Was ist meine Motivation für diesen Blog?

Hallo,

ich habe mir heute mal überlegt, ich erzähle heute hier, warum jemand wie ich ein Buch schreiben möchte oder so einen Blog hat oder gar warum jemand wie ich eine Spendenaktion macht.

Ich denke dies ist notwendig, damit die Leser mich besser verstehen und mehr Hintergrund wissen bekommen.

Auslöser dafür ist folgender Hintergrund:

Mein Name ist Ilka Hannig. Ich bin 41 Jahre und ich bin auf Grund einer körperlichen
Einschränkungen auf einen Rollstuhl angewiesen. Das ist für persönlich eher wohl weniger ein
Problem als eine Herausforderung .
Ich habe den Ehrenämter begonnen, damit ich was sinnvolles mache und nicht langweilig wird.

Weißt du eigentlich dass es gar keine Möglichkeit gibt, aus dem Status der vollen Erwerbsminderung heraus zu
kommen? Auch wenn man es noch so sehr versucht und selbst die verschiedenen Bedingungen dafür
schafft und durch viel Eigeninitiative zeigt, dass es machbar wäre.

Ich frag mich einfach: „Warum gibt es im Rahmen des Erwerbsminderungsgesetz nicht die
Möglichkeit, sich wieder einzugliedern? Warum fühlt es sich dieser Status an, wie ein absolutes
Abstellgleis der Gesellschaft oder als Schublade aus der man nicht so rauskommt und auch nicht
gelassen wird von den Behörden und von der Gesellschaft und das egal was man versucht?“

Ich möchte auf diesem Wege meine Geschichte als Beispiel geben:

Ich erhalte seit ich denken kann Grundsicherung. Die deutsche Rentenkasse stufte mich irgendwann
mal als voll erwerbunfähig ein, und so mit landete ich auf dem Abstellgleis der Gesellschaft, denn wer
einmal, die Grundsicherung und volle Erwerbsunfähigkeit hat, bekommt vom Staat kaum oder gar
keine Förderung. Es gibt keine Förderung für:
• Zuschüsse in der Ausbildung und Arbeitsleben
• Für Kraftfahrzeuge
• Kuren und andere Rehamaßnahmen
• jegliche Unterstützung um einen sozialversicherten Job zu kommen
Das ist so, weil man mit der vollen Erwerbsunfähigkeit nicht in der Lage sein soll, mehr als 3 Stunden
am Stück zu arbeiten. Dieses Gesetzt beinhaltet auch nicht die Wiedereingliederung, weil diese nicht
vorgesehen ist, deshalb war ich 8 Jahre vor Gericht ohne Erfolg, denn das neue Teilhabe Gesetz greift
ja in meinem Fall auch nicht.

Dem entgegen setze ich
• Ich habe praktische Psychologie via Fernstudium studiert.
• Arbeite seit 14 Jahren in verschiedenen Instìtutionen ehrenamtlich und weitaus mehr als 3
Stunden am Tag. 2010 habe ich dafür eine Auszeichnung im roten Rathaus vom
Bürgermeister bekommen. Aktuell arbeite ich als Schöffin im Amtsgericht Tiergarten
ehrenamtlich, (im April wurde ich zur Hauptschöffin berufen) ehrenamtlich bin auch in der EMail Beratung in der Kinder- und Jugendseeĺsorge in der Diakonie tätig. Außerdem leite ich
ehrenamtlich die Kontaktstelle Lichtenberg des Bundesverbandes für Selbsthilfe für Körperbehinderte.
Alle diese Tätigkeiten sind weitaus arbeitsintensiver als die drei Stunden
Arbeit am Tag, die mir laut dem Gesetz für Erwerbsminderung zugesprochen werden.
Jetzt frage ich sie: Ehrenamtlich darf ich also arbeiten so viel ich will, ohne dass es jemanden stört.

Warum wird mir dann eine sozialversicherungspflichtige Arbeit verwehrt?
Wo ist denn nun die
Inklusion und das Teilhabegesetz, dass laut UN-Behindertenrechtskonvention vor 10 Jahren in Kraft
getreten ist?

Warum kann dieses Gesetz nicht auf mich angewendet werden, warum werde ich von
einer Behörde zur nächsten geschickt, warum fühlt sich keiner für mich zuständig?

Warum wird mir
das Recht auf Arbeit verwehrt, obwohl ich laut ärztlichem Attest dazu in der Lage bin, 6 Stunden am
Tag zu arbeiten? Durch meinen derzeitigen Status der vollen Erwerbsminderung erhalte ich nicht
einmal die Förderung einer Arbeitsassistenz, die für mich notwendig wäre um längere Schichten zu
übernehmen.
Dadurch werde ich wieder ausgegrenzt und es wird mir eine Teilhabe am Arbeitsleben
erschwert.
Die meisten Arbeitgeber stellen nur Personen ein, die die volle Förderung erhalten, somit
wird mir abermals der Zugang zu einem Arbeitsplatz erschwert.
Mir scheint als gäbe es Inklusion nur auf dem Papier, als gäbe es eine Angst davor, diese auch
umzusetzen.

Dass ich geistig fit und voll in der Lage bin einer Erwerbstätigkeit nachzugehen beweist, dass ich
meine persönliche Pflegeassistent nach dem Arbeitgebermodell selbst organisiere und meistere,
beweisen die Ehrenämter, die ich inne habe.
Das Schlimme an meiner Situation ist auch der Fakt, dass wenn ich in eine Behindertenwerkstatt
ginge, würden mich die Behörden im vollem Umfang fördern, aber zu welchem Preis, ich arbeite
dann dort wo ich nie hin wollte, mit einem Stundenlohn von 1,80 € die Stunde und wenn ich jemals
wieder rauskäme, hätte ich die gleiche Situation wie jetzt.
Weißt du, wie sich das für mich anfühlt? Ein wenig wie Erpressung und abgestellt und nicht wie
Teilhabe und Inklusion.
Ehrlich glaubst wirklich, jemand wie ich gehört in die volle Erwerbsminderung?
Weißt du eigentlich wie sehr dieser Status den Alltag einschränkt. Man muss alles von den Behörden
genehmigen lassen.

Deshalb kam mir folgende Projektidee :
Ich wollte einen behindertengerechten Bus kaufen und diesen fröhlich bunt anmalen. Mit
Sonnenblumen und farbenfrohen Schmetterlingen. Damit wollte ich die Welt bereisen und über diese Reisen wollte in einem Blog erzählen.
Die Idee wurde ausgebremst, weil die Rentenkasse eine neue Einstufung meiner Erwerbsminderung nicht gestatte. Nein, jetzt sind erstmal wieder meine Unterlagen weg.

Und ich denke da lohnt es sich ein Buch oder ein Blog  zu schreiben.