Tagesnotiz – 21. November 2025
Die letzten Stunden – eigentlich die letzten zwei Tage – musste ich mich zurückziehen.
Ich war sehr getroffen. Von einer Situation. Von Worten. Von einer Wucht, die ich so nicht erwartet habe.
Ich musste wieder einmal eine Lektion lernen, die ich eigentlich schon kannte, aber die das Leben mir nun erneut vor die Füße gelegt hat:
Dass viele Menschen in der heutigen Zeit kaum noch wirklich respektvoll miteinander sprechen.
Dass sie oft ungefiltert reagieren, unreflektiert, impulsiv, ohne die Wirkung ihrer Worte zu verstehen.
Und wenn diese Worte dann treffen, dann treffen sie wie Messer – mitten hinein, in den Menschen, der gerade zufällig da ist.
Diesmal war ich es.
Ich wusste gar nicht, wie mir geschieht.
Es war fast egal, was gesagt wurde – es wäre sowieso explodiert.
Und das hat mich verletzt… nicht das Thema selbst, nicht der Inhalt.
Sondern die Art, wie es passierte.
Diese Wucht.
Dieses Überrollen.
Dieses Nicht-Sehen.
Dieses Nicht-Wahrnehmen.
Ich stand da, bekam alles ab – und keiner merkte, wie sehr es mich innerlich traf.
Dass mich das einmal mehr daran erinnert hat, wie krank unsere Gesellschaft manchmal wirkt.
Wie wenig Raum für respektvollen Umgang bleibt.
Wie schnell Menschen andere zerreißen, ohne es zu merken.
Ja, es hat mir Angst gemacht.
Und ja, ich musste es verarbeiten – direkt, ehrlich und ohne Schönreden.
Aber eines weiß ich nun klarer denn je:
Ich werde noch mehr darauf achten, auf mich zu achten.
Darauf, wie ich spreche.
Wie ich reagiere.
Und vor allem: Mit wem ich spreche – und wem ich wie viel Raum in meinem Leben gebe.
Manchmal ist Selbstschutz kein Rückzug, sondern eine Entscheidung:
Eine Entscheidung für mich.
Für meine Grenzen.
Für mein Herz.
Und genau diese Entscheidung treffe ich jetzt.
Alles Liebe
Ilka
