Ein Tag zwischen Fortschritt und der Realität des Alltags.

Heute war ein Tag, der in vielen Facetten sichtbar gemacht hat, wie eng Hoffnung, Engagement und ganz persönliche Herausforderungen miteinander verwoben sein können.

Am Vormittag habe ich mich tief in mein Herzensthema vertieft: Persönliche Assistenz. Ich habe einen neuen Artikel geschrieben, der sich mit den strukturellen Hürden in diesem Bereich beschäftigt – mit dem, was im Alltag oft nicht gesehen wird, aber alles bestimmt. Der Text ist Teil meiner Vorbereitungen auf kommende Veröffentlichungen mit AssistenzGestalten e.V. – und ich hoffe sehr, damit Impulse setzen zu können.

Am frühen Nachmittag fand ein produktives Gespräch mit meinem Business-Team statt. Wir haben nächste Schritte rund um Öffentlichkeitsarbeit, Vereinsstruktur und Fördermöglichkeiten besprochen – auch das fühlt sich nach Bewegung an. Nach vorn.

Und dann kam eine Nachricht aus der Berliner Senatsverwaltung: Herr Simon Blaschke vom Landeskompetenzzentrum „Berlin Pflege 4.0“ zeigt Interesse an unserer Notfall-Assistenz-App! Im September soll es ein Gespräch geben – zwei Termine stehen schon im Raum. Ich bin dankbar für diesen Kontakt. Solche Rückmeldungen zeigen mir, dass unsere Idee Gehör findet.

Zwischendurch war ich im kleinen Café um die Ecke, ein Latte Macchiato, ein Eis – eine Pause, die meine Seele heute dringend gebraucht hat.

Aber neben all diesen positiven Dingen gibt es auch meine andere Realität. Die leise, unbequeme. Ich habe mich heute wieder einmal mit meinen privaten Finanzen beschäftigt – ein Thema, das oft übersehen wird, wenn man gleichzeitig als engagierte Gründerin, Netzwerkerin und Aktivistin wahrgenommen wird.

Ich habe mehrere Banken angeschrieben. In der Hoffnung, meine bestehenden Kredite zu bündeln, um mit einer kleineren monatlichen Rate besser haushalten zu können. Ich will zahlen. Ich will Lösungen. Aber sobald das Wort „volle Erwerbsminderung“ fällt – und vielleicht auch „Grundsicherung“ – geht bei vielen die Tür zu. Die nächste Sackgasse. Und wieder das Gefühl, allein zu sein mit Fragen, für die unsere Gesellschaft wenig Raum lässt.

Ich versuche, aus den Steinen, die mir das Leben und die Gesellschaft in den Weg gelegt haben, ein Mosaik zu bauen. Und jeder Schritt, jede Idee, jeder gute Kontakt ist ein kleiner, leuchtender Teil davon.

Ich teile das nicht, um Mitleid zu bekommen. Sondern, weil es sichtbar werden muss: Was es heißt, mit voller Erwerbsminderung zu leben – und gleichzeitig etwas zu bewegen, aufzubauen, durchzuhalten.

Danke, dass ihr mitlest. Danke, dass ihr mitgeht.
Eure
Ilka

http://www.assistenzgestalten.de

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