„Wenn der Tag einfach kein Ende nimmt.“

Tagesnotiz – Montag, 06.10.2025

Heute war wieder einer dieser Tage, an denen man meinen könnte, er hätte 48 Stunden – und trotzdem würde er nicht reichen.

Noch während ich den ersten Kaffee trank, kamen neue Krankheitsverlängerungen meiner Assistentinnen rein. Und in diesem Moment musste ich das erste Mal mit den Tränen kämpfen.
Nicht, weil ich schwach bin – sondern weil ich müde bin. Müde davon, immer wieder erklären zu müssen, dass ich auch nur ein Mensch bin.
Dass es mich einfach trifft, wenn ich mit 1,5 Assistentinnen im Dienstplan versuche, mein Leben am Laufen zu halten.

Ich musste heute wieder erklären, warum ich in den letzten Tagen emotional reagiert habe.
Und ehrlich – ich finde, das sollte ich gar nicht müssen.
Denn wer in diesem Beruf arbeitet, sollte wissen, dass hinter allem auch ein echter Mensch steht.
Ich komme ja trotzdem nicht alleine ins Bett oder auf die Toilette – auch nicht, wenn jemand krank ist.
Das alles löst natürlich Stress und Unruhe aus, die man von außen oft gar nicht sieht.

Nach der zweiten Tasse Kaffee atmete ich tief durch.
Ich beschloss, eine kleine Not-Teamsitzung einzuberufen – um gemeinsam mit meinen Assistentinnen zu planen, wie wir die kommenden Tage schaffen.
Außerdem habe ich zwei neue Bewerberinnen eingeladen. Hoffnung ist schließlich die bessere Wahl als Aufgeben.

Danach fuhr ich zu meinem Neurologen.
Fast 3,5 Stunden saß ich im Wartezimmer – und war dann nur 10 Minuten beim Arzt. Aber immerhin: Ich bekam die Verordnung für meinen neuen Deckenlifter.
Während ich wartete, schrieb ich noch mit dem Notariat, weil sich der Termin für die Vereinsunterlagen etwas verschoben hat.

Nach dem Arztbesuch war ich endlich mal wieder einkaufen.
Zurück zu Hause klingelte gefühlt das Telefon ohne Pause – Abstimmungen mit Assistent*innen, Dienstplanung, Nachfragen.
Dann endlich: etwas zu essen, warme Decke, Bett.

Ich habe heute alles klären können, was ich klären wollte – und trotzdem bin ich erschöpft.
Aber auch dankbar, dass ich wieder alles geschafft habe.

Jetzt liege ich hier, atme tief durch und denke:
Morgen ist ein neuer Tag – hoffentlich einer mit ein bisschen mehr Ruhe. 

– Ilka

Hinterlasse einen Kommentar