Zwischen den Tagen – leise Gespräche und viel Wahrheit

Tagesnotiz – 25. Dezember 2025

Der 25. Dezember war für mich ein stiller, friedlicher Tag. Ich habe bewusst entschieden, heute keine privaten Anrufe anzunehmen – nur für echte Notfälle. Menschen und Themen, die mir gerade nicht guttun, habe ich in mein inneres „Teflon-Archiv“ geschoben. Nicht aus Trotz, sondern aus Selbstfürsorge.

Den ganzen Tag war ich bei meinem Mann. Wir haben gegessen, geredet, Filme geschaut. Leise, gemütlich, ohne Druck. In diesen ruhigen Momenten sind wir auf eine sehr prägende Zeit meines Lebens gekommen: die Jahre, in denen ich über zwei Jahre bettlägerig war. Eine OP, lange Heilung, viel Geduld – und vor allem dieses Gefühl, anderen ausgeliefert zu sein. Diese Zeit vergisst man nicht.

Warum das heute wieder hochkam? Mein Mann wollte verstehen, warum mir Unabhängigkeit so wichtig ist. Warum ich Freiheit brauche. Warum Vertrauen manchmal schwerfällt. Die Antwort ist einfach und zugleich kompliziert: Ich habe viel überlebt. Und jeder Schritt zurück fühlt sich für mich noch immer an wie ein Scheitern – auch wenn er manchmal nötig wäre.

Wir haben darüber gesprochen, was vielleicht kommt im nächsten Jahr. Dass Umwege nötig sein könnten. Dass Versorgung Sicherheit braucht – und ich lernen muss, meinen inneren Widerstand zu lösen, falls es so kommt. Das waren intensive Gespräche, zwischen Kohlrouladen und Glühwein. Sie haben gutgetan. Sie haben ein wenig Angst genommen.

Viele erleben mich als mutig und stark. Die Wahrheit ist: Oft macht mich die Angst mutig. Denn Aufgeben ist keine Option.
Alles Liebe
Ilka 🌻

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