Ilka Hannig
Persönliche Assistenz ermöglicht es Menschen mit Behinderungen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie gibt ihnen Freiheit im Alltag, unterstützt sie dort, wo Barrieren bestehen, und ist oft der entscheidende Faktor dafür, dass Teilhabe nicht nur ein theoretisches Recht bleibt. Doch die Realität zeigt: Es wird immer schwieriger, zuverlässige persönliche Assistenten zu finden und langfristig zu halten. Die Gründe dafür sind vielfältig und haben sowohl mit der gesellschaftlichen und politischen Situation als auch mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen zu tun.
Ein zentrales Problem ist der akute Fachkräftemangel im Pflege- und Assistenzbereich. Während Pflegekräfte, die in stationären Einrichtungen oder im ambulanten Pflegedienst arbeiten, nach dem Tarifvertrag der Pflege (TVöD-P) bezahlt werden, gilt dies für persönliche Assistenten häufig nicht. Stattdessen werden sie oftmals deutlich schlechter entlohnt, was dazu führt, dass viele Menschen den Beruf der persönlichen Assistenz entweder erst gar nicht wählen oder ihn schnell wieder verlassen. Hinzu kommen oft befristete Verträge und unsichere Arbeitsbedingungen, die die Fluktuation zusätzlich verstärken.
Die Politik hat zwar mit dem persönlichen Budget ein Instrument geschaffen, das Menschen mit Behinderungen mehr Selbstbestimmung ermöglichen soll. Doch die praktische Umsetzung bleibt oft hinter den Erwartungen zurück. Persönliche Budgetnehmer stehen häufig vor dem Problem, dass sie bei der Suche nach geeigneten Assistenten allein gelassen werden. Es gibt kaum offizielle Unterstützung oder Plattformen, die den Bewerbungsprozess erleichtern würden. Besonders in Notfällen zeigt sich dann die ganze Dramatik dieser Lücke: Fällt eine Assistenzkraft kurzfristig aus, stehen viele Betroffene ohne Unterstützung da. Die bestehenden Strukturen sind darauf schlichtweg nicht vorbereitet.
Die politische Haltung zur persönlichen Assistenz ist oft ambivalent. Auf der einen Seite wird das persönliche Budget als wichtiger Schritt zur Inklusion gefeiert, auf der anderen Seite bleibt die konkrete Umsetzung jedoch oft auf halbem Wege stehen. Es fehlen nicht nur ausreichende finanzielle Mittel, um faire Löhne zu gewährleisten, sondern auch eine langfristige Strategie, wie man den Beruf der persönlichen Assistenz attraktiver gestalten könnte. Auch gesetzliche Regelungen, die persönliche Assistenten tariflich besser stellen, sind bisher Mangelware. Während in der klassischen Pflege immer wieder über Tarifanpassungen gesprochen wird, bleibt die persönliche Assistenz oft außen vor.
Genau hier setzt meine Idee der Notfall-Assistenz-App an. Sie soll nicht nur in akuten Notfällen eine schnelle und verlässliche Vermittlung von Assistenzkräften ermöglichen, sondern auch eine Plattform bieten, die den gesamten Vermittlungsprozess unterstützt. Über die App könnten Assistenznehmer und Assistenten in einem geschützten Raum miteinander in Kontakt treten, schnell, unkompliziert und verlässlich. Besonders in Notlagen könnte die App helfen, den Alltag wieder handhabbar zu machen und zu verhindern, dass Menschen ohne Unterstützung dastehen.
Langfristig braucht es jedoch auch politische Entscheidungen, die persönliche Assistenz nicht nur ermöglichen, sondern aktiv fördern. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch tarifliche Anpassungen, die Schaffung professioneller Vermittlungsplattformen und die Einrichtung echter Notfalllösungen sind dringend notwendig. Nur so kann persönliche Assistenz aus der Nische geholt und als das anerkannt werden, was sie ist: Ein wichtiger Bestandteil eines inklusiven, selbstbestimmten Lebens.
Mit der Notfall-Assistenz-App möchte ich einen konkreten Beitrag leisten, um diese Lücke zu schließen. Sie ist kein Ersatz für politische Maßnahmen, aber sie kann ein Anfang sein. Ein erster Schritt auf einem langen Weg, auf dem es viele kleine und große Entscheidungen braucht – von der Politik, von den Institutionen und von jedem Einzelnen, der sich für eine inklusive Gesellschaft einsetzen möchte.
