Ilka Hannig
Heute war wieder einer dieser Tage, die sich schwer in Worte fassen lassen – nicht, weil nichts passiert ist, sondern weil so vieles innerlich und äußerlich in Bewegung war.
Am Nachmittag hatte ich wieder Bewerber:innen bei mir, die sich für meine freie Assistenzstelle im Rahmen meines persönlichen Budgets interessiert haben. Diese Gespräche sind jedes Mal etwas Besonderes – weil es nicht nur um einen Job geht, sondern um Vertrauen, Nähe und Verantwortung. Man lässt einen Menschen sehr nah an das eigene Leben heran. Und manchmal ist es schwer, diese Entscheidung zu treffen. Ich wünsche mir so sehr, dass diesmal jemand dabei ist, der wirklich zu mir passt, der bleibt – und dem diese Arbeit nicht einfach nur „egal“ ist. Denn Assistenz ist mehr als eine Schicht. Es ist ein Teil vom Leben.
Zwischendurch habe ich mir wie in den letzten Tagen bewusst Zeit genommen, um rauszugehen. Ich war wieder länger spazieren – die frische Luft, die Bewegung, das Durchatmen, das braucht mein Kopf gerade. Es sortiert sich vieles dabei. Und ich merke, dass es mir hilft, nicht ständig nur im Machen zu bleiben, sondern auch zu spüren, was da gerade alles passiert.
Ich schreibe auch wieder viel. Vielleicht mehr als je zuvor. Nicht nur für das Projekt, sondern auch für mich. Um die Gedanken zu sortieren. Um zu verstehen. Und um zu verarbeiten, was in den letzten Wochen alles aufgebrochen ist. Ich glaube, ich habe mich noch nie so sehr gezeigt – so offen, so ehrlich, so verletzlich. Und genau das macht mich gleichzeitig stärker.
Viele sagen mir im Moment: „Ilka, ich staune, wie du das alles machst.“ Und ich lächle dann – und denke leise: Ich glaube, ich mache gar nicht genug. Ich sehe all das, was noch fehlt, was noch offen ist, was noch kommen muss. Aber heute habe ich mir gesagt: Vielleicht ist es okay. Vielleicht ist es genau das, was mich trägt – dieser Wunsch, wirklich etwas zu verändern. Und diese Überzeugung, dass ich genau das kann. Nicht trotz meiner Geschichte – sondern wegen ihr.
Jetzt liege ich im Bett, bin einfach nur müde – aber voller Dankbarkeit. Für die Begegnungen, die Menschen, die Rückmeldungen. Für das Vertrauen. Für jeden Schritt, den ich gehen darf.
Und auch wenn es manchmal schwer ist: Ich würde diesen Weg immer wieder wählen.
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