„Still werden, um wieder zu spüren“

Heute war ein Tag, an dem ich einfach mal raus musste – raus aus allem, raus aus dem Gedankenkarussell, raus aus der ständigen Anspannung. Ich war viel spazieren, habe tief geatmet, mich treiben lassen, einfach mal still gehalten. Und das war wichtig.

Wenn ich ehrlich bin – und das will ich hier heute sein – braucht es in meinem Alltag oft eine Kraft, die fast schon übermenschlich wirkt. Diese Resilienz, dieses ständige Durchhalten, Organisieren, Kämpfen, Balancieren… das ist kein kleines bisschen. Es ist viel. Sehr viel.

Ich bewege so viele Dinge, baue etwas auf, bin Arbeitgeberin, Projektleiterin, Gründerin – und das alles mit einer Behinderung, die nicht verschwindet, nur weil ich funktioniere. Es wird von mir erwartet, dass ich alles im Griff habe, dass ich Pläne aus dem Ärmel zaubere, selbst wenn es brennt. Dass ich kreativ, geduldig, verständnisvoll und strukturiert bin – gleichzeitig. Immer.

Und die Wahrheit ist: Ich mache das alles. Meistens sogar gut. Aber eben nicht ohne Preis. Deshalb brauchte ich heute Stille. Keine Termine. Keine To-do-Listen. Kein Gedrängel. Nur ich, mein Atem, meine Gedanken und die Wege unter meinen Füßen.

Vielleicht ist das, was ich sagen will: Auch wenn wir stark sind, brauchen wir Ruhe. Auch wenn wir vieles tragen, müssen wir uns manchmal selbst tragen lassen – von einem stillen Tag, einem Spaziergang, einem Moment, in dem nichts verlangt wird.

Heute war so ein Moment. Und ich bin dankbar dafür.

– Ilka

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