Ein Tag zwischen Papier, Tränen und leiser Entschlossenheit.

Gestern war so ein Tag, an dem im Außen viel Büroarbeit lief – aber im Inneren einiges aufgewühlt war. Ich habe E-Mails beantwortet, Dokumente sortiert, offene Aufgaben rund um meinen Verein AssistenzGestalten e.V. i.G. erledigt. All das gehört dazu – ich weiß. Und doch war gestern kein Tag wie jeder andere.

Denn parallel habe ich mich erneut mit meinen privaten Finanzen beschäftigt. Ich versuche, da Klarheit reinzubringen – aber irgendwann ging es einfach nicht mehr. Ich musste aufhören. Weil mich die Situation so tief getroffen hat. Ich habe geweint. Laut. Wütend. Und müde.

Was mich so aus der Bahn geworfen hat? Die Tatsache, dass mir die Teilerwerbsminderungsrente bis heute verweigert wurde. Immer wieder. Und das, obwohl ich arbeiten will. Ich will beitragen. Ich will Teilhabe. Ich will einen Platz. Stattdessen werde ich seit Jahren ausgebremst, blockiert, weggeschoben.

Die volle Erwerbsminderung, die mir „zugestanden“ wird, fühlt sich für mich nicht wie Hilfe an – sondern wie eine Zwangsjacke. Sie schränkt mich ein, statt mich zu stärken. Sie nimmt mir Spielraum, statt ihn zu ermöglichen. Ich bin überzeugt: Hätte ich die Teilerwerbsminderung früher bekommen, wäre ich heute schon viel weiter. Hätte mehr Luft, mehr Sicherheit, mehr Möglichkeiten.

Diese Erkenntnis tat gestern weh. Sie hat mich überrollt. Und sie hat in mir ein altes Gefühl aufgerissen: Dass so vieles an meiner Realität vorbeigeplant wird. Dass Systeme urteilen – ohne wirklich hinzuschauen.

Aber – ich gebe nicht auf. Ich habe gestern weiter an meiner persönlichen Crowdfunding-Kampagne gearbeitet. Weil ich meinen Weg trotzdem gehen werde. Weil ich glaube, dass Veränderung möglich ist – auch wenn sie manchmal ganz klein beginnt.

Ich bin dann noch länger spazieren gegangen, um mich zu sammeln. Und abends früh schlafen – weil ich einfach erschöpft war.

Am kommenden Dienstag stelle ich die Unterlagen für meinen Finanzberater zusammen, mit dem ich ab jetzt an meiner finanziellen Stabilität arbeite. Freitag telefonieren wir. Und das ist dann wieder: ein Schritt nach vorn.

Gestern war schwer. Aber echt. Und auch das gehört zu meinem Weg.

Mit Haltung, Herz und Hoffnung
Ilka Hannig
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