Wenn Inklusion nervt – warum das gar nicht schlimm ist.


Von Ilka Hannig

Ich habe es schon oft gehört: „Ilka, das Thema Inklusion ist irgendwie anstrengend.“ Oder auch: „Du redest ständig über Assistenz, über Barrieren, über Teilhabe – das ist manchmal echt viel.“ Und ja – ich verstehe das. Inklusion darf auch nerven. Veränderung nervt manchmal. Und Themen, die unbequem sind, erst recht. Aber vielleicht nervt das Thema auch deshalb, weil viele gar nicht genau wissen, worüber sie da eigentlich genervt sind.

Was ist Inklusion?
Inklusion bedeutet nicht, dass Menschen mit Behinderung irgendwo „dazukommen dürfen“. Es bedeutet, dass sie von Anfang an selbstverständlich dazugehören. Dass das System sie nicht ausschließt – sondern sie mitdenkt. Und das ist noch lange nicht Realität.

Ein gutes Beispiel dafür ist persönliche Assistenz. Viele kennen den Begriff – aber kaum jemand weiß, was er im Alltag bedeutet. Ich lebe mit persönlicher Assistenz im sogenannten Arbeitgebermodell. Das heißt: Ich stelle meine Assistent:innen selbst ein, organisiere meine Tagesstruktur, führe Bewerbungsgespräche, plane Urlaube, schreibe Arbeitsverträge – und bin gleichzeitig die Person, die auf Unterstützung angewiesen ist.

Das ist Freiheit. Aber auch eine enorme Verantwortung. Vor allem, wenn jemand plötzlich ausfällt. Und genau da setzt meine Idee an: Ich entwickle gemeinsam mit einem Team eine Notfall-Assistenz-App, die helfen soll, in solchen Situationen schnell Ersatz zu finden – flexibel, digital, praxisnah.

Und weil mir klar ist, dass das nicht nur mich betrifft, habe ich begonnen, den Verein AssistenzGestalten e.V. zu gründen. Wir wollen nicht nur digitale Lösungen entwickeln – sondern auch Weiterbildung, Austausch, Beratung. Denn: Wer persönliche Assistenz im Arbeitgebermodell lebt, bekommt oft kaum Unterstützung – weder strukturell noch emotional.

Was viele nicht wissen:
Pflegedienste und persönliche Assistenz sind nicht das Gleiche. In einem Pflegedienst entscheidet das System, wann du aufstehst, wer kommt und wie lange. In der persönlichen Assistenz entscheidest du selbst – wann, wie, mit wem. Es ist ein Menschenrechtsinstrument. Verankert im SGB IX, unterstützt durch die UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland seit 2009 verpflichtet, echte Teilhabe umzusetzen. Doch in der Praxis sieht das oft anders aus.

Und wenn ich darüber spreche – in Beiträgen, in Mails, in Gesprächen – dann geht es nicht darum, nervig zu sein. Es geht darum, gehört zu werden. Es geht darum, sichtbar zu machen, was noch fehlt. Was wir gemeinsam besser machen können.

Deshalb lade ich euch ein: Lest mit, denkt mit, diskutiert mit. Und wenn ihr wollt – unterstützt unser Crowdfunding. Denn Inklusion wird nur dann Alltag, wenn wir sie alle gemeinsam tragen.

Website: http://www.assistenzgestalten.de
Crowdfunding: http://www.startnext.com/assistenzgestalten

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