von Ilka Hannig
Ich habe mir heute bewusst die Grundsätze der Behindertenpolitik durchgelesen – Artikel 3 des Grundgesetzes, das SGB IX, das Behindertengleichstellungsgesetz, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und das UN-Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.
Dort steht viel über Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Teilhabe.
Es steht da, dass niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf.
Dass ich ein Recht darauf habe, mein Leben so zu gestalten, wie es mir entspricht.
Und während ich das alles lese, spüre ich einen inneren Riss.
Denn ich frage mich: Warum fühlt sich mein Leben trotzdem so anders an?
Ich bin Ilka Hannig. Ich bin 46 Jahre alt, ich lebe mit einer Tetra-Spastik, ich bin auf einen Rollstuhl und persönliche Assistenz angewiesen. Und ich bin offiziell voll erwerbsgemindert – obwohl ich arbeiten könnte, wollte, sollte. Acht Jahre lang habe ich versucht, das zu ändern. Ohne Erfolg.
Die Gesetze sagen, ich bin geschützt. Aber oft fühle ich mich ausgeschlossen.
Ich wünsche mir, dass diese Rechte mehr sind als schöne Worte. Dass Selbstbestimmung nicht an Systemgrenzen endet. Dass Teilhabe nicht von Gutachten abhängt. Und dass Menschen wie ich nicht erklären müssen, warum sie Träume haben, Ideen entwickeln, sich engagieren.
Deshalb gründe ich den Verein AssistenzGestalten e.V.
Weil ich nicht länger warten will, bis Teilhabe theoretisch richtig läuft.
Ich will sie leben. Und ich will, dass andere das auch können.
Die Gesetze sind da – jetzt müssen wir sie mit echtem Leben füllen.
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Ilka Hannig
