„Zwischen Alltag, Gesetzen und Politik – und einer großen Portion Frust.“

Tagesnotiz – 02.10.2025

Mein Vormittag begann heute ganz praktisch: Gemeinsam mit meinem Assistenten habe ich die Wohnung aufgeräumt und eingekauft. Momentan nutze ich wirklich jede Minute, wenn ein normaler Dienst da ist – denn diese Woche ist die Hälfte meiner Dienste improvisiert. Personalmangel im Arbeitgebermodell eben – und das kostet Kraft.

Danach habe ich mich wieder in Gesetzestexte vertieft. Paragraphen lesen, wieder und wieder. Persönliches Budget, Arbeitgebermodell, Regelungen. Ich habe vieles gleich zweimal lesen müssen, um es zu verstehen – aber das gehört inzwischen zu meinem Alltag als Arbeitgeberin. Und weil es mich nicht loslässt, habe ich mich auch viel mit anderen darüber ausgetauscht.

Und dann kam der Punkt, an dem ich einfach wütend wurde. Denn das, was politisch in Berlin gerade passiert, hat mit echter Inklusion nichts zu tun. Es wirkt wie eine Theater-Show. Da wird geredet, beschwichtigt, vertagt – aber wirkliche Lösungen für uns Arbeitgeber:innen im Persönlichen Budget sucht man nicht.

Ehrlich? Ich fände es sogar ehrlicher, wenn man klar sagen würde: „Wir wollen das Persönliche Budget nicht mehr fördern.“ Oder: „Wir wollen das Arbeitgebermodell am liebsten abschaffen.“ Aber das würde auch heißen, offen zuzugeben, dass man damit gegen geltende Gesetze verstößt. Stattdessen spielt man eine Scharade – und hält Betroffene klein.

Sorry für die offenen Worte – aber nach Stunden voller Bürokratie und Gesetzestexte musste das raus. Heute bin ich enttäuscht, sauer und gleichzeitig müde. Aber weißt du, darein fließt auch meine Energie: in meinen Verein, in meine App-Idee, in mein Schreiben. Weil Aufgeben keine Option ist.

Ich kämpfe weiter – als Arbeitgeberin im Persönlichen Budget, für mich und für alle, die in diesem System leben. 

– Ilka

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