Ilka Hannig
Manchmal fühlt es sich an, als hätte ich mich mit meiner Notfall-Assistenz-App auf eine Reise begeben, bei der ich nicht nur ein Projekt entwickle, sondern gleichzeitig so viel Neues lerne. Ich tauche in Themen ein, mit denen ich vorher nie in Berührung gekommen bin – rechtliche Strukturen, Finanzierungsmöglichkeiten, Vereinsgründung, politische Prozesse. Ich lese unglaublich viel, arbeite mich in Details ein, die ich vor ein paar Monaten noch gar nicht auf dem Schirm hatte.
Und je tiefer ich in diese Welt eintauche, desto bewusster wird mir: Es muss sich im Denken und Handeln etwas ändern. Inklusion ist nicht einfach nur ein schönes Wort, das man sich auf die Fahne schreibt – sie muss gelebt werden. Aber genau da liegt das Problem: Viel zu oft wird sie zerredet, zerlegt, bürokratisiert und ausgebremst.
Ich glaube, dass persönliche Assistenz im persönlichen Budget ein richtiger und wichtiger Schritt ist, um Inklusion lebendig zu machen. Aber sie wurde politisch nicht zu Ende gedacht. Es gibt Hürden, Unsicherheiten, zu wenig Unterstützung für diejenigen, die Assistenz benötigen – und genauso für die, die in diesem Bereich arbeiten.
Und genau hier setzt meine App-Idee an. Ich will dazu beitragen, diesen Gedanken zu Ende zu bringen. Eine digitale Lösung, die schnelle, flexible und bedarfsgerechte Unterstützung ermöglicht. Ein Tool, das nicht nur Menschen mit Assistenzbedarf hilft, sondern auch Assistenten bessere Strukturen und Möglichkeiten bietet.
Ich bin kein Superheld. Ich bin keine Politikerin, keine Entwicklerin, keine Wirtschaftsexpertin. Ich bin einfach jemand, der macht.
Ich habe diese Idee, weil ich selbst sehe, wo die Probleme liegen. Weil ich weiß, was es heißt, auf Assistenz angewiesen zu sein. Weil ich glaube, dass wir nicht darauf warten können, dass jemand anders Lösungen schafft – sondern dass wir sie selbst gestalten müssen.
Und wenn ich dafür Dinge lernen muss, die ich vorher nicht wusste – dann tue ich das. Weil es wichtig ist. Weil es sein muss. Und weil ich daran glaube, dass es sich lohnt.
Alles Liebe,
Ilka
