Heute war wieder einer dieser Tage, an denen alles ganz ruhig beginnt – und dann doch anders endet, als gedacht.
Ich habe am Vormittag still vor mich hin gearbeitet. Mails beantwortet, Kontakte gepflegt, neue mögliche Unterstützer:innen recherchiert. Die Netzwerkarbeit ist oft unsichtbar, aber sie ist das Fundament von allem. Und immer wieder zeigt sich: Aus einem einzelnen Gespräch kann eine völlig neue Tür aufgehen. Das fasziniert mich und hält mich wach.
Ein besonders schöner Moment war heute, als die erste Rückmeldung auf die Website und die Crowdfunding-Kampagne kam. Ehrlich. Warm. Berührend. Und genau das zeigt mir: Die Idee kommt an. Sie bewegt. Und sie ist es wert, weitergetragen zu werden.
Und dann kam der Bruch im Tag: Mein Spätdienst sagte eine halbe Stunde vor Beginn ab. Einfach so. Ohne Vorlauf.
Ich war ehrlich gesagt ziemlich genervt. Ich hatte Pläne. Und plötzlich musste ich alles umschmeißen. Wieder mal.
Denn ohne Assistenz komme ich nicht mal aus meiner Wohnung – die Tür kann ich nicht selbst öffnen. Also saß ich da. Hab rumtelefoniert. Gewartet. Mich gezwungenermaßen in Geduld geübt.
Der Ersatz kam später – ich war dann schon längst dabei, meinen Nachmittag innerlich umzuplanen. Wieder einmal.
Solche Situationen sind leider nicht neu für mich.
Aber sie tun weh.
Nicht, weil jemand absagt – das kann passieren. Sondern, weil Verlässlichkeit in meinem Alltag über alles entscheidet.
Und ich denke: Genau darüber wird in Bewerbungsgesprächen zu wenig gesprochen.
Das ist einer der Gründe, warum ich – mit meinem Verein AssistenzGestalten e.V. – Fortbildungen anbieten möchte.
Nicht nur zu Regeln und Arbeitszeiten. Sondern zu Vertrauen. Zu Verantwortung.
Denn persönliche Assistenz ist mehr als ein Job.
Es ist Nähe, es ist Teilhabe, es ist Lebensrealität.
Trotz allem: Ich habe heute einiges geschafft. Dokumentation, Organisation, kleine Dinge im Hintergrund. Und ja – ich gehe weiter.
Weil dieses Projekt ein Teil von mir ist.
Weil ich an das glaube, was ich aufbaue.
Und weil ich weiß: Jeder Schritt zählt – auch die, die erstmal wehtun.
Danke fürs Lesen.
Deine Ilka
