Tagesnotiz – Mittwoch, 03.09.2025
Gestern war wieder einer dieser Tage mit vielen Facetten. Am Vormittag habe ich einiges an Bürokratie erledigt. Gegen Mittag schickte ich meine Assistentin für eine längere Pause weg – das mache ich manchmal, wenn Doppeldienst ist. Denn ich brauche zwischendurch Privatsphäre, Abstand und einfach Zeit für mich.
Ich war dann mit einer Freundin länger auf dem Friedhof vor meinem Haus, wir haben geredet und sind anschließend noch etwas essen gegangen. Danach habe ich meinen nächsten Tag geplant, Netzwerkarbeit gemacht und meine Dokumentationspflichten für den Verein erledigt. Eigentlich wollte ich dann ins Bett.
Doch daraus wurde nichts. Kurz nach 21 Uhr meldete sich mein Frühdienst für heute krank. Alles, was ich für den nächsten Tag geplant hatte, war dahin. Bis 0:30 Uhr war ich damit beschäftigt, meinen heutigen Tag neu zu organisieren – irgendwie.
Das sind genau die Momente, die mir noch einmal klar machen, warum ich unseren Verein gründe und an der App für Notfallassistenz arbeite. Weil diese Realität viele Menschen mit Persönlichem Budget im Arbeitgebermodell betrifft. Und weil das, was im Hintergrund geleistet und organisiert werden muss, viel größer ist, als man von außen oft sieht.
Denn klar – man findet irgendwo und irgendwie immer wieder Lösungen. Man weiß, wenn niemand kommt, bleibt man im Bett liegen oder es passiert etwas, das man niemandem wünscht. Das ist eine Realität, die selten sichtbar ist.
Ich möchte hier nicht jammern – ich habe mich bewusst für diesen Weg entschieden. Aber ich möchte ein Bewusstsein schaffen: Menschen, die im Arbeitgebermodell mit Assistenz leben, tragen eine enorme Verantwortung und leisten täglich Großes. Und sie verdienen dafür gesellschaftlich deutlich mehr Wertschätzung. 🌿
– Ilka 💙
