Von Ilka Hannig
Ich bin Ilka. Ich lebe mit Assistenz, ich bin voll erwerbsgemindert – und gleichzeitig Arbeitgeberin. Das klingt widersprüchlich? Willkommen in meiner Realität.
Ich organisiere mein Leben selbst. Ich schreibe. Ich begleite. Ich bin engagiert. Ich entwickle gerade eine App. Ich gründe einen Verein. Ich führe Bewerbungsgespräche, reiche Anträge ein, beantworte Mails, schreibe Texte wie diesen. Und gleichzeitig frage ich mich oft:
Wie lange noch?
Nicht, weil ich aufgebe. Sondern weil ich kämpfe. Seit Jahren. Für Teilhabe. Für Würde. Für ein Leben, das nicht vom Mangel geprägt ist.
Ein Alltag im Ausnahmezustand
Mein Alltag ist eng getaktet. Gleichzeitig ist da kein Netz, das mich auffängt. Ich lebe von Grundsicherung, ich habe Schulden, ich zahle Raten ab – und oft hilft mir nur die private Unterstützung von Freund*innen, um überhaupt über den Monat zu kommen.
Und trotzdem bleibe ich aktiv. Ich bin Arbeitgeberin im Rahmen meines Persönlichen Budgets. Ich trage Verantwortung, organisiere mein Team, bin für andere da. Ich bin nicht „arbeitsfähig“ im klassischen Sinne – aber ich bin geistig voll leistungsfähig. Und genau deshalb habe ich jetzt einen Antrag auf Neubegutachtung meiner Erwerbsminderung gestellt. Weil ich mir eine faire Chance wünsche. Eine echte Perspektive.
Warum ich das öffentlich mache
Weil ich überzeugt bin: Geschichten wie meine müssen erzählt werden. Nicht um Mitleid zu erzeugen – sondern um Verständnis zu schaffen. Für das Leben zwischen Gesetzen, Formularen, Assistenzplänen und Träumen. Für Menschen, die „durchs Raster fallen“ – und trotzdem nie stehenbleiben.
Ich wünsche mir kein Wunder. Ich wünsche mir Rückenwind. Für meine Arbeit. Für meinen Verein. Für ein selbstbestimmtes Leben – mit Behinderung, aber ohne Abhängigkeit.
🟦 Unterstütze mich – teile, spende, rede darüber:
📌 Mehr über meinen Verein in Gründung:
🌐 http://www.assistenzgestalten.de
📌 Meine persönliche Crowdfunding-Kampagne:
👉 http://www.startnext.com/ich-bin-ilka-und-ich-gebe-nich
Vielleicht ist Glück ja nicht das große Ereignis. Sondern der Moment, in dem man sagen kann: Ich bin nicht allein.
