Ein persönlicher Bericht von Ilka Hannig
Der 5. Mai ist für mich kein gewöhnlicher Tag. Er ist ein Tag, an dem ich jedes Jahr besonders deutlich spüre, wie viel noch fehlt – an echter Gleichstellung, an Verständnis, an Strukturen, die wirklich tragen.
Ich bin Ilka. Ich lebe mit Tetraspastik, bin offiziell voll erwerbsgemindert, brauche persönliche Assistenz – und trotzdem gestalte ich mein Leben so eigenständig, wie es mir möglich ist. Und gerade deshalb weiß ich, wie sehr die sogenannte „Teilhabe“ in Deutschland oft an Grenzen stößt. Nicht, weil Menschen mit Behinderung nicht wollen – sondern weil sie in Systeme gedrängt werden, die nicht mitwachsen. Weil ihnen Chancen verwehrt bleiben. Und weil Selbstbestimmung immer noch Mut und Kampfgeist erfordert.
Ich habe das Arbeitgebermodell gewählt. Nicht, weil es einfach ist – sondern weil ich die Kontrolle über mein Leben behalten will. Ich organisiere meine Assistenzen, führe Bewerbungsgespräche, trage Verantwortung. Und genau da fängt die Realität an, über die viele nicht sprechen: Es fehlt an Unterstützung. An Schulungen. An Finanzierung. An Anerkennung.
Deshalb gründe ich gerade den Verein AssistenzGestalten e.V., weil ich nicht nur für mich, sondern auch für andere etwas ändern will. Und weil ich tief in mir glaube, dass persönliche Assistenz mehr ist als nur Hilfe: Sie ist ein Schlüssel zur Freiheit. Und sie braucht Strukturen, die nicht überfordern – sondern stärken.
Der 5. Mai erinnert mich daran, dass ich nicht die Einzige bin. Dass es viele von uns gibt, die trotz aller Hürden weitergehen. Und dass wir gemeinsam sichtbar machen müssen, was uns täglich bewegt – auch, wenn es unbequem ist.
Ich weiß: Ich bin laut. Ich bin unbequem. Ich fordere viel.
Aber ich glaube fest daran, dass das gut ist.
Denn echte Inklusion braucht genau das.
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