Zwischen Enttäuschung, Glaube und der Suche nach Stabilität.


Ilka Hannig

Heute war wieder so ein Tag, an dem ich das Gefühl hatte, gleichzeitig stark sein zu müssen und doch innerlich ein bisschen zu zerbrechen. Ich habe mich erneut mit der Suche nach einer persönlichen Assistenz beschäftigen müssen. Wieder. Und das, obwohl ich erst vor zwei Wochen jemanden eingestellt hatte. Aber dann kam heute die Nachricht: „Ich muss doch aufhören, weil ich nicht gleich freibekomme.“ Ehrlich – ich verstehe diese Einstellung einfach nicht. In welchem Job läuft das bitte so?

Und was mich noch mehr erschreckt hat: eine Bewerbung mit einem eindeutig anzüglichen, schlüpfrigen Angebot. Ich war sprachlos. Beschämt. Wütend. Wo sind die Werte geblieben? Die Menschlichkeit? Der Respekt?

Genau deshalb tue ich, was ich tue. Deshalb gründe ich meinen Verein AssistenzGestalten e.V.. Deshalb entwickle ich meine Notfall-Assistenz-App. Weil wir neue Strukturen brauchen. Weil Menschen, die auf Assistenz angewiesen sind, ein würdiges, stabiles Umfeld verdienen – nicht Unsicherheit, Grenzverletzungen und ständige Wechsel.

Inmitten all dessen habe ich mir heute etwas Zeit genommen, um über Gott nachzudenken. Ja, ich glaube an Gott. Nicht an einen, den man erklären kann – sondern an eine Kraft, die uns in unserer Einzigartigkeit sieht. Die mit uns geht, uns auffängt, wenn das Leben mal wieder wackelt. Ich habe heute meinen Lieblingsfilm geschaut: Die Hütte. Dieser Film erinnert mich immer daran, dass es Beziehungen gibt, die tiefer gehen als Worte. Und dass es Hoffnung gibt, selbst wenn alles um einen herum chaotisch scheint.

Ich war auch draußen, spazieren, einfach durchatmen. Habe ein bisschen Netzwerk-Arbeit für meinen Verein gemacht, Kontakte gepflegt, Ideen gesammelt. Denn trotz allem: Ich mache weiter. Ich lasse mich nicht unterkriegen.

Und vielleicht ist genau das meine Art von Glauben – weitermachen, wenn andere aufhören würden.

Eure
Ilka
http://www.assistenzgestalten.de
http://www.startnext.com/assistenzgestalten

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