Persönliche Notiz – 03. Dezember 2025
Heute war ein Tag, der gleichzeitig schwer und leicht war, laut und leise, fordernd und nährend. Einer dieser Tage, an denen ich spüre, wie eng mein persönliches Leben und der politische Raum miteinander verwoben sind.
Der 3. Dezember ist der Europäische Tag für Menschen mit Behinderungen – ein Tag, der mir jedes Jahr etwas bedeutet. Und so habe ich den Vormittag damit verbracht, viel Netzwerkarbeit zu machen, zahlreiche Nachrichten zu beantworten und mich mit Menschen auszutauschen, die sich genauso wie ich für Teilhabe, Selbstbestimmung und Assistenz stark machen.
Es gab heute wirklich viel zu erzählen, zu teilen, weiterzudenken.
Gleichzeitig war heute auch ein politisch bedeutsamer Tag:
Im Haushaltsausschuss des Abgeordnetenhauses stand erneut die Frage der Refinanzierung des Tarifvertrags für Assistenzkräfte im Persönlichen Budget im Arbeitgebermodell auf der Tagesordnung.
Eine Entscheidung, die über die Lebensrealität so vieler Menschen bestimmt – über Freiheit oder Abhängigkeit, über Stabilität oder ständige Angst.
Ich habe noch nicht alle Informationen, was heute final herausgekommen ist. Deshalb warte ich bewusst, bis klarere Fakten da sind.
Aber: Es liegt etwas Positives in der Luft.
Etwas Hoffnung, etwas Bewegung, etwas, das sich nach „Wir haben euch gehört“ anfühlt.
Dieses Thema hat mich heute auch in meinen Mitarbeitergesprächen begleitet.
Viele meiner Assistent*innen fragen sich – verständlicherweise – wie es ab Januar 2026 weitergeht.
Und ich kann nur ehrlich sein: „Ich weiß es noch nicht. Ich warte wie ihr.“
Mehr wäre heute nicht wahr gewesen.
Zwischendurch habe ich mich einfach hingelegt und geschlafen. Mein Körper wollte das, mein Kopf brauchte es.
Am Abend war ich dann bei der Veranstaltung „Gemeinsam am Tisch“ im Theater an der Parkaue – ein warmherziger Raum, ein gutes Essen, kluge Worte, ehrlicher Austausch über Inklusion und Teilhabe.
Es tat gut, dort zu sein. Zu hören. Zu sprechen. Einfach mitzuschwingen.
Jetzt liege ich wieder halb durchgefroren in meinem Bett – wie jedes Mal, wenn ich abends lange unterwegs war.
Aber innerlich bin ich warm.
Ich bin zufrieden.
Müde auf eine gute Art.
Und ich hoffe ganz leise, dass die Politik heute wirklich etwas bewegt hat.
Für uns alle.
Alles Liebe
Ilka
