Wenn ich das Wort „Inklusionshintergrund“ noch einmal höre, dann…


Ein persönlicher Bericht von Ilka Hannig

…dann frage ich mich wirklich, ob wir überhaupt verstanden haben, worum es bei Inklusion geht.

Neulich in einer Diskussion fiel wieder dieser Begriff: „Menschen mit Inklusionshintergrund.“
Was soll das sein? Ein neuer Stempel? Ein Etikett, das erklärt, warum jemand nicht dazugehört, aber irgendwie doch mitgedacht wird?

Inklusion ist kein Hintergrund. Inklusion ist ein Menschenrecht. Punkt.
Steht in der UN-Behindertenrechtskonvention. Steht im Grundgesetz.
Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch, unabhängig von Behinderung, Teil dieser Gesellschaft ist. Ohne „Hintergrund“, ohne Zusatzbezeichnung.

Aber genau solche Begriffe zeigen, wie tief die Abgrenzung oft noch sitzt.
Menschen mit Behinderung werden immer noch als anders betrachtet – als Gruppe, die irgendwie mitläuft, aber nicht selbstverständlich dazugehört.
Das spüre ich in meinem Alltag immer wieder. Ich lebe mit Assistenz, organisiere mein Leben im Arbeitgeber*innen-Modell, entwickle gerade mit meinem Team die Notfall-Assistenz-App und gründe den Verein AssistenzGestalten e.V..
Und trotzdem begegne ich regelmäßig dem Gedanken: Du bist doch anders. Du hast einen Inklusionshintergrund.

Nein. Ich habe keinen Inklusionshintergrund. Ich habe Rechte.
Ich habe das Recht, zu leben, zu arbeiten, zu gestalten – wie jede:r andere auch.
Inklusion ist kein Bonus. Kein Zusatz. Sie ist das Fundament einer gerechten Gesellschaft.

Solange wir noch über „Inklusionshintergrund“ sprechen, sind wir nicht dort angekommen, wo wir hinmüssen.
Inklusion heißt: alle. Ohne Erklärung. Ohne Etikett.

http://www.assistenzgestalten.de
http://www.startnext.com/assistenzgestalten

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