Bühne, keine großen Worte – einfach ehrliche Wertschätzung.
Denn genau da beginnt für mich echte Veränderung:
Im Miteinander. Im Alltag. Im Dasein füreinander.

 Mehr über meinen Verein in Gründung:
http://www.assistenzgestalten.de

 Meine persönliche Crowdfunding-Kampagne:
http://www.startnext.com/ich-bin-ilka-und-ich-gebe-nich

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#Netzwerkarbeit #SchreibenHilft #Challenge2025 #Zusammenhalt
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Teilhabe ist kein Luxus – sie ist ein Menschenrecht.


Ein persönlicher Beitrag von Ilka Hannig

Wenn Politiker wie Friedrich Merz die Eingliederungshilfe als „nicht länger akzeptabel“ bezeichnen, dann wird Teilhabe plötzlich zur Verhandlungsmasse. Für mich ist das mehr als enttäuschend – es ist ein direkter Angriff auf unsere Rechte, auf unsere Würde, auf unser Leben.

Ich nutze die Eingliederungshilfe in Form des Persönlichen Budgets im Arbeitgebermodell. Das bedeutet: Ich stelle meine Assistenzen selbst ein, organisiere meinen Alltag eigenständig – mit genau der Unterstützung, die ich brauche. Das ist kein Luxus, sondern eine Form von gelebter Selbstbestimmung. Und es ist mein gutes Recht.

 § 90 SGB IX verpflichtet die Träger der Eingliederungshilfe dazu, eine angemessene und individuelle Unterstützung zu leisten.
 § 29 SGB IX sichert das Persönliche Budget zu.
 Die UN-Behindertenrechtskonvention garantiert in Artikel 19 das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben mit Assistenz.
 Und Artikel 3 Grundgesetz verbietet jede Diskriminierung – auch aufgrund von Behinderung.

Wer jetzt pauschalieren oder kürzen will, verletzt diese Gesetze – und schränkt Teilhabe massiv ein. Mehr als 200.000 Menschen haben deshalb bereits die Petition „Hände weg von der Eingliederungshilfe – Teilhabe darf nicht gekürzt werden!“ unterschrieben.

 Hier geht’s direkt zur Petition:
https://www.change.org/p/hände-weg-von-der-eingliederungshilfe-teilhabe-darf-nicht-gekürzt-werden

Ich wünsche mir keine Extrawürste – nur faire Chancen. Es wird oft von Inklusion gesprochen – aber echte Inklusion beginnt mit den richtigen Rahmenbedingungen. Und mit der Bereitschaft, alle mitzudenken.

Deshalb gründe ich gerade den Verein AssistenzGestalten e. V., um genau für diese Rechte einzustehen.
 kontakt@assistenzgestalten.de
http://www.assistenzgestalten.de

Wenn du mich unterstützen möchtest, findest du hier meine persönliche Crowdfunding-Kampagne:
http://www.startnext.com/ich-bin-ilka-und-ich-gebe-nich

Denn ich gebe nicht auf – und ich gebe nicht nach.
Ich kämpfe für mein Recht auf ein Leben, das mir zusteht.

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Inklusion geht uns alle etwas an – und sie kann sich sogar lohnen.


von Ilka Hannig

Ich frag mich oft, warum wir immer noch so über Inklusion diskutieren, als wäre das ein Extra. Etwas, das man „sich leisten können muss“. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Inklusion ist ein Menschenrecht. Punkt. Steht so im Grundgesetz. Und in der UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland unterschrieben hat.

Aber trotzdem begegnet mir oft das Gefühl, als wäre es „zu teuer“, „zu kompliziert“ oder „nur für ein paar“. Und genau da liegt der Denkfehler. Inklusion ist nicht nur für Menschen mit Behinderung. Sie ist für alle. Denn: Jeder kann im Laufe seines Lebens mit Behinderung leben – durch Krankheit, Unfall, Alter. Das heißt: Wenn wir heute Systeme schaffen, die inklusiv sind, schaffen wir sie für uns alle. Auch für unser zukünftiges Ich.

Und ehrlich gesagt: Ich glaube nicht nur, dass Inklusion das Richtige ist – ich glaube auch, dass sie sich lohnt. Wirtschaftlich. Ganz praktisch.

Wenn Menschen mit Behinderung arbeiten können, zahlen sie Steuern. Sie brauchen weniger Sozialleistungen. Sie sind weniger isoliert, weniger krank, brauchen weniger Pflege. Persönliche Assistenz im Arbeitgebermodell zum Beispiel ist oft günstiger als ein Pflegedienst oder ein Heimplatz. Wenn der Staat mehr dafür tun würde, dass solche Modelle stabil finanziert sind, könnte er langfristig sogar Geld sparen – statt immer wieder teure Sonderlösungen zu zahlen, wenn’s zu spät ist.

Das Problem ist oft: Es fehlt an Verständnis. Viele wissen gar nicht, was Persönliche Assistenz im Arbeitgebermodell bedeutet. Oder was es heißt, tagtäglich um Teilhabe kämpfen zu müssen. Inklusion beginnt nicht mit großen Reden – sondern im Kleinen. Bei einem offenen Gespräch, bei einer angepassten Arbeitsstelle, bei echter Bereitschaft zuzuhören.

