Ein langer Tag, ein wichtiger Tag – und das Gefühl, dass es weitergeht

Hallo,

Heute war ein Tag, der mich tief bewegt hat. Einer von diesen Tagen, an denen man so viele Eindrücke sammelt, dass man abends kaum noch weiß, wo man anfangen soll, um sie zu verarbeiten. Ein Tag voller Gespräche, voller Erkenntnisse – und voller Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Es begann mit einem langen und intensiven Gespräch mit Herrn Böhmer vom BAV. Dreieinhalb Stunden. Dreieinhalb Stunden, in denen wir über all die Herausforderungen gesprochen haben, die Menschen mit Assistenzbedarf tagtäglich bewältigen müssen. Besonders darüber, wie schwierig es ist, Assistenzkräfte im persönlichen Budget zu finden – und sie langfristig zu halten. Die Fluktuation ist enorm, Bewerber sind oft unvorbereitet, es fehlt an Unterstützung bei der Personalgewinnung. Es gibt keine richtige Struktur, kein System, das hier wirklich hilft.

Und dann das, was mir immer wieder schmerzhaft bewusst wird: Was passiert im Notfall? Was, wenn eine Assistenzkraft plötzlich ausfällt? Was, wenn niemand einspringen kann? Es gibt keine echte Lösung. Keine Plattform, die in solchen Momenten vermittelt. Und genau das darf nicht so bleiben.

Es war ein Gespräch, das mich aufgewühlt hat, aber auch eines, das mir Hoffnung gibt. Denn es hat gezeigt: Das Problem ist real. Aber es gibt Menschen, die zuhören. Und in den nächsten Wochen werde ich mich mit meinem Bearbeiter im Lageso treffen, um diese Problematik noch einmal ganz offiziell vorzutragen. Vielleicht ist das der nächste Schritt in die richtige Richtung.

Doch damit war der Tag noch lange nicht vorbei. Ich habe mich mit einem persönlichen Assistenten unterhalten – ein Gespräch, das mir noch einmal klargemacht hat, wie prekär die Situation ist. Wie sehr sich Menschen, die in diesem Bereich arbeiten, mehr Sicherheit, mehr Struktur und vor allem mehr Anerkennung wünschen. Persönliche Assistenz ist nicht einfach nur ein Job – es ist eine Verantwortung, eine Bindung, eine Aufgabe, die mehr Wertschätzung verdient.

Zwischendurch war ich in einer Telegram-Gruppe aktiv, in der sich Assistenznehmer austauschen. Echte Geschichten, echte Sorgen, echte Menschen, die von denselben Problemen erzählen. Menschen, die sich nicht gehört fühlen, die sich oft alleingelassen fühlen. Und ich dachte mir: Genau deshalb mache ich das hier. Weil sich das ändern muss.

Mein LinkedIn-Netzwerk wächst weiter, immer mehr Leute interessieren sich für meine Idee. Es ist verrückt – ich habe diese App-Idee einfach aus dem echten Leben heraus entwickelt, aus einer Notwendigkeit, weil sie mir selbst fehlt. Und jetzt sehe ich, wie viele andere genau dasselbe empfinden.

Heute war ein langer Tag. Ein Tag, der mich erschöpft, aber auch gestärkt hat. Weil ich sehe, dass sich etwas bewegt. Weil ich weiß, dass es sich lohnt, weiterzumachen. Weil ich das Gefühl habe, dass ich nicht nur für mich kämpfe, sondern für etwas, das vielen Menschen helfen kann.

Ich bin müde, mein Kopf ist voll, aber mein Herz sagt mir: Dranbleiben. Weitergehen. Noch ist nichts entschieden – aber das könnte der Anfang von etwas sein.

Alles Liebe,
Ilka

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