„Auch wir wollen Arbeit – und das ohne Barrieren.


Ein persönlicher Impuls von Ilka Hannig

Heute habe ich mir die Dokumentation „Wir wollen Arbeit – ohne Barrieren“ angesehen – und sie hat mich tief berührt. Vielleicht auch, weil so vieles darin mein eigenes Leben widerspiegelt. Es geht um Strukturen, um Gesetze, um ein System, das Menschen mit Behinderung oft nicht mitdenkt, sondern ausschließt. Und das, obwohl wir nichts anderes wollen als das: dazugehören. Teil sein. Arbeiten. Wirksam sein.

Ich bekomme selbst Grundsicherung und eine volle Erwerbsminderungsrente. Und ja, rein rechtlich gesehen sollte ich mich am besten „ruhig verhalten“. Aber das liegt mir nicht. Ich glaube daran, dass jeder Mensch das Recht hat, sich mit seinen Möglichkeiten einzubringen. Dass Teilhabe nicht das Privileg einiger weniger ist – sondern ein Menschenrecht.

Die Doku hat mich bestärkt, meinen Weg weiterzugehen. Mit AssistenzGestalten e.V. will ich einen Raum schaffen, in dem persönliche Assistenz, Selbstbestimmung und Teilhabe neu gedacht werden können – und dürfen. Ich wünsche mir, dass Beratung, Unterstützung und Inklusion nicht weiter kaputtgespart oder durch Bürokratie ausgebremst werden.

Ich wünsche mir, dass wir endlich anfangen, Menschen nicht mehr über ihre Einschränkungen zu definieren, sondern über ihre Stärken. Dass Arbeit ein Recht bleibt – und keine Frage von Paragraphen. Dass Inklusion kein Lippenbekenntnis bleibt – sondern gelebt wird.

Und genau deshalb rede ich offen. Auch über Dinge, die unbequem sind. Weil ich daran glaube, dass Veränderung nur passiert, wenn wir sichtbar werden. Wenn wir laut sagen, was nicht mehr geht – und was wir stattdessen brauchen.

Ich will nicht beweisen, dass ich stark bin. Ich will einfach leben, gestalten, beitragen. Wie jeder andere Mensch auch.

Danke an alle, die zuhören, mitdenken, unterstützen – und sich nicht scheuen, für eine inklusive Gesellschaft einzustehen.

http://www.assistenzgestalten.de
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Herzlich,
Ilka Hannig

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