Ich finde: Es ist Zeit, dass wir aufhören, Inklusion als „Extraaufgabe“ zu sehen. Sie ist kein Bonus. Sie ist die Grundlage für eine gerechtere Gesellschaft. Und ja – sie bringt uns allen etwas. Nicht nur Gerechtigkeit, sondern auch ganz praktisch: eine stabilere Gesellschaft, mehr Fachkräfte, weniger Pflegekosten, mehr Vielfalt im Denken und Arbeiten.

Und weil ich nicht mehr nur darüber sprechen will, sondern etwas tun möchte, gründe ich gerade meinen eigenen Verein: AssistenzGestalten e. V. – für echte Teilhabe, persönliche Assistenz und Selbstbestimmung.

Wenn du mich unterstützen willst, schau gerne auf meiner Crowdfunding-Seite vorbei:
👉 http://www.startnext.com/ich-bin-ilka-und-ich-gebe-nich
Oder schreib mir direkt: ✉️ kontakt@assistenzgestalten.de

Inklusion ist nicht das Problem. Sie ist die Lösung.

„Ich will etwas tun. Und ich bleibe dran.“

Tagesnotiz vom 31.07.2025

Heute war wieder so ein Tag, an dem vieles gleichzeitig im Raum stand – und trotzdem hatte ich das Gefühl, einen kleinen inneren Schritt gemacht zu haben.

Am Vormittag habe ich mich weiter mit meiner Netzwerkarbeit beschäftigt, Mails sortiert, laufende Dokumentationen aktualisiert. Auch mit der Plattform von Challenge2025 habe ich mich erneut auseinandergesetzt – einige Abläufe sind noch nicht ganz klar für mich, aber ich bleibe dran. Stück für Stück erschließt sich mehr.

Ein wichtiges Update kam auch:
Der Termin mit Herrn Blaschke und weiteren Vertreter:innen der Senatsverwaltung für Pflege ist für den 10. September bestätigt. Ich soll dort mein Projekt vorstellen, und danach ist ein offener Austausch geplant.
Ich habe ein bisschen Herzklopfen bei dem Gedanken – aber auch Vorfreude.
Ich darf mein Projekt zeigen. Ich darf AssistenzGestalten e.V. sichtbar machen.

Und trotzdem – oder gerade deswegen – war da heute auch dieser Drang in mir, etwas Konkretes zu tun.
Der kleine Nebenjob, über den ich mich so gefreut hatte, wird sich noch etwas verzögern.
Also habe ich heute nochmal ein paar Bewerbungen rausgeschickt – für kleine Schreibaufträge.
Ich will etwas machen.
Ich habe das Bedürfnis, mich einzubringen.
Nicht nur zu warten, sondern aktiv zu bleiben.

Am Nachmittag war ich dann noch in einer Buchhandlung – ich brauchte Lesestoff. Einfach etwas zum Durchatmen, zum Versinken, zum Abstand gewinnen. Ein gutes Buch hilft mir oft, die Perspektive zu wechseln – oder mir selbst wieder näher zu kommen.

Außerdem habe ich weiter mein kleines Sommerfest für meine Assistent:innen geplant, das am Samstag stattfinden soll. Ich freue mich darauf, ein bisschen Danke zu sagen. Ein schöner Moment inmitten all der Arbeit. Morgen gehe ich dafür nochmal einkaufen – mit Vorfreude im Gepäck.

Und obwohl heute nichts Spektakuläres passiert ist, fühlt es sich doch rund an.
Ich habe etwas getan. Ich habe für mich gesorgt. Ich habe vorbereitet.
Und das reicht.
Manchmal ist genau das die Kunst: dranzubleiben, auch im Kleinen.

 Mehr über meinen Verein in Gründung:
http://www.assistenzgestalten.de

 Meine persönliche Crowdfunding-Kampagne:
http://www.startnext.com/ich-bin-ilka-und-ich-gebe-nich

„Manchmal ist Nichtstun genau das Richtige.“

Tagesnotiz vom 30.07.2025

Heute war ein gemischter Tag.
Am Vormittag hatte ich ein paar Zoom-Meetings – Kontakte, die über Social Media entstanden sind. Ich habe einige Gespräche wahrgenommen, andere aber auch bewusst abgesagt. Nicht, weil ich keine Lust hatte. Sondern, weil ich gespürt habe: Das passt gerade nicht.

Ich habe gelernt, meinem Bauchgefühl zu vertrauen.
Es ist nicht Schwäche, Termine abzusagen. Es ist Selbstfürsorge.
Und genau die brauche ich, wenn so vieles gleichzeitig läuft.

Nach den Meetings habe ich dann noch etwas Büroarbeit erledigt – Mails beantwortet, Unterlagen sortiert, ein paar organisatorische Dinge für den Verein weitergeführt.
Aber ehrlich gesagt: So richtig bei mir war ich dabei nicht mehr.

Deshalb habe ich heute Nachmittag einfach mal gar nichts gemacht.
Keine Listen. Keine Aufgaben. Keine Termine.

