Tagesnotiz – 10. Dezember 2025
Die letzte Nacht hat mich eiskalt erwischt.
Ich bekam spät eine Nachricht von einer Assistentin: Sie hat meinen Schlüssel verloren.
Und dann ging mein Kopfkino los.
Nicht schon wieder…
Was, wenn jemand in die Wohnung kommt?
Was, wenn…?
Natürlich lief all das in mir drin ab.
Am Vormittag war ich – wie immer – ganz der Profi.
Ich habe Zettel aufgehängt, falls der Schlüssel irgendwo auftaucht.
Am Montag werde ich den Verlust offiziell bei der Wohnungsbaugesellschaft melden müssen – es ist ja ein Generalschlüssel. Das bedeutet auch: Die Kosten laufen über die Versicherung, und das ganze Prozedere muss nun in Gang gesetzt werden.
Einfach ein zusätzlicher Stressfaktor, den ich nicht gebrauchen konnte.
Dann kamen die Gespräche, weil der Dienstplan wieder angepasst werden muss.
Ohne Schlüssel kommt man nun einmal nicht in meine Wohnung – so einfach ist das.
Und ehrlich?
Ich dachte mir nur: Lieber Gott, kannst du bitte mal aufhören mit den Katastrophen? Ich habe wirklich genug.
Ich weiß, solche Dinge passieren.
Aber irgendwann ist einfach der Punkt erreicht, an dem es reicht.
Also funktionierte ich heute einfach.
Ich erledigte Bürokratie, telefonierte, setzte mich mit der Sache rund um den defekten Deckenlifter auseinander – denn auch da muss es über eine Versicherung laufen oder neu bewilligt werden.
Und nebenher richtete ich weiterhin mein neues Handy ein.
Am Nachmittag zog ich mich zurück.
Alles zusammen hat mich einfach ausgeknockt.
Mein Weihnachtsgefühl? Erstmal futsch.
Ich bin früher ins Bett gegangen, weil ich heute wirklich genug hatte:
Genug Chaos, genug schlaue Sprüche wie „Es wird schon wieder“, genug mentale Belastung.
Und weißt du was?
Es ist okay.
Ich darf enttäuscht sein. Ich darf erschöpft sein.
Ich darf Angst haben.
Ich bin keine Maschine.
Ich bin ein Mensch.
Aber – und das ist der positive Teil –
ich weiß, dass ich Lösungen finden werde.
Ich weiß, dass ich Wege finden werde.
Und ich weiß, dass ich das schaffe.
Vielleicht nicht perfekt.
Vielleicht mit ein paar Tränen.
Aber ich schaffe das trotzdem.
Morgen wird ein neuer Tag. Und ein besserer.
