Ein Tag zwischen Hoffnung, Schmerz und neuen Wegen.

️ Tagesnotiz – Mittwoch, 29. Oktober 2025

Heute habe ich eine Entscheidung getroffen, die mir sehr am Herzen liegt – ich möchte aus meinem Blog ein Buch machen.
Ich habe den halben Tag damit verbracht, meine bisherigen Blogeinträge in ein Word-Dokument zu kopieren. Beim Lesen wurde mir bewusst, wie viel in den letzten Monaten passiert ist.
So viel Veränderung, so viel Wachstum – und so viele Emotionen.
Diese Texte sind ein Stück meines Lebens, und ich möchte sie bewahren. Für mich. Und vielleicht auch für andere, die ähnliche Wege gehen.

Aber ganz ehrlich: Heute war auch ein emotionaler Tag.
Ich war traurig.
Traurig, weil ich wieder gemerkt habe, dass mein Silvester wohl anders verlaufen wird, als ich es mir wünschte.
Einfach, weil Personal fehlt – oder nicht verfügbar ist.
Und dann kamen wieder diese Sätze…

„Dann mach halt eine Windel um, dann ist das mit dem Klo kein Problem.“
Oder:
„Such dir doch einfach wieder einen Pflegedienst.“

Sätze, die sicher nicht böse gemeint waren.
Aber sie tun weh.
Weil sie zeigen, dass viele Menschen gar nicht verstehen, was es bedeutet, mit persönlicher Assistenz zu leben – und was Selbstbestimmung wirklich heißt.

Ich war in meinem Leben schon bei neun Pflegediensten. Neun.
Und keiner passte zu mir, weil ich nicht in ein System gepresst werden kann.
Ich bin kein Fall, ich bin ein Mensch.
Und wenn ich eines weiß, dann das: Ich werde nie wieder in ein Heim gehen.
Das wäre für mich kein Leben.

Ich weiß, ich muss realistisch bleiben, und ja – ich denke über Notlösungen nach, über Plan B, über Absicherung.
Aber ich will entscheiden dürfen, wer mich begleitet, wer mir hilft, und wem ich vertrauen kann.
Das ist keine Trotzreaktion – das ist Selbstachtung.

Heute hätte ich mir einfach eine Entschuldigung gewünscht.
Jemanden, der sagt: „Hey, das war nicht in Ordnung, wie das gelaufen ist.“
Manchmal braucht man das.
Nicht, um zu rechtfertigen, sondern um sich gesehen zu fühlen.

Jetzt liege ich hier im Bett.
Ein paar Tränen laufen übers Gesicht, weil heute vieles einfach schwer war.
Aber ich weiß: Ich finde wieder eine Lösung. Ich tue das immer.
Und vielleicht wird mein Buch ja genau das – eine Sammlung von all diesen Momenten, zwischen Stärke, Verletzlichkeit und Hoffnung. 

Alles Liebe,
Ilka 

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