„Ich kann das so nicht einfach hinnehmen.“

„Ich kann das so nicht einfach hinnehmen.“

Von Ilka Hannig

Ich bin Ilka Hannig. Ich bin 47 Jahre alt, lebe in Berlin – und ich habe die volle Erwerbsminderung anerkannt bekommen. Klingt erstmal nach Sicherheit, oder? Nach Schutz?
Aber für mich fühlt es sich an wie eine Zwangsjacke.

Ich darf nicht arbeiten wie andere. Ich darf keine Zuverdienstgrenzen überschreiten. Ich darf keine Sicherheit aufbauen. Ich darf nicht einfach „machen“. Und ich bekomme dafür nicht mal automatisch eine Rente – weil das System nicht vorsieht, dass jemand wie ich wirksam sein will. Weil meine Einschränkung definiert, was ich nicht kann – und nicht das, was ich trotzdem tue.

Und ich tue viel.

Ich organisiere mein Leben mit persönlicher Assistenz – im Arbeitgebermodell, was bedeutet: Ich bin offiziell als „nicht arbeitsfähig“ eingestuft, aber ich führe Bewerbungsgespräche, schreibe Dienstpläne, bezahle Gehälter. Ich habe einen Verein gegründet – AssistenzGestalten e.V. i.G. – weil ich nicht nur mein Leben verbessern will, sondern auch das vieler anderer.

Ich schreibe, kläre auf, kämpfe.
Und dennoch hält mich das System klein.

Ich empfinde diese Einstufung als zutiefst unfair.
Denn sie nimmt mir Gestaltungsspielraum.
Sie nimmt mir Zukunft.
Sie entzieht mir Teilhabe.

Und ich bin überzeugt: Hätte man mir früher die Möglichkeit auf eine Teilerwerbsminderung eingeräumt – mit mehr Flexibilität – hätte ich längst mehr aufgebaut. Ich hätte mir eine Struktur geschaffen, die trägt. Stattdessen musste ich zusehen, wie ich an Grenzen stoße, die andere für mich festgelegt haben.

Das schmerzt. Das macht wütend.
Aber: Ich gebe nicht auf.

Darum habe ich – aus meiner Situation heraus – eine eigene Crowdfunding-Kampagne gestartet. Ganz allein, ohne Business-Team, einfach ich.
Sie ist vielleicht nicht perfekt, aber sie ist echt. Und sie ist wichtig.

Denn ich will mir selbst helfen. Ich will meinen Weg finden – trotz voller Erwerbsminderung. Ich will zeigen, dass wir mehr sind als unsere Einschränkungen. Dass wir Potenziale haben. Dass wir Teil dieser Gesellschaft sind – und nicht ihr Rand.

 Hier geht’s zur Kampagne:
http://www.startnext.com/ich-bin-ilka-und-ich-gebe-nich

Wenn du das liest und denkst: Ja, das berührt mich – dann teile es.
Denn Sichtbarkeit ist der erste Schritt zur Veränderung.

Mit Haltung, Herz und Hoffnung
Ilka Hannig

http://www.assistenzgestalten.de
✉️ kontakt@assistenzgestalten.de
http://www.webgeflüstermitseele.com

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