Alles Liebe,
Ilka Hannig
Persönliche Assistenz: Eine Herausforderung unserer Zeit – und warum innovative Lösungen dringend gebraucht werden
Ilka Hannig
Persönliche Assistenz ermöglicht es Menschen mit Behinderungen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie gibt ihnen Freiheit im Alltag, unterstützt sie dort, wo Barrieren bestehen, und ist oft der entscheidende Faktor dafür, dass Teilhabe nicht nur ein theoretisches Recht bleibt. Doch die Realität zeigt: Es wird immer schwieriger, zuverlässige persönliche Assistenten zu finden und langfristig zu halten. Die Gründe dafür sind vielfältig und haben sowohl mit der gesellschaftlichen und politischen Situation als auch mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen zu tun.
Ein zentrales Problem ist der akute Fachkräftemangel im Pflege- und Assistenzbereich. Während Pflegekräfte, die in stationären Einrichtungen oder im ambulanten Pflegedienst arbeiten, nach dem Tarifvertrag der Pflege (TVöD-P) bezahlt werden, gilt dies für persönliche Assistenten häufig nicht. Stattdessen werden sie oftmals deutlich schlechter entlohnt, was dazu führt, dass viele Menschen den Beruf der persönlichen Assistenz entweder erst gar nicht wählen oder ihn schnell wieder verlassen. Hinzu kommen oft befristete Verträge und unsichere Arbeitsbedingungen, die die Fluktuation zusätzlich verstärken.
Die Politik hat zwar mit dem persönlichen Budget ein Instrument geschaffen, das Menschen mit Behinderungen mehr Selbstbestimmung ermöglichen soll. Doch die praktische Umsetzung bleibt oft hinter den Erwartungen zurück. Persönliche Budgetnehmer stehen häufig vor dem Problem, dass sie bei der Suche nach geeigneten Assistenten allein gelassen werden. Es gibt kaum offizielle Unterstützung oder Plattformen, die den Bewerbungsprozess erleichtern würden. Besonders in Notfällen zeigt sich dann die ganze Dramatik dieser Lücke: Fällt eine Assistenzkraft kurzfristig aus, stehen viele Betroffene ohne Unterstützung da. Die bestehenden Strukturen sind darauf schlichtweg nicht vorbereitet.
Die politische Haltung zur persönlichen Assistenz ist oft ambivalent. Auf der einen Seite wird das persönliche Budget als wichtiger Schritt zur Inklusion gefeiert, auf der anderen Seite bleibt die konkrete Umsetzung jedoch oft auf halbem Wege stehen. Es fehlen nicht nur ausreichende finanzielle Mittel, um faire Löhne zu gewährleisten, sondern auch eine langfristige Strategie, wie man den Beruf der persönlichen Assistenz attraktiver gestalten könnte. Auch gesetzliche Regelungen, die persönliche Assistenten tariflich besser stellen, sind bisher Mangelware. Während in der klassischen Pflege immer wieder über Tarifanpassungen gesprochen wird, bleibt die persönliche Assistenz oft außen vor.
Genau hier setzt meine Idee der Notfall-Assistenz-App an. Sie soll nicht nur in akuten Notfällen eine schnelle und verlässliche Vermittlung von Assistenzkräften ermöglichen, sondern auch eine Plattform bieten, die den gesamten Vermittlungsprozess unterstützt. Über die App könnten Assistenznehmer und Assistenten in einem geschützten Raum miteinander in Kontakt treten, schnell, unkompliziert und verlässlich. Besonders in Notlagen könnte die App helfen, den Alltag wieder handhabbar zu machen und zu verhindern, dass Menschen ohne Unterstützung dastehen.
Langfristig braucht es jedoch auch politische Entscheidungen, die persönliche Assistenz nicht nur ermöglichen, sondern aktiv fördern. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch tarifliche Anpassungen, die Schaffung professioneller Vermittlungsplattformen und die Einrichtung echter Notfalllösungen sind dringend notwendig. Nur so kann persönliche Assistenz aus der Nische geholt und als das anerkannt werden, was sie ist: Ein wichtiger Bestandteil eines inklusiven, selbstbestimmten Lebens.
Mit der Notfall-Assistenz-App möchte ich einen konkreten Beitrag leisten, um diese Lücke zu schließen. Sie ist kein Ersatz für politische Maßnahmen, aber sie kann ein Anfang sein. Ein erster Schritt auf einem langen Weg, auf dem es viele kleine und große Entscheidungen braucht – von der Politik, von den Institutionen und von jedem Einzelnen, der sich für eine inklusive Gesellschaft einsetzen möchte.
Alles Liebe,
Ilka Hannig
