Rückblick | 14.–16. Dezember 2025
Die letzten Tage waren intensiv – innerlich wie äußerlich.
14.12.
Ich habe mir bewusst erlaubt, nichts zu müssen. Einfach ausruhen. Nachdenken. Atmen. Manchmal ist das kein Luxus, sondern überlebenswichtig.
15.12.
Der Beratungseinsatz für die Krankenkasse stand an. Dabei ging es auch um meinen Deckenlifter – ein Hilfsmittel, ohne das ich nicht ins Bett komme.
Was folgte, war ein ganzer Tag voller Telefonate mit der Krankenkasse. Teilweise unhöflich, teilweise respektlos. Der Tag war ansonsten sehr still. Zu still.
16.12.
Heute ist mir sprichwörtlich der Kragen geplatzt.
Nach stundenlangem Telefonieren wurde mir mitgeteilt, dass man das Thema Deckenlifter „erst im neuen Jahr“ klären könne.
Nach all den Gesprächen. Nach all der Zeit.
Das hat mich wütend gemacht – richtig wütend.
Denn ich bin auf dieses Hilfsmittel angewiesen. Das ist keine Komfortfrage, das ist Existenz.
Also habe ich am Abend Mails geschrieben. An Menschen, die Verantwortung tragen.
Und morgen werde ich persönlich in eine Berliner Filiale der Krankenkasse gehen – und dort bleiben, bis mir jemand hilft.
Denn die Frage, ob ich über Weihnachten sicher ins Bett komme, ist keine Bagatelle.
Als wäre das nicht genug, meldete sich am selben Tag eine Mitarbeiterin krank.
Mein restlicher Dienstplan für Dezember brach zusammen.
Und ja – da habe ich geweint. Bitterlich.
Nicht aus Schwäche.
Sondern aus Überforderung, aus Enttäuschung, aus dem Gefühl heraus, dass Menschlichkeit in unserer Gesellschaft manchmal verloren geht – vor allem im System.
Ich weiß, dass ich stark bin.
Aber ich bin auch Mensch.
Und irgendwann ist einfach genug.
Trotz allem: Ich gebe nicht auf.
Aber ich wünsche mir sehr, dass dieser permanente Ausnahmezustand aufhört.