Ich habe mich aufs Sofa gelegt, mich mit meinen Samtpfoten eingekuschelt – meine Katzen spüren oft besser als ich, wann es Zeit ist, zur Ruhe zu kommen – und einfach ein bisschen Fernsehen geschaut.
Nichts Anspruchsvolles. Nur etwas zum Abschalten.
Und genau das hat gutgetan.

Ich merke immer mehr, dass Pausen nicht „verlorene Zeit“ sind.
Sondern kleine Atemräume, die mir helfen, morgen wieder klarer zu sehen.
Und heute war so ein Tag, an dem das völlig okay war.

Alles Liebe
Ilka

„Weil ich weiß, wie wertvoll ich bin.“

Tagesnotiz vom 29.07.2025 – Teil 2

Heute Nachmittag bin ich einen langen Spaziergang über den Friedhof direkt vor meinem Haus gegangen. Es war ruhig, friedlich. Und genau diese Stille hat mir gutgetan. Ich gehe dort oft, wenn ich Luft brauche – im Kopf, im Herz, im Körper.
Zwischen den alten Bäumen, den verwitterten Grabsteinen und den kleinen Zeichen von Erinnerung finde ich manchmal genau das: ein Stück Klarheit.

Und während ich so laufe, spricht mich eine meiner Assistentinnen an.
Ein ehrliches, direktes Gespräch. Sie fragt mich plötzlich:
„Warum machst du das eigentlich alles? Warum gibst du nicht einfach auf? Und warum ehrenamtlich?“

Die Frage hat mich nicht erschreckt.
Sie hat mich getroffen – aber auf eine gute, klärende Art.
Denn genau das werde ich öfter gefragt. Und ja, manchmal frage ich mich das auch selbst.

Aber meine Antwort kam wie aus mir heraus:
Aufgeben liegt mir nicht.

Wenn ich mich hängen ließe, würde meine körperliche Einschränkung vielleicht wieder fortschreiten. Und ich hätte einfach zu viel Leere. Zu viel Stillstand. Zu viel Langeweile.

Aber da ist noch etwas Tieferes:
Es gibt Menschen, die mich am Boden sehen wollten. Die mich verletzt haben.
Die geglaubt haben, ich sei klein.
Und weißt du was? Denen schenke ich diesen Sieg nicht.

Ich habe lange gebraucht, um das sagen zu können, aber heute weiß ich:
Ich bin wertvoll.

Ich habe mir meine Situation nicht ausgesucht. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Und mehr noch: Ich habe etwas zu geben.
Etwas, das in keiner Akte steht. Etwas, das man nicht berechnen kann.
Etwas, das echt ist.

Was ich tue – ob im Aufbau meines Vereins, in der Entwicklung von Workshops, in meiner ehrenamtlichen Arbeit oder beim Schreiben – das tue ich, weil ich es will. Weil ich leben will.
Nicht nur funktionieren.

Und ja: Es wäre Zeit, mir eine Chance zu geben.
Nicht als Gnade – sondern als Vertrauen.
Als Möglichkeit, zu zeigen, was ich kann. Was ich beitragen kann.
Was ich bin.

Und vielleicht ist genau das der Punkt:
Das alles ist ein Geschenk.
Dass ich das heute sagen kann. Dass ich das spüre. Dass ich lebe – auf meine Weise. Alles Liebe Ilka

„Struktur, Verbindung – und Vorfreude auf das, was kommt.“

Heute war einer dieser Tage, an dem vieles leise und im Hintergrund passiert – aber genau deshalb wichtig ist.

Ich habe wie so oft Netzwerkarbeit gemacht: E-Mails sortiert, Kontakte gepflegt, Abläufe dokumentiert, Gedanken festgehalten. Das ist nicht immer spektakulär, aber es gibt mir Struktur – und das ist Gold wert, wenn so vieles gleichzeitig wächst.

Ein besonderer Moment war heute mein Treffen mit Milena, einem aktiven Mitglied unseres Vereins. Wir haben zusammengesessen, gesprochen, gelacht, geplant – und vor allem: beschlossen.

Ende August nehmen wir uns eine intensive Arbeitswoche.
Jeden Tag wollen wir uns treffen, um unsere geplanten Workshops inhaltlich auszuarbeiten. Richtig konzentriert, mit Raum für Tiefe, Klarheit und neue Ideen. Kein „irgendwann mal“, kein „wir müssten mal“ – sondern konkret, gemeinsam, Schritt für Schritt.

Es fühlt sich so gut an, nicht allein zu arbeiten, sondern im Miteinander Dinge entstehen zu lassen. Ideen, die nicht nur in Gedanken existieren, sondern in greifbare Formen übergehen. Und plötzlich ist sie da, diese Vorfreude: auf Inhalte, auf Wirkung, auf das, was wir gestalten können.

Ich merke heute einmal mehr: Struktur ist nicht kalt. Struktur ist ein Geschenk.
Weil sie Ideen Halt gibt – und Menschen verbindet, die etwas bewegen wollen.

Und das macht diesen Tag für mich besonders.
Viele Grüße Ilka