Ein Blogeintrag von Ilka Hannig – 17.07.2025
Es war einer dieser Tage, an denen ich viel getan habe – und trotzdem das Gefühl hatte, ich komme kaum vom Fleck.
Heute habe ich etwas getan, das viel Kraft gekostet hat:
Ich habe bei der Deutschen Rentenversicherung offiziell beantragt, dass meine Erwerbsfähigkeit neu geprüft wird.
Per Post. Und per E-Mail.
Weil ich es nicht mehr hinnehmen will, in diese Schublade gesteckt zu werden.
Diese volle Erwerbsminderung fühlt sich für mich nicht wie Schutz an – sondern wie ein Stempel.
Wie eine Wand zwischen mir und dem Leben, das ich führen will.
Ich bin nicht „voll erwerbsgemindert“ im Herzen.
Ich denke, ich gestalte, ich leite einen Verein, ich schreibe Artikel, ich baue Netzwerke auf – jeden verdammten Tag.
Und trotzdem behandelt mich das System so, als wäre ich raus aus allem.
Als hätte ich keinen Platz mehr auf dieser Bühne, die Gesellschaft nennt.
Ich habe auch beim LAGeSo um Unterstützung gebeten. Leider kam die Antwort: „Wir haben keine rechtliche Möglichkeit, das zu beeinflussen.“
Und trotzdem bin ich froh, es versucht zu haben.
Denn Aufgeben ist keine Option. Nicht für mich.
Ich weiß, viele sehen nur das, was auf dem Papier steht.
Nicht die Realität dahinter.
Nicht die Kraft, die ich jeden Tag aufbringe, um trotzdem weiterzugehen.
Und manchmal – ganz ehrlich – tut es weh.
Weil ich mich so oft frage: Warum muss ich mir mein Recht auf Teilhabe immer wieder neu erkämpfen?
Aber ich kämpfe weiter. Nicht für Anerkennung. Sondern für Würde.
Für ein Stück Selbstbestimmung. Für die, die keine Stimme haben. Und für mich.
Ich bin Ilka.
Ich tue es trotzdem.
Auch an Tagen, an denen ich am liebsten liegen bleiben würde.
Gerade an diesen Tagen.
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Meine Crowdfunding-Kampagne – für ein Stück Sicherheit auf diesem Weg:
http://www.startnext.com/ich-bin-ilka-und-ich-gebe-nich
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