Heute war kein leichter Tag.
Ab Mittag habe ich mich – mal wieder – mit meinen privaten Finanzen beschäftigt. Und ehrlich? Das zieht mich emotional oft runter. Nicht, weil ich nicht bereit bin, Verantwortung zu tragen. Im Gegenteil – ich zahle alles ab, ich übernehme, ich kümmere mich. Aber genau da beginnt das Problem.
Denn wenn man alles „noch irgendwie schafft“, hört man schnell: „Dann brauchen Sie ja keine Hilfe.“
Und dann wird man weggeschickt – von der Beratung, von den Stellen, von der Unterstützung, die eigentlich dafür da ist.
Aber dass „irgendwie schaffen“ eben auch bedeutet, jeden Cent fünfmal umzudrehen, ständig Abstriche zu machen, keine Luft zu haben – das sehen viele nicht.
Ich habe heute versucht, bei Banken über kleinere Raten oder die Zusammenlegung meiner Kredite zu verhandeln. Erfolglos.
Ich hätte so gerne jemanden an meiner Seite, der mir das erklärt, mich unterstützt – eine Schulden- oder Finanzberatung, die nicht nur auf dem Papier existiert.
Aber Barrierefreiheit ist auch dort oft ein Fremdwort. Und wenn man dann sagt, dass man im Rollstuhl sitzt, heißt es plötzlich: „Wir sind da nicht zuständig.“
Das hat mich heute wirklich wütend gemacht.
Ich versuche, mich um meine Themen zu kümmern – auch um die unangenehmen. Aber selbst da gibt es gefühlt keine Tür, an die man klopfen kann, ohne gleich wieder draußen zu stehen.
Und wenn man dann noch bedenkt, dass jemand wie ich aufgrund gesetzlicher Regelungen nicht arbeiten darf, obwohl ich es könnte – dann sollte man wenigstens die Möglichkeit auf eine barrierefreie, ernsthafte Finanzberatung haben.
Ich werde jetzt am Montag nochmal nach einer staatlichen Online-Beratung schauen. Vielleicht habe ich da mehr Glück.
Aber gerade fühlt es sich einfach schwer an. So richtig schwer.
Trotzdem hatte ich heute noch einen längeren Termin für meinen Verein AssistenzGestalten e.V. – und das hat mich wieder ein bisschen geerdet.
Weil ich weiß: Ich will etwas verändern. Für mich. Für andere. Für eine Gesellschaft, in der Teilhabe keine Ausnahmeregelung ist.
Und wem das hier vielleicht zu offen oder zu privat ist – ich entschuldige mich nicht dafür, sondern bitte um Verständnis.
Denn das gehört auch zu meinem Leben. Auch wenn sich kaum jemand traut, darüber zu reden.
Danke, dass ihr mir zuhört.
Eure Ilka
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