1. April 2025 – und nein, das hier ist kein Scherz.
Ich schreibe diesen Blogeintrag viel später als sonst – weil der Tag gestern einfach war, wie er war: echt, laut, leise, überfordernd und gleichzeitig ein Stück weiter.
Ich habe gestern für die Homepage meines zukünftigen Vereins und für die dazugehörige Crowdfunding-Seite Videos gedreht. Es hat gedauert, es hat Kraft gekostet, es war aufregend – aber es war wichtig. Wenn alles gut läuft, geht am Donnerstagmittag alles online. Dann ist es da. Sichtbar. Greifbar.
Aber irgendwann am Abend hat’s mich überrollt.
Ich musste die Jahresabrechnung für mein persönliches Budget abschließen – und das heißt auch: alles offenlegen. Jeden Cent, jeden Nachweis, alles, was ich habe – oder eben nicht habe.
Und da war er plötzlich, dieser Moment, den ich schon kannte, aber lange verdrängt hatte:
Traurigkeit. Wut. Ohnmacht.
Weil ich wieder daran erinnert wurde, wie unfassbar eng dieses System ist. Wie sehr diese Gesetze für behinderte Menschen mich kleinhalten, kontrollieren, einschränken.
Wie ich rechtlich arbeiten dürfte – aber praktisch nie auf eigenen Beinen stehen kann, ohne gleich Angst haben zu müssen, meine Grundsicherung zu verlieren.
Und das ist so bitter, weil ich weiß, was ich kann. Was ich gelernt habe. Was ich aufgebaut habe.
Ich habe so viel investiert – an Zeit, an Kraft, an Willen.
Und trotzdem sagt dieses System mir immer wieder: „Schön, dass du was kannst. Aber mach bitte nichts draus.“
Ich habe gestern geweint. Laut. Tief. Lange. Und ich habe es zugelassen.
Aber ich habe auch gespürt:
Genau deshalb mache ich weiter.
Deshalb baue ich die App.
Deshalb gründe ich den Verein.
Deshalb gehe ich meinen Weg – nicht obwohl, sondern weil es so schwer ist.
Ich will, dass sich was bewegt. Und wenn ich dafür den ersten Schritt mache, dann mach ich ihn.
Auch mit Tränen. Auch mit Wut. Auch spät nachts.
Denn mein Weg ist nicht nur meiner.
Und er ist noch lange nicht zu Ende.
Alles Liebe,
Ilka
