Ilka Hannig
Gestern und heute war ich einfach mal draußen. Ich bin viel spazieren gegangen, habe hin und wieder irgendwo einen Kaffee getrunken – allein, still, ganz bei mir. Ich habe wenig gesprochen, nur beobachtet, geatmet, gedacht. Vielleicht war es genau das, was ich gerade gebraucht habe: Zeit, mich zu sortieren. Zeit, um alles ein bisschen zu verlangsamen.
Am frühen Abend gestern habe ich noch eine neue Assistentin eingestellt. Ganz ruhig, ganz sachlich – aber innerlich war das ein Schritt, der mehr Bedeutung hatte, als es vielleicht nach außen wirkt. Denn kurz davor gab es einen Abschied, über den ich gar nicht so viele Worte gefunden habe. Vielleicht auch, weil ich sie erst noch suchen muss.
Heute habe ich dann spontan eine Teamsitzung für Freitag vorbereitet. Manchmal hat man keine große Wahl. Das Leben geht weiter. Die Organisation wartet nicht – und ich weiß, wie wichtig es ist, dass die Dinge ihren Rahmen haben. Aber zwischen diesen ganzen Abläufen gibt es eben auch diese andere Seite: die leise, emotionale, verletzliche.
Was ich im persönlichen Budget immer wieder erlebe, ist die besondere Art von Abschieden. Sie lassen sich nicht wirklich vorbereiten. Man kann sie nicht üben, nicht planen. Jeder fühlt sich anders an. Jeder Mensch, mit dem man zusammenarbeitet, bringt etwas mit – und hinterlässt auch etwas, wenn er oder sie geht. Und genau das macht es so intensiv.
Manchmal sage ich einfach nichts dazu. Nicht, weil ich nichts fühle – sondern weil ich erstmal verstehen muss, was ich da fühle. Und weil ich glaube, dass genau diese Zwischenräume wichtig sind. Dass man sie sich nehmen darf. Für sich. Fürs Verarbeiten. Fürs Weitergehen.
Diese beiden Tage waren genau das für mich: ein Innehalten. Ein Übergang. Ein langsames Weiterlaufen – mit allem, was dazugehört.

❤️🥰🐈⬛🐈⬛🥰❤️
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