Ein persönlicher Bericht von Ilka Hannig
Heute möchte ich euch etwas mehr über mich erzählen. Nicht nur über meine Projekte, sondern über meinen Weg – über das, was mich geprägt hat, was mich antreibt und warum ich mir heute selbst Räume schaffe, die mir lange verwehrt blieben.
Ich bin Ilka Hannig, 46 Jahre alt, verheiratet, geboren und lebend in Berlin. Ich lebe mit einer Tetra-Spastik, bin auf einen Rollstuhl und persönliche Assistenz angewiesen. Was mich auszeichnet, ist nicht meine Einschränkung, sondern mein Blick nach vorn, mein Wille zur Teilhabe und mein Glaube an Veränderung.
Was viele nicht wissen: Ich bin offiziell als voll erwerbsgemindert eingestuft. Das bedeutet: Ich darf laut Gesetz nicht arbeiten. Acht Jahre lang habe ich versucht, durch medizinische Atteste, psychologische Gutachten und gerichtliche Verfahren eine Teil-Erwerbsminderungsrente zu erhalten – ohne Erfolg. Mein Wunsch war es, beruflich tätig zu sein, selbstständig zu arbeiten und einen Beitrag zu leisten. Doch das System ließ mich nicht. Einmal „voll erwerbsgemindert“ – immer raus aus dem Arbeitsleben.
Doch ich wollte mich nicht damit abfinden. Also begann ich, mir selbst Perspektiven zu schaffen. Aktuell befinde ich mich in der Gründung des Vereins AssistenzGestalten e.V. – eine Initiative, die Menschen mit Behinderung im Arbeitgebermodell unterstützen will. Denn wer persönliche Assistenz organisiert, ist nicht nur Betroffene:r, sondern auch Arbeitgeber:in – mit allen Rechten und Pflichten. Und viel zu selten mit Unterstützung, Schulung oder Austausch.
Ich bringe in diese Arbeit meine langjährige Erfahrung und viele Qualifikationen mit. Ich habe mich zur psychologischen Beraterin weitergebildet, Heilpraktikerin für Psychotherapie gelernt, ein Diplomstudium in Theologie abgeschlossen, Sozialmanagement studiert, mehrere Schreibausbildungen gemacht und mich immer wieder in Kommunikation, Supervision und Projektarbeit fortgebildet. Ich war ehrenamtlich tätig in der Telefonseelsorge, bei der Diakonie in der E-Mail-Beratung, habe bei inklusiv-online geschrieben, in der Lebenshilfe mitgearbeitet und zahlreiche soziale Projekte begleitet. Mein Leben war nie geradlinig – aber immer engagiert.
Ich habe gelernt, wie man Dinge organisiert, Menschen begleitet, Verantwortung übernimmt. Ich kann Projekte entwickeln, Teams führen, beraten und schreiben. Ich kenne Verwaltung, Kommunikation, Community-Arbeit – und vor allem die Lebensrealität von Menschen mit Assistenzbedarf. Genau darum geht es mir: Assistenz menschlich, professionell und nachhaltig zu gestalten – auf Augenhöhe.
Um den Verein AssistenzGestalten e.V. professionell aufzubauen, habe ich eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Denn gute Ideen brauchen eine stabile Grundlage. Ich wünsche mir, dass wir mit dem Verein Austausch schaffen, Fortbildungen ermöglichen und Beratung anbieten können – für Assistenznehmer:innen und Assistenzkräfte.
Wenn du mich unterstützen möchtest, findest du hier alle Infos:
http://www.startnext.com/assistenzgestalten
http://www.assistenzgestalten.de
Ich freue mich über jede Hilfe – durch Spenden, Teilen, Weitersagen oder Vernetzen. Denn eines habe ich gelernt: Wenn man den Mut hat, neue Wege zu gehen, kann viel entstehen. Auch – oder gerade dann – wenn das System sagt: „Du darfst nicht.“
Assistenz gestalten heißt für mich: Selbstbestimmung leben – und Zukunft möglich machen.
Ilka Hannig
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