Jede persönliche Assistenz ist so individuell wie das Leben selbst



Ein persönlicher Bericht von Ilka Hannig

Persönliche Assistenz ist kein Standardmodell. Sie ist kein „Schema F“, das auf alle passt. Sie ist – so wie wir Menschen – individuell, wandelbar und voller Nuancen.

Ich selbst lebe mit persönlicher Assistenz im Arbeitgebermodell.
Das bedeutet: Ich bin Arbeitgeberin – und gleichzeitig die Person, die Unterstützung braucht. Und genau das macht die Sache so besonders – und so komplex.

Bei mir persönlich sind 12 Stunden pro Tag Assistenz bewilligt. Diese Zeit ist mein Rahmen, in dem ich meinen Alltag gestalte: Aufstehen, Körperpflege, Haushalt, Kommunikation, Arzttermine, kreative Arbeit, Erholung, Austausch – mein Leben eben.
Die 12 Stunden sind nicht festgefroren. Ich kann sie innerhalb meiner Woche flexibel gestalten, so wie mein Leben es braucht. Und trotzdem: Es ist ein Kraftakt, diese Stunden sinnvoll zu nutzen, sie zu koordinieren, fair gegenüber meinen Assistent:innen zu planen – und gleichzeitig auf mich selbst zu achten.

Was oft vergessen wird:
Jede Person, die persönliche Assistenz nutzt, hat ganz eigene Bedürfnisse.
Der eine braucht mehr körperliche Unterstützung, die andere mehr Begleitung in der Kommunikation, der Nächste Assistenz bei der Organisation. Kein Alltag gleicht dem anderen. Kein Mensch funktioniert nach Plan.

Deshalb ist es auch so wichtig, dass das System der persönlichen Assistenz flexibel, anpassbar und vor allem menschenorientiert gedacht wird – nicht nur leistungsbezogen.

Ich bin dankbar, dass ich mit persönlicher Assistenz leben kann.
Aber ich wünsche mir mehr Verständnis dafür, wie viel Verantwortung damit verbunden ist – und wie viel Organisation und Vertrauen nötig sind, damit dieses Modell funktioniert. Es ist nicht einfach nur „Hilfe“ – es ist eine komplexe, alltägliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Und ja, sie darf auch individuell sein. Sie muss es sogar.

Ilka Hannig
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