Faire Löhne sichern Teilhabe – Persönliche Assistenz darf nicht kaputtgespart werden.


Von Ilka Hannig

Die Berliner Politik spricht gerne von Inklusion und Teilhabe – doch aktuell zeigt sich wieder, wie groß die Lücke zwischen Worten und Taten ist.
Seit Februar 2025 erhalten Persönliche Assistenzen im Arbeitgeber*innen-Modell monatlich 340 Euro weniger als Kolleg:innen in Assistenzdiensten. Ein Unterschied, der ab 2026 noch größer werden soll. Dabei leisten sie dieselbe Arbeit – oft sogar unter noch individuelleren Bedingungen.

Was ist das Arbeitgeber*innen-Modell?
Menschen mit Behinderung – wie ich – stellen ihre Assistent:innen selbst ein, bestimmen über Dienstpläne, wählen aus, wer sie unterstützt und wann. Dieses Modell ermöglicht Selbstbestimmung, Flexibilität und ein Leben nach den eigenen Vorstellungen – keine Standardversorgung, sondern Teilhabe auf Augenhöhe.

Und genau das ist im Artikel 19 der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) verankert: das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und die freie Wahl, wo und mit wem man lebt. Auch das SGB IX sieht vor, dass Menschen mit Behinderung die notwendigen Leistungen erhalten, um selbstbestimmt teilhaben zu können. Dazu gehört eben auch, dass das Arbeitgeber*innen-Modell realisierbar bleibt.

Aber wie soll das gehen, wenn Assistenzen für die gleiche Arbeit weniger verdienen?
Der zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband AAPA geschlossene Tarifvertrag würde diese Ungerechtigkeit beenden – aber der Berliner Senat weigert sich, ihn anzuerkennen und zu refinanzieren. Das bedeutet: Assistenzen im Arbeitgeber*innen-Modell bekommen weniger Geld, was die Jobs unattraktiv macht und den Personalmangel verschärft. Für uns Assistenznehmer:innen ist das mehr als ein finanzielles Problem – es bedroht unsere Selbstbestimmung.

Ab dem 22. April 2025 werden deshalb Mahnwachen vor der Berliner Senatsverwaltung organisiert. Es geht um nichts weniger als um gleiche Rechte für gleiche Arbeit – und um das, was uns das Grundgesetz in Artikel 3 Absatz 3 zusichert: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Mein Statement:
Als Assistenznehmerin kämpfe ich dafür, dass mein Leben selbstbestimmt bleibt. Ich will nicht zurück in ein System, das für mich entscheidet. Ich will faire Bedingungen – für meine Assistenzen und für mich. Wer Inklusion wirklich will, muss sie auch finanzieren.

Deshalb engagiere ich mich auch über meinen entstehenden Verein AssistenzGestalten e.V. – für politische Sichtbarkeit, für Beratung und Fortbildung. Und mit der Notfall-Assistenz-App entwickle ich gemeinsam mit einem Team eine Lösung, um den Alltag für Assistenznehmer:innen und Assistenzen abzusichern.

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