Hallo,
heute war wieder so ein Tag voller Energie, voller Nachrichten und voller Gedanken. Ich habe wirklich viele Menschen angeschrieben, meine Notfall-Assistenz-App vorgestellt und dabei auch ganz bewusst Kontakte gesucht, bei denen andere vielleicht den Kopf schütteln würden. Ja, vielleicht bin ich ein bisschen verrückt. Aber ich glaube, genau diese Portion Verrücktheit braucht es manchmal, um etwas wirklich Neues zu schaffen.
Ich habe nicht nur auf LinkedIn viele meiner Kontakte angeschrieben, sondern auch eine ausführliche Mail an den Berliner Bürgermeister formuliert. Ich habe konkret um Unterstützung und Fördermöglichkeiten für mein Projekt gebeten. Manchmal fühlt es sich ein bisschen so an, als würde ich Steine ins Wasser werfen und hoffen, dass die Kreise immer größer werden. Und wer weiß – vielleicht erreicht einer dieser Kreise genau die richtigen Menschen.
In mir brodelt es. Ich weiß, dass meine Idee groß ist. Und ich weiß auch, dass sie genau den politischen Background braucht, den ich jetzt schon suche. Das liegt nicht nur an der Größe des Projekts, sondern auch an meiner persönlichen Situation. Die Wahrheit ist: Rein gesetzlich dürfte ich diese Idee eigentlich gar nicht haben.
Warum? Weil ich aufgrund meiner vollen Erwerbsminderung und Grundsicherung in einem System lebe, das Menschen wie mich eher verwaltet, als sie zu fördern. Es ist ein bisschen paradox: Ich bin geistig total auf der Höhe, voller Ideen und Tatendrang, nur eben mit vier Rädern unter dem Hintern. Ja, ich brauche Unterstützung im Alltag – aber mal ehrlich, das tun viele andere Menschen auch.
Ich denke, es wäre an der Zeit, Menschen mit Behinderungen echte Möglichkeiten zu bieten, ihre Potenziale zu nutzen und ihre Ideen umzusetzen. Warum sollte ich, nur weil ich auf Assistenz angewiesen bin, weniger Wert für die Gesellschaft haben? Warum sollte meine Idee weniger wertvoll sein?
Meine Notfall-Assistenz-App könnte wirklich etwas verändern. Sie könnte eine Lücke schließen, die viele Menschen in Notlagen erleben. Sie könnte zeigen, dass Inklusion nicht nur ein schönes Wort ist, sondern dass sie auch ganz praktisch gelebt werden kann.
Ich glaube fest daran, dass meine Idee nicht nur mir selbst helfen kann, sondern dass sie auch einen echten Mehrwert für eine inklusive Gesellschaft und das Gemeinwohl bieten könnte. Und genau deshalb gehe ich diesen Weg – Schritt für Schritt, Nachricht für Nachricht, auch wenn er manchmal ein bisschen verrückt erscheint.
Vielleicht braucht es genau diese Mischung aus Verrücktheit, Mut und dem festen Glauben daran, dass Veränderung möglich ist. Und solange ich das Gefühl habe, dass mein Weg der richtige ist, gehe ich weiter.
Alles Liebe,
Ilka
