Zwischen Bürokratie, Bewegung und Gedanken, die bleiben.

Tagesnotiz – Donnerstag, 16. Oktober 2025

Zwischen Bürokratie, Bewegung und Gedanken, die bleiben.

Mein Vormittag war heute – wie so oft – geprägt von Bürokratie.
Ich habe Arbeitsverträge für meine neuen Minijobber geschrieben, Mails beantwortet, telefoniert und versucht, den Papierberg ein Stück kleiner zu machen.
Ich weiß, dass diese Aufgaben dazugehören, aber manchmal fühlt es sich an, als würde das Organisieren mehr Raum einnehmen als das eigentliche Leben.
Und trotzdem – es ist wichtig, denn ohne Struktur kein Alltag.

Am Nachmittag war ich dann länger spazieren. 🍂
Ich brauchte einfach Luft, Bewegung, Gedankenfreiheit.
Der Herbst zeigte sich heute von seiner schönsten Seite, und während ich durch die Straßen rollte, merkte ich, wie sich meine Gedanken sortierten.
Ich dachte über all das nach, was gerade in der politischen Landschaft rund um das Persönliche Budget passiert – und ehrlich, ich machte mir Sorgen.

In den letzten Tagen habe ich so viele Gespräche geführt – mit Assistentinnen, anderen Arbeitgeberinnen, Berater*innen.
Und mir ist wieder bewusst geworden, wie unterschiedlich die Perspektiven sind.
Da sind auf der einen Seite wir – die, die das System täglich leben, die Verantwortung tragen, Menschen anleiten, organisieren und selbstbestimmt leben wollen.
Und auf der anderen Seite sind die, die entscheiden, regeln, prüfen und bewilligen.
Zwei Welten, die so oft nebeneinander existieren, anstatt miteinander zu sprechen.

Und genau da kam mir heute meine Idee:
Es braucht endlich einen Runden Tisch – einen echten Ort für Dialog auf Augenhöhe.
Ein Treffen, bei dem Arbeitgeberinnen im Persönlichen Budget, Assistentinnen, Beratungsstellen, Fachpolitiker*innen, Verwaltung und Kostenträger gemeinsam sitzen.
Nicht um Schuld zu verteilen, sondern um zu verstehen, wie die Realität tatsächlich aussieht.
Wie viel Organisation, Verantwortung und Kraft dahintersteckt, und was wir brauchen, damit dieses Modell auch in Zukunft funktionieren kann.

Diese Idee kommt aus einer tiefen persönlichen Erfahrung:
Ich habe in den letzten Wochen gemerkt, wie schnell Menschen über uns entscheiden, ohne uns einzubeziehen.
Wie leicht es ist, über Budgets, Stundensätze oder Weisungen zu sprechen – ohne zu wissen, was das im Alltag wirklich bedeutet.
Und genau das möchte ich ändern.

Am Abend stand dann noch eine Einarbeitung für eine meiner neuen Minijobberinnen an – sie machte einen guten Eindruck, offen, freundlich, motiviert.
Danach fiel ich erschöpft, aber zufrieden ins Bett.

Jetzt sitze ich hier, schreibe meine Gedanken auf und spüre, dass dieser Tag wichtig war.
Nicht spektakulär – aber voller Erkenntnis.

Vielleicht wird aus der Idee des Runden Tisches ja bald Realität.
Denn wenn wir miteinander reden, anstatt übereinander, dann entsteht Veränderung.
Und die brauchen wir – jetzt mehr denn je. 💜
Alles Liebe Ilka